Biografie

Reingelesen (61): Barney Hoskyns – Tom Waits: Ein Leben am Straßenrand

„Dieses ganze geheimnisvolle Getue um diesen total abgefahrenen Kerl und all dieser Charles-Bukowski-Mist. Niemand war wirklich so. Im Grunde genommen war er ein Lehrersohn aus der Mittelklasse von San Diego. Und was er da vorführte, war seine Vorstellung davon, wie abgefahren arme Leute waren.“
(Robert Marchese)

Barney Hoskyns – Tom Waits: Ein Leben am Straßenrand (2009, Heyne)

Eine Kultfigur, die sich von der Öffentlichkeit abschottet, ist schwer greifbar, siehe Extrembeispiel J. D. Salinger, derart vollumfänglich radikal wie einst der „Fänger im Roggen“-Autor entzieht sich Ausnahmemusiker Tom Waits den Medien zwar nicht, die Adresse seiner Heimstatt ist für Außenstehende indes streng geheim, für den Autor der vorliegenden Biografie waren weder er noch sein näheres Umfeld für Gespräche und Hilfestellung bereit, somit also kein leichtes und risikofreies Unterfangen, den kalifornischen Barden, Songwriter und Schauspieler Waits zu porträtieren, der englische Musikkritiker Barney Hoskyns ist das Wagnis eingegangen und hat trotz der widrigen Umstände im Rahmen der Recherche durchaus Passables zu Papier gebracht.

Tom Waits kommt 1949 in Pamona im Los Angeles County als Kind eines Schullehrer-Ehepaars zur Welt, der Vater Jesse Frank Waits verlässt 1960 die Familie, dem Musiker bleibt in späteren Jahren vor allem die Alkoholsucht des Altvorderen als familiäres Erbe, erst im mittleren Alter wird er seine eigenen Probleme als regelmäßiger Trinker in den Griff bekommen. Geschichten aus dem persönlichen Umfeld und die speziellen Marotten der Verwandtschaft finden mehrfach thematisch in späteren Songtexten Eingang.

„Da ich ohne Vater aufwuchs, war ich ständig auf der Suche nach einer Vaterfigur. Diese Typen wurden so etwas wie Vaterfiguren für mich. Kerouacs „On the Road“ zu lesen, bereicherte meinen Alltag um ein aufregendes Quäntchen Mythologie und führte dazu, dass ich mich, angetrieben von Forscherdrang und voll Neugierde auf die Details des Lebens, selbst on the road begab.“
(Tom Waits)

Waits heuert im Alter von 21 Jahren beim Zappa-Manager Herb Cohen an, der bringt ihn 1972 beim Asylum-Label unter, der Plattenfirma von Bands und Musikern wie den Eagles oder Jackson Browne, deren Musik wie auch deren Lebensstil Waits völlig fremd sind. Der amerikanische Westcoast-Sound ist sein Ding nicht, eine bekannte Folk-Formation verspottete er als „Crosby Steals The Cash“, über die Cover-Version von „Ol‘ 55“ der Eagles, die ihm immerhin ordentlich Tantiemen in die Kasse spülte, rümpfte er verächtlich die Nase.

Für landesweite Konzertreisen schickt Cohen seinen Schützling zur Promotion als Eröffnungsnummer auf Tour mit Frank Zappa und den Mothers, Waits geht beim feindseeligen, extrem kritischen Zappa-Publikum durch eine harte Schule und stellt aufgrund der negativen und ablehnend Resonanz, die er aus diesem Lager erfährt, erstmals die Sinnfrage hinsichtlich seines künstlerischen Schaffens.

Autor Hoskyns widmet sich in seiner Waits-Biografie ausführlich den ersten Engagements des Sängers im Troubadour Nightclub in West Hollywood Anfang der Siebziger, den musikalischen wie literarischen Einflüssen, Dylan, Monk, Louis Armstrong, Dr. John, Howlin‘ Wolf auf der einen, explizit die Beat-Autoren Kerouac und Ginsberg plus Suff-Poet Bukowski auf der anderen Seite, bei letzterem stößt die Musik Waits‘ auf wenig Gegenliebe, erst kurz vor seinem Ableben wird der Underground-Schreiber mildere Worte für den geistesverwandten Songwriter finden. Seine Freundschaft zum Musiker-Kollegen Chuck E. Weiss und seine Affäre mit der Sängerin Rickie Lee Jones werden ausführlichst thematisiert, wie sein Abhängen im vermüllten Zimmer des Tropicana Motel, das er jederzeit der von ihm verachteten Laurel-Canyon-Szene um Joni Mitchell und David Crosby vorzog.

