Berlin

Reingehört (495): Jonas Hain

Jonas Hain – Solopiano / MMXV (2018, recordJet)

Der in München geborene Wahl-Berliner Jonas Hain ist bis vor Kurzem als Techno-DJ und in Nebenrollen als Schauspieler in diversen deutschen TV-Krimi-Serien in Erscheinung getreten, in den Fußstapfen seiner aus Kino und Fernsehen bekannten Mutter Jeanette Hain, gewissermaßen.
Bis 2017 studierte Hain Music Production und Audio Engineering am Berliner Abbey Road Institute, im Frühling dieses Jahres hat er sich der Öffentlichkeit auch als Komponist und Musiker vorgestellt. Mit seinem Debüt-Werk „Solopiano“ ist der junge Mann zwischenzeitlich bis auf Platz 1 der iTunes-Klassik-Download-Charts vorgerückt, Hain wandte sich in den letzten Jahren vermehrt der E-Musik zu und besann sich seines in jungen Jahren genossenen Klavierunterrichts, die wiederentdeckte Liebe zur klassischen Spielart manifestiert sich auf „Solopiano“ in acht stringent von „I“ bis „VIII“ betitelten, kurzen bis mittellangen Klavier-Elegien, die mit einer ergreifenden Reinheit und ausgeprägtem Hang zur Melancholie begeistern. Die emotional anrührenden, wunderschönen Instrumentalstücke variieren in Tempo und Dämpfung des Tastenanschlags, glänzen harmonisch mit einer exzellenten, anspruchsvollen Melodik und lösen in einer knappen halben Stunde eine Bandbreite an Stimmungslagen und Assoziationen aus, zu denen Hain durch die schlichte Nummerierung im Benamsen seiner Werke keine Themen oder Empfindungen vorgeben mag, die Hörerschaft ist aufgefordert, ihre eigenen, individuellen Bilder zum Klang der getragenen Tonal-Meditationen zu entwickeln.
„Solopiano“ ist der ideale musikalische Begleiter zum Sinnieren an nebelverhangenen Herbsttagen und das klangliche Ruhekissen zum gepflegten Landen und zur inneren Einkehr nach den Turbulenzen und Mühen des Alltags.
Aktuell ist am 19. Oktober die Nummer „MMXV“ als neue Single von Jonas Hain über den digitalen Musikvertrieb recordJet erschienen, eine wunderbar fließende Klang-Miniatur, die den neoklassischen Entwurf um dezente Ambient-/Synthie-Samples und mit dunklem, feinem Rhythmus-Geben anreichert, so bereits ein neues Kapitel in der noch überschaubaren Diskographie des Musikers aufschlägt und elegant die Brücke baut von der strengen Lehre der Klassik zu experimenteller Electronica. Den Namen Jonas Hain gilt es sich zu merken, vielleicht nicht unbedingt für sein Mitwirken in „SOKO München“ oder „Alarm für Cobra 11“, ganz sicher aber hinsichtlich seiner Profession als ambitionierter Tondichter, bei der bisher vorgelegten Qualität seiner veröffentlichten Arbeiten darf schwer vermutlich mit weiteren großen Würfen gerechnet werden.
(***** – ***** ½)

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The Bones Of J.R. Jones + Sebastian Dega @ Unter Deck, München, 2018-10-16

Blood is pumping
Hundred miles an hour
(The Bones Of J.R. Jones, Hearts Racing)

Dichtes Gedränge am Dienstagabend im Münchner Innenstadt-Club Unter Deck, Hut ab vor Veranstalter Jörg Dahl, der Mann und seine helfenden Hände vom Event-Büro Still Or Sparkling? haben da mehr als ordentliche Arbeit geleistet zur Bewerbung und Präsentation der München-Premiere von Jonathon Linaberry aka The Bones Of J.R. Jones, voller Saal für die großartige One-Man-Band aus Brooklyn, so muss es sein.
Löblich hervorzuheben in dem Zusammenhang auch das zusätzlich installierte, erhöhte Podest zum Bühnenaufbau, so dürften auch die hinteren Reihen im ausverkauften Auditorium noch in den optischen Konzert-Genuss gekommen sein, die Haltungsnoten für die Organisation könnten somit zu der Veranstaltung nicht besser ausfallen.

