Reingehört (535): The Yawpers

The Yawpers – Human Question (2019, Bloodshot Records)

„I sound my barbaric yawp over the roofs of the world“ – Die Yawpers aus Denver/Colorado haben sich ihren Band-Namen aus einem Gedicht von Walt Whitman stibitzt, in ihren Texten befassen sie sich mit „German realpolitik, Freud, Oedipus, and the lasting social and cultural fallout of WWI… you know, the usual rock ’n’ roll stuff“, bleiben also thematisch irgendwo im literarisch-intellektuellen Firlefanz verhaftet, der Sound des Trios könnte hingegen nicht erdiger und rauer nach scheppernder Blues-Garage, Punk-Rock-Hauruck-Spirit und schweißtreibendem Country-, Soul- und R’n’R-Spaß klingen als auf ihrem aktuellen, mittlerweile fünften Album seit dem selbstveröffentlichten 2012er-Debüt, dem dritten in Folge beim renommierten Chicagoer Indie-Roots/Americana-Label Bloodshot Records.
Live sind die Jauler aus dem Mittleren Westen der US of A schmissig mit zwei Akustik-Gitarren und einem Schlagzeug zugange, auf „Human Question“ kommt die Band weitaus opulenter instrumentiert und stilistisch differenzierter aus dem Aufnahme-Studio. Heulende Trash-Blues-Gitarren, flottes Garagen-Krakeelen, Country-Punk und schwere Soul-Grooves, ab und an mit einem satten Saxophon verblasen, ein Schuss Siebziger-Psychedelic, da kommt einiges an Spielarten der amerikanischen Unterhaltungsmusik im vollmundigen, ungebändigten Sound der drei Musikanten zusammen. Dazu heult Sänger Nate Cook als feuriger Frontmann, glänzt als euphorisch überdrehter Rock’n’Roller, dazu macht er als emotionaler, Gospel-beseelter Blues-Preacher eine gute Figur, und den herzanrührenden Balladen-Crooner gibt’s obendrauf. Eine Band, die „Ace Of Spades“ von Motörhead als brodelnden Hard-Blues-Stomper covert wie die Yawpers vor ein paar Monden mit einer Singles-B-Seite, kann sowieso nicht schlecht beleumundet sein.
Mit diesem explosiven Mix aus Oldschool-Tradition, Spaß und Tempo lässt sich jede Feier in Schwung bringen, und so manches Festival wohl auch: The Yawpers sind diesen und kommenden Monat auf ausgedehnter Europa-Tournee unterwegs, unter anderem eröffnen sie am 28. Juni das dreitägige Raut-Oak Fest am schönen Riegsee nahe Murnau, und damit dürften über die konzertanten Qualitäten der Kapelle alle etwaigen Zweifel ausgeräumt sein, ROF-Organisator Christian Steidl beweist dahingehend seit Jahren glänzendes Gespür und eine sichere Hand beim Engagement seines Line-Ups. Be there or be scheintot.
Einige Tage vorher können sich die geneigten Münchner_Innen bereits zur Sause im „Blauen Land“ auf Betriebstemperatur bringen, beim Konzert der Yawpers im Feierwerk an der Hansastraße: Sunny Red, 12. Juni, 20.00 Uhr.
(**** ½ – *****)

Weitere ausgewählte Termine der Tour:

06.06.Hamburg – Nochtspeicher
07.06.Beverungen – Orange Blossom Special Festival
08.06.Dresden – Beatpol
09.06.Berlin – Monarch Bar
11.06.Zürich – Rote Fabrik
13.06.Karlsruhe – Substage
14.06.Schwäbisch Gmünd – KKF
15.06.Hof – In.Die.Musik Festival
29.06.Frankfurt/Main – Brotfabrik
30.06.Oostkamp/Waardamme – Muddy Roots Europe

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