„Natürlich war sein Gehabe aufgesetzt, und natürlich rieb man sich daran und dachte: ‚Okay, dass er in Wahrheit kein Jazzbo-Beatnik aus den Fünfzigern ist, weiß jeder‘. Aber was er tat, hatte einfach Qualität.“
(Tom Nolan)

Hinsichtlich Plattenaufnahmen gelingt Waits mit einer feinen Bar-Jazz- und Folk-Balladen-Sammlung ein mehr als passabler Einstieg in die Musikindustrie, ergreifende Nummern wie das bereits erwähnte „Ol‘ 55“, „I Hope That I Don’t Fall in Love with You“, „Ice Cram Man“ und „Rosie“ tragen auf „Closing Time“ (1973, Asylum) zu einem exzellenten Debüt-Album bei, auf den folgenden Longplayern wird sich der Waits-Stil bis Anfang der Achtziger weg vom Folk, hin zum Piano-Jazz und Bar-Blues entwickeln, in den Texten thematisch permanent in einer Verbindung aus Tragik und Romantik zugange. Ab den späten Siebzigern ist Waits – oft nur in Nebenrollen – als Schauspieler in Kinofilmen zu sehen, diverse Male in Produktionen von Francis Ford Coppola, herausragend in seiner Karriere als Mime sind die Hauptrolle in Jim Jarmuschs Low-Budget-Klassiker „Down By Law“ aus dem Jahr 1986 an der Seite von Avantgarde-Jazz-Musiker John Lurie und dem italienischen Schauspieler Roberto Benigni und sein Auftritt in Robert Altmans Episoden-Film-Meisterwerk „Short Cuts“ im Jahr 1992.

Seine frisch angetraute Frau Kathleen Brennan bringt ihm Anfang der Achtziger die musikalische Welt des Blues-Avantgardisten und Zappa-Spezis Don Van Vliet aka Captain Beefheart näher, unter dem Einfluss der Arbeiten des unkonventionellen Experimental-Rock-Musikers und weiterer Outsider-Komponisten wie dem kalifornischen Musik-Theoretiker Harry Patch entwickelt Waits die Songs für sein Album „Swordfishtrombones“ und gibt damit gleichzeitig die stilistische Marschrichtung vor für weitere, folgende Ausnahme-Alben wie „Rain Dogs“, „Bone Machine“ oder seine musikalischen Kollaborationen mit dem experimentellen Theatermacher Robert Wilson. Elektra-/Asylum-Chef Joe Smith ist entsetzt vom neuen Material, es kommt 1982 zum endgültigen Bruch mit seinem angestammten Plattenlabel, das Werk erscheint auf dem Island-Label von Chris Blackwell, die Welt lernt den experimentierfreudigen Kunstmusiker Waits kennen, wie er ab diesem Zeitpunkt bis zum heutigen Tag in den Feuilletons dieser Welt abgefeiert wird, passe ist der von Thelonious Monk, Dr. John, Randy Newman und Charles Bukowski beeinflusste Bar-Blues und Jazz früherer Tage. Waits‘ weitere Alben sind geprägt vom Tüfteln auf kaputten Instrumenten, Kurt-Weill-Anlehnungen, exotischer Marimba-Rhythmik, New-Orleans-Beerdigungskapellen-Gebläse, schrägem Folk, Swamp-Blues und dem Avantgarde-Gitarrenspiel seines zukünftigen, langjährigen Kollaborateurs Marc Ribot.