Bevor der Hauptact die Bühne enterte, eröffnete der Berliner Songwriter Sebastian Dega den Abend mit einem kurzen und prägnanten solistischen Set, mit einer überschaubaren Handvoll an Nummern wusste der sympathische Akustik-Gitarrist schnell und zeitlich knapp bemessen für seinen Vortrag einzunehmen. Eine mild-rauchige Stimme, ausgewiesene Picker- und anderweitige ausgeprägte technische Fertigkeiten auf den sechs Saiten zeichneten das geerdete Musizieren des Barden aus. Mit einer stilistischen Bandbreite an klassischem, drängendem Folk, stimmungsvollen Alternative-Country-Anleihen und einer Old-Time-Rückschau auf relaxten Western-Swing und Ragtime-Blues zeigte sich Dega in bester Spiellaune, die auch vom lauten Geschwätz des schändlich unaufmerksamen Besucher-Anteils nicht getrübt werden konnte. Angenehmer erster Eindruck vom Schaffen des Berliner Nachwuchs-Roots-Musikers, gerne bei Gelegenheit wieder, auch in ausgedehnterer Form zur umfänglicheren Würdigung.

Beim Privatkonzert von The Bones Of J.R. Jones somewhere out of Rosenheim Anfang 2017 hat seinerzeit schwer vermutlich die obstinate Nachbarin dafür gesorgt, dass der Gig im Wohnzimmer der Oma von Gastgeber Mark Icedigger zu einem beseelten Folk-Konzert der tendenziell eher leiseren und filigranen Töne geriet, was der herausragenden Qualität des Vortrags bei einem Könner wie Jonathon Linaberry selbstredend keinen Abbruch tat, am Dienstag im Unter Deck präsentierte sich der New Yorker dann in full flight bei seinem allerersten Münchner Gastspiel, die Zuhörerschaft im proppenvollen Souterrain-Club ging von Minute eins an nicht mehr von Bord resp. von der Leine beim beherzten Aufspielen der One-Man-Kapelle von Jones/Linaberry, der Americana-Spezialist zeigte zu der Gelegenheit im zuforderst rohen, intensiven Stomp-Blues-Anschlag eindrucksvoll, dass er sich vor herausragenden Ausnahme-KünstlerInnen des Deep-Blues-/Muddy-Roots-Genres wie der geschätzten Molly Gene und ihrer One Whoaman Band oder dem ebenso hochverehrten Reverend Deadeye keinesfalls verstecken muss, die noch jungen Knochen des J.R. Jones barsten an diesem Abend vor Energie, wirbelten über Basstrommel und Hi-Hat des rudimentären Schlagwerks und ließen den Bottleneck scharf über die Saiten der halbakustischen Resonator-Gitarre schrammen, dazu loopte Linaberry die Riffs und stimmte seine erschüttenden Klagelaute im Gedenken uralter Blues-Howler an. Das Publikum fand sich zuweilen unvermittelt in der Trash-Garage wieder, in der sich zahllose Geister und Dämonen der endlosen amerikanischen Highways und Prärien tummelten, ihre unheimlichen Southern-Gothic-Geschichten von verblassten Hoffnungen, finsteren Geheimnissen und unwirtlichen (Seelen-)Landschaften erzählten und sich den Träumen von längst verfallenen Whiskey-Kaschemmen und Blues-Scheunen aus Zeiten der Prohibition hingaben. The Bones Of J.R. Jones wusste mit dieser rohen Gangart – die sich auf Stücken wie „The Drop“ vom aktuellen Tonträger „Ones To Keep Close“ bereits andeutete – zu überzeugen wie auch durchaus zu überraschen, wer das ureigene, von den ersten Tonträgern gewohnte Downtempo-Crossover aus Alternative-Country-Grübeln, Appalachen-Bluegrass-Finessen und inbrünstiger, kantiger Gospel-/Roots-Blues-Emotion erwartete, fand sich nur punktuell wieder im sporadisch angespielten, Herz- und Gemüts-anrührenden Liedgut und in den leiseren Tönen, etwa mit der nachdenklichen Ausnahme-Ballade „Hearts Racing“, der glänzend gelaunte Linaberry wollte an diesem Abend in erster Linie den mitreißenden Publikums-Anheizer geben, und das ist ihm – den euphorischen Reaktionen auf der Tanzfläche und dem überschwänglichen Applaudieren nach zu schließen – auch bestens geglückt.
Der amerikanische Indie-Songwriter spielte am Dienstagabend neben seinen nachweislich herausragenden musikalischen und kompositorischen Talenten einmal mehr alle seine Trümpfe als fescher und schwer für sich einnehmender Entertainer aus, auf der Bühne wie später beim individuellen Austausch am Merch-Stand, das dürfte auch den überdurchschnittlichen Anteil an schönen Frauen im Publikum an diesem Abend erklären, man mag sich das Bild gar nicht ausmalen, in dem sich der Mann in einer anderen Welt als Mainstream-Crooner vor ein-zweideutigen Angeboten nicht mehr retten kann, Gottlob ist er mit seinem Musizieren nach wie vor unbeirrbar auf der richtigen Seite des East River unterwegs, vom Meister selbst in der letzten Zugabe mit einer Verneigung vor dem großen Delta-Blues-Urahnen Son House unterstrichen.
Jonathon Linaberry hat in den vergangenen zwei Jahren vom Wohnzimmer der Icedigger-Oma einen Riesen-Sprung auf das Podium mit dem Anker im Unter Deck in Sachen Bühnenpräsenz und offensiver, extrovertierter Garagen-Blues-Vehemenz getan, und sollten ihn seine Wege dereinst doch noch auf die großen Konzerthallen- und Stadien-Bühnen führen, so bleibt uns zwar nicht immer Paris, so wie einst Frau Bergman und Herrn Bogart, aber doch diese jeweils auf ihre eigene Art großartigen Oberbayern-Abstecher nach München und Rosenheim in der noch jungen Karriere von The Bones Of J.R. Jones…