Barney Hoskyns hat von Seiten Waits/Brennan beim Verfassen seiner Biografie keinerlei Unterstützung in Form von Interviews, beantworteten Briefen oder telefonischen Gesprächen bekommen, darüber hinaus hat das Paar offensichtlich nichts unversucht gelassen, um den eigenen Inner Circle von einer Zusammenarbeit mit dem Autor abzuhalten, der im Anhang veröffentlichte Mail-Verkehr, unter anderem mit dem Management von Stones-Gitarrist Keith Richards und mit Rickie Lee Jones, dokumentiert das hinlänglich.
Hoskyns stützt sich in seiner Recherche auf wenige, Jahrzehnte-alte Interviews, die er in seiner Eigenschaft als Musikjournalist in der Vergangenheit mit dem Star führen durfte, und auf Erinnerungen von Zeitgenossen, denen das Wohlwollen des Musikers egal war oder die längst keinen Kontakt mehr zu Waits hatten.
Unter diesen Umständen ist die Arbeit von Hoskyns grundsätzlich zu loben, auch wenn der Leser aufgrund fehlender Informationen aus erster Hand die unterhaltsamen Anekdoten aus dem Leben des großen Musikers oft vergeblich sucht. Der Autor lässt seine eigenen Interpretationen und Eindrücke zur Waits-Musik und -Vita Revue passieren, dass ist nichts Verwerfliches, der deutsche Autor Christoph Geisselhart hat es mit diesem Ansatz zu einer dreibändigen, lesenswerten, 1.400-seitigen Dokumentation über die britische Rock-Institution The Who gebracht, auch im Fall von Hoskyns und Waits funktioniert diese Herangehensweise leidlich, zumal sie gespickt ist mit latent zur Ironie neigenden Spitzen des Autors in Richtung seines Helden, die jedoch nie sein Fan-Dasein verleugnen und die grundlegende Zuneigung zum verehrten Musiker erkennen lassen.
Die ausführliche Besprechung und Interpretation der kompletten Songs jeder einzelnen Waits-Veröffentlichung zelebriert der Autor bis zum Exzess, so genau mag man’s als Hörer oder Leser dann oft doch nicht wissen, und den Begriff der „Pastiche“, den Hoskyns bei seiner vergleichenden Beschreibung von einzelnen Waits-Songs weit über Gebühr bemüht, den mag man als Leser irgendwann auch nicht mehr durchgehen lassen, ohne aufkommende Verärgerung über diese auf Dauer unoriginelle Form der Referenz zu verspüren.
Anyway, ein willkommener Anlass, um den ein oder anderen Tonträger des Sängers mit der ruinierten Stimme aus dem Plattenschrank zu ziehen und abzutauchen in die wundersam-wirre Welt einer alkoholgetränkten, versponnenen Parallelwelt-Romantik ist die Lektüre des Hoskyns-Werks allemal.

Bezeichnend ist die Geschichte zum Schlusskapitel des Buchs: Barney Hoskyns wartet im verregneten schottischen Sommer 2008 nach einem Waits-Konzert im Edinburgher Playhouse am Tourbus auf seinen Star, um persönlich endlich ein paar Worte mit ihm zu wechseln, Waits indes sitzt bereits im Bus, ist dem Fan wieder einmal enteilt und bleibt für ihn weiter unerreichbar, eine bezeichnende Metapher für die Arbeitsgrundlage zu dieser Biografie.

„Wenn Sie heute wirklich etwas suchen müssen, dann den Ausweg.“
(Tom Waits)

Der Brite Barney Hoskyns ist Musikjournalist und Redakteur des Online-Musikarchivs Rock’s Backpages. Seine Artikel erschienen unter anderem in Fachpostillen wie Melody Maker, New Musical Express und Rolling Stone. In den neunziger Jahren war er US-Editor des renommierten Mojo Magazine. Hoskyns ist der Autor mehrerer Bücher über Themen wie Glamrock, die Laurel-Canyon-Szene, Haight-Ashbury und die englischen Hardrock-Pioniere Led Zeppelin. Barney Hoskyns und seine Familie leben in London, mit dem Ultravox-Musiker Midge Ure ist er verschwägert.

Tom Waits veröffentlicht sporadisch weiterhin Alben, zuletzt im Jahr 2011 den sehr hörenswerten Experimental-Blues-Longplayer „Bad As Me“ beim kalifornischen Indie-Label ANTI-. Etliche Mainstream-Artisten wie Rod Stewart und Bruce Springsteen haben in der Vergangenheit Coverversionen seiner Songs interpretiert und somit, durch die Verkaufszahlen bedingt, einen nicht unerheblichen Anteil an der Vermögensbildung des Kultmusikers.