Jonathon Linaberry / The Bones Of J.R. Jones ist im näheren und weiteren Umland im Rahmen seiner Europa-Tournee noch zu folgenden Gelegenheiten live zu genießen, do yourself a favour:

23.10.Luxembourg – De Gudde Wëllen
24.10.Stuttgart – Merlin Kulturzentrum
25.10.Köln – Bumann & Sohn
26.10.Amsterdam – Q-Factory
27.10.Bremen – Karton
28.10.Copenhagen – Ideal Bar
29.10.Berlin – Monarch

Still Or Sparkling? präsentieren in den kommenden Monaten folgende Veranstaltungen, auch sehr knorke:

21.11.Molly Burch – München – Unter Deck
04.12.Lera Lynn – Köln – Blue Shell
06.12.Lera Lynn – München – Unter Deck
03.02.Jimi Tenor & Band – München – Rote Sonne
07.02.Daniel Knox – München – Heppel & Ettlich

The Brian Jonestown Massacre + LeVent @ Technikum, München, 2018-09-30

Anton Alfred Newcombe, seines Zeichens Chef-Psychedeliker des Brian Jonestown Massacre, hat in den vergangenen Jahren seine Zelte hinsichtlich Arbeit, Familie und dem ganzen Rest-Leben in der Bundeshauptstadt Berlin aufgeschlagen, von dort brachte er zur Eröffnung des schmissigen Indie-Abends am vergangenen Sonntag im Münchner Technikum die Lärmexperten von LeVent mit, das gemischte Trio rekrutiert sich aus alten Hasen der Indie-Szene – by the way, darf man sowas heutzutage überhaupt noch schreiben über eine Band, die sich mehrheitlich aus Frauen zusammensetzt, die darüber hinaus auch nicht alt sind, Sexismus, #MeToo-Debatte, Ihr wisst schon? –  Sängerin/Gitarristin Heike Marie Rädeker erwarb sich jedenfalls ihre internationalen Meriten mit der deutsch-dänischen Noise-Combo 18th Dye, die in den Neunzigern vor allem in der angloamerikanischen Musiklandschaft einen guten Ruf genoss und zur Tonträger-Produktion von keinem Geringeren als Steve Albini unter die Fittiche genommen wurde, Drummer Frank Neumeier mischte beim schwerst genehmen „Black Axis“-Album des Caspar Brötzmann Massaker mit (noch ein Blutbad, wie passend zu diesem Abend), gemeinsam waren Rädeker und Neumeier vor ungefähr einem Vierteljahrhundert in der Berliner Krach-Kapelle Wuhling involviert, nicht die schlechtesten Referenzen für das gemeinsame Projekt LeVent, das im Vorjahr ein allseits gelobtes, selbstbetiteltes Debüt-Album an den Start brachte, zu dem auch Anton Newcombe ein paar Gitarren-Töne beisteuerte und das zum Trio von der US-amerikanischen Wahl-Berlinerin Maryna Russo am Bass komplettiert wird. Die junge Frau aus den Staaten gab mit ihrem stoischen Anschlag der vier Saiten am Sonntagabend die Richtung vor für das intensive Treiben aus heftigem Gitarren-Noise, erschütterndem Grunger-Mahlstrom und entfesseltem Getrommel, die schneidenden Postpunk-Gitarren-Riffs, die schreienden Feedbacks und das Bass-lastige Poltern drifteten beizeiten in einen psychedelischen, Kraut-lastigen Prog-Flow, was den zu Teilen eindimensionalen Sound Spannungs-fördernd mit differenzierten Nuancen anreicherte.
Bevor jedoch die bunten Bilder und das Outspacen in andere Galaxien zum zentralen Thema mutierten, zog das Trio mit krachendem Getöse die Reißleine, klatschte das Klanggebilde zurück auf den harten Asphalt der Großstadt und wusste damit für eine halbe Stunde im Rahmen des Opener-Gigs durchaus bestens zu unterhalten. Die Band gab sich erst gar nicht den Anschein, das Rad in der lauten Indie-Rockmusik komplett neu erfinden zu wollen und machte damit grundlegend nichts falsch, Heike Marie Rädeker mag zwar dem Vernehmen nach die Vergleiche mit einer gewissen New Yorker No-Wave-/Indie-Noise-Institution nicht mehr hören, es gibt auf dieser Welt beileibe weitaus schlechtere Referenzen, so wie es in einem langen Konzertgänger-Leben auch schon weiß Gott belanglosere Abend-eröffnende Special-Guest-Gigs als den von LeVent am vergangenen Sonntag im Technikum gab.

Im Hauptfilm dann der Anton himself mit seiner kalifornischen Indie-Psychedelic-Institution: Das 1990 in San Francisco aus der Taufe gehobene, nach einem dahingeschiedenen Stones-Gitarristen und einem sektiererischen Massen-Selbstmord benannte Brian Jonestown Massacre mit Newcombe als einzige personelle Konstante ist seit Dekaden eine feste Größe im internationalen Tourbetrieb des alternativen Rock-and-Roll-Zirkus, damit konnte kaum was anbrennen zum Wochenend-Ausklang in Sachen beschallendes Entertainment, zumal dem Kollektiv allerspätestens seit seinem zweieinhalbstündigen Intensivst-Konzert-Marathon vom Spätsommer 2016 im Münchner Strom in dieser Stadt ein Ruf als exzellente Live-Kapelle vorauseilt. Ist dann auch kaum was angebrannt, wenn auch Newcombe an diesem Abend nicht die allerbeste Laune vor sich her trug und im Verlauf des Auftritts unvermittelt ein angespieltes Stück abrupt stoppte, um seinen beiden Gitarristen die unmissverständliche Ansage vor den Latz zu knallen, dass er den seiner Meinung nach falschen und leiernden Saiten-Anschlag zu der Nummer nach etlichen Wochen jetzt gründlich leid sei, die Mitmusiker nahmen’s wie gemaßregelte Schulbuben zur Kenntnis, perplex wie seinerzeit der Tour-Gitarrist von Iggy Pop, als ihm im Rahmen der „American Caesar“-Tour anno 1993 im Münchner Terminal Herr Osterberg nach einem falsch angespielten Intro kurzerhand eine betonierte. Handgreiflich wurde es am Sonntag allenfalls im Deppen-Eck des Auditoriums beim Pogo, der sich zu dieser Musik dann doch als der weithin unpassende Ausdruckstanz gerierte.
Die Setlist des Brian Jonestown Massacre reichte an dem Abend zwar nicht für die legendären 150 Minuten, knapp 2 Stunden waren es dann doch an umfangreicher Werkschau über das stattliche Œuvre der Band, das von ausgewählten Titeln des aktuellen Albums „Something Else“ bis weit zurück in die Neunziger zu Nummern des Debüts „Methodrone“ reichte, Newcombe und Co arbeiteten sich prächtig lärmend und Gitarren-jaulend durch ihren wunderbar melodischen, gespenstischen wie verhallten Desert-Rock-Wüsten-Trips, durch die psychedelischen, mit einem ureigenen Verständnis von Pop-Appeal versehenen Indie-Perlen, den experimentellen Neo-Folk und die BJM-charakteristischen, nebulösen Shoegazer-Herrlichkeiten.
Die Band wurde einmal mehr ihrem aus den Pop-historischen Sixites herübergeretteten Byrds- und 13th-Floor-Elevators-Ideal gerecht, mit krachenden, heulenden und verzerrten Gitarren, eingeflochtener Electronica und viel Hall für die Neuzeit in die richtige Passform gebracht.
Was Bandleader Anton an befremdlicher Maulfaulheit an diesem Abend in seinen knapp bemessenen und sporadischen Ansagen an den Tag legte, unterstrich die Band mit ihrem unnahbaren „Sunglasses After Dark“-Habitus und der damit mitschwingenden Velvet-Underground-Coolness, ein relaxter Stoizismus, der nur noch vom Bühnengebaren des heimlichen Frontmanns der Band getoppt wurde – man kann nur mutmaßen, was sich der altgediente BJM-Congo- und Tambourine-Spieler Joel Gion an beruhigenden Substanzen vor dem jeweiligen konzertanten Arbeitseinsatz einpfeift, und kommt nicht umhin, zum lakonischen Treiben des Mannes und seinem ultra-lässigen Geräusch- und Rhythmus-Geben in ein immerwährendes, breites Dauergrinsen zu verfallen – neben dem Kalifornier könnte wohl eine Atombombe einschlagen oder ein Jonestown-Massaker stattfinden, es würde ihm kaum ein Stirnrunzeln aufs Antlitz treiben.
Zum Abgesang dann gar neun-köpfiges Orchester, die beiden Roadies für die Betreuung des Equipments durften sich zusätzlich zur Stammformation die Stromgitarren umschnallen und in den lautmalerischen Kanon einstimmen, der in einem minutenlangen, rauschhaften Feedback-Drone mündete, quasi die Gemüts-antestende, unkonventionelle Zugabe zur Indiepop-musikalischen Vollbedienung. Etwas lärmendes Experiment findet beim Brian Jonestown Massacre immer seinen Platz, andere Formationen bestreiten mit derlei Gelichter ganze Konzertabende.
Man darf gespannt sein, wie lange das Technikum am ehemaligen Kunstpark-Ost-Gelände noch Konzertabende von erlesener Güte wie den vom vergangenen Sonntag erleben darf, die riesigen Baugruben der Gentrifizierungs-wütigen Investoren rücken immer weiter heran an die Lokalität…

Der letzte Termin der Europa-Tour des Brian Jonestown Massacre in unseren Breitengraden ist am kommenden Montag der 8. Oktober, die Band wird sich im Musikzentrum Hannover die Ehre geben. Niedersachsen, take your protein pill and put your helmet on.