Reingelesen (57): Robert Hilburn – Johnny Cash: Die Biografie

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„Obwohl sein Ansehen und sein Können stetig wachsen, bleibt der Mann in Schwarz mit beiden Füßen fest auf dem Boden. Er ist einer der beliebtesten und am meisten verehrten Stars der Welt.“
(Gedenktafel für Johnny Cash, Country Music Hall Of Fame, Nashville/Tennessee)

„Till things are brighter, I’m the Man In Black“
(Johnny Cash)

„And once you’re gone
You can never come back
When you’re out of the blue
And into the black“
(Neil Young, My My, Hey Hey (Out Of The Blue))

Robert Hilburn – Johnny Cash: Die Biografie (2016, Berlin Verlag)

Von der Wiege bis zur Bahre alles aufgeschrieben in einer umfangreichen Biografie von Robert Hilburn über den Mann, von dem sein Freund und Country-Musikerkollege Merle Haggard im persönlichen Nachruf angemerkte: „Er war wie Abraham oder Moses – einer dieser großen Männer, die der Welt ab und zu geschenkt werden. Es wird nie einen anderen Man in Black geben.“ – Johnny Cash: ein Leben auf der Überholspur, die zahlreiche Schlaglöcher bereithielt, getrieben von den Dämonen der Sucht und dem Ruhm der Bühne, eine Karriere-Achterbahn ohne Beispiel, final zu einem würdigen Ende gebracht, angereichert mit den gängigen Superstar-Ingredienzen Wein, Weib, Gesang.
Hilburn hat ausführlichst dokumentiert, kenntnisreich erzählt er die Geschichte vom harten Leben des jungen J.R. Cash auf den Baumwollfeldern während der großen Depression in Dyess/Arkansas, dem frühen Verlust des geliebten Bruders, der Militärzeit des jungen Mannes im bayerischen Landsberg, während der er täglich seine angebetete Vivian per Briefwechsel anschmachtete, nur um nach Hochzeit im Jahr 1954 die Country-Star-Karriere in Schwung zu bringen und zuhause zwecks fleißigem Touren quasi nur noch zur Zeugung der vier gemeinsamen Töchter und zum zwischenzeitlichen Ausnüchtern anzutreffen war.
Die Ehe wird 1966 geschieden, Cash ist zu der Zeit bereits seit einer Weile mit seiner späteren Frau und Duett-Partnerin June Carter aus dem legendären Carter-Family-Clan liiert, schwer Amphetamin-abhängig und der amerikanische Country-Music-Star schlechthin, dank einem bei Sun Records erschienen exzellenten Frühwerk mit vielen späten Klassikern und nicht minder gelungenen Folge-Alben beim führenden Columbia-Label wie „The Fabulous Johnny Cash“ (1958), „Songs Of Our Soil“ (1959), dem Konzeptalbum „Ride This Train“ (1960) oder dem mit etlichen Coverversionen seines Freundes und Seelenverwandten Bob Dylan gespickten Prachtwerk „Orange Blossom Special“ (1965) und oft mitreißenden Live-Auftritten legt die Country-Legende einen Karriere-Frühstart hin, wie er nur wenigen Künstlern beschieden war, mit den bei frühen Aufnahmesessions in Sam Phillips‘ Sun Records kennengelernten, angehenden Stars wie Elvis Presley, Jerry Lee Lewis oder Carl Perkins bewegt sich der Musiker von Anfang an unter seinesgleichen.

Nicht nur aufgrund der auch mit seiner zweiten Frau June auftretenden Eheprobleme wird es für Cash ab Mitte der sechziger Jahre erstmals ungemütlich, die zunehmend ausgeprägte Drogensucht durch permanente Einnahme von Aufputsch-Mitteln inklusive der Verhaftung im Rahmen einer Razzia in El Paso, der Tour-Stress und das unstete Leben fordern ihren Tribut, die Fans stehen nicht mehr bedingungslos hinter dem mit den langjährigen Mitmusikern Luther Perkins und Marshall Grant entwickelten „Boom Chicka Boom“-Sound, die Hippie-Ära wirft mit den Beatles, den Stones, den Doors, den Grateful Dead und unzähligen anderen neuen Bands ihre Schatten und bietet vor allem spannendere musikalische Grenzerfahrungen für das junge amerikanische Pop-Publikum, der als ländliche Farmer-Musik abgestempelte Country-Folk mag die Kassen bei Columbia Records nicht mehr zur Zufriedenheit des Managements füllen.
Cash reißt das Ruder mit seinem genialen Auftritt im kalifornischen Folsom Prison noch einmal herum, der im Mai 1968 veröffentlichte Live-Mitschnitt des Benefizkonzerts vor einem Saal schwerer Jungs übertrifft alle künstlerischen und vor allem auch kommerziellen Erwartungen, dem Album, das in keiner ernstzunehmenden Besten-Liste und Plattensammlung fehlt, folgt nach einigen Best-Of-Samplern und dem religiösen, wenig überzeugenden Konzeptalbum „The Holy Land“ mit „Johnny Cash At San Quentin“ ein weiterer in einer Strafvollzugsanstalt aufgenommener, höchst erfolgreicher Live-Meilenstein. Cash festigt damit seinen Superstar-Status, betreibt von 1969 bis 1971 seine eigene TV-Show, in der neben Country-Größen auch Musiker wie Louis Armstrong, Neil Young oder Bob Dylan auftreten, Cash und Mr. Zimmerman schätzen sich gegenseitig außerordentlich, was im gemeinsam aufgenommenen Stück „Girl From The North Country“ für die exzellente Dylan-Country-Rock-LP „Nashville Skyline“ (1969, Columbia) mündet.

„Johnny war und ist der Polarstern, du konntest deinen Kurs nach ihm ausrichten – der Größte der Großen, damals wie heute.“
(Bob Dylan, Rolling Stone, 16. Oktober 2003)

Für Cash folgen harte Zeiten in den siebziger und achtziger Jahren, Manager-Wechsel, Eheprobleme, Zerwürfnisse mit Mitmusikern. Columbia lässt ihn aufgrund nachlassender Kreativität und Verkaufszahlen Ende der Achtziger fallen, die folgenden Alben beim Mercury-Label sind – mit einer Ausnahme, siehe unten – allenfalls von durchwachsener Qualität, Cash kämpft – oft erfolglos – gegen seine Drogensucht, engagiert sich für die sogenannten „Kreuzzüge“ des befreundeten Fernsehpredigers Billy Graham (wenn er’s packt, wird der nächstes Jahr 100!), Achtungserfolge erzielt er vor allem mit der Country-Supergroup The Highwaymen, mit der er sporadisch zusammen mit seinen Freunden Willie Nelson, Kris Kristofferson und Waylon Jennings veröffentlicht und auftritt.

Das Blatt wendet sich, als der Produzent und Def-Jam-/American-Recordings-Labelchef Rick Rubin Kontakt zu Cash aufnimmt, nach anfänglicher Skepsis lässt sich der Country-Altstar auf einige Akustik-Solo-Sessions ein, der Rest ist die hinlänglich bekannte Geschichte einer beispiellosen Wiederauferstehung: Unter der Ägide des Metal- und Hip-Hop-Produzenten Rubin schwang sich der zu der Zeit bereits schwer mit gesundheitlichen Problemen kämpfende Cash zu nicht mehr geahnten kreativen Höhen auf, es entstanden die hochgelobten „American“-Alben, mit grandiosen Interpretationen von Country-fernem Fremdmaterial, oft unter Schmerzen eingespielt, mit die besten Aufnahmen, die der Man in Black neben seinen richtungsweisenden ersten Sun-Records-Einspielungen, dem Columbia-Frühwerk und den berühmten Knast-Live-Platten veröffentlichte.

„Meiner Treu, was geht’s mich an; ein Mann kann nur einmal sterben; wir schulden Gott einen Tod, und wie’s auch gehen mag, wer dieses Jahr stirbt, braucht’s im nächsten nicht mehr zu tun.“ Der große Shakespeare hat es vor Jahrhunderten auf den Punkt gebracht. Viel ist geschrieben und lamentiert worden in den letzten Monaten, dass 2016 hinsichtlich Dahinscheiden von großen Musikern ein allzu schreckliches Jahr war, dabei haben einige der ganz Großen bereits lange vorher die letzte Reise angetreten, Hendrix, Coltrane, Zappa, Beefheart, die alten Bluesmänner, Keith Moon, Lou Reed, Townes Van Zandt, you name it, am 12. September 2003 hat sich Johnny Cash nach 71 Jahren beispiellosen Lebens in die Hände seines Gottes begeben, er ruht in den Hendersonville Memory Gardens am Johnny Cash Parkway an der Seite seiner geliebten Frau June, die ihm nur wenige Monate vorher im Mai vorausging, einer Frau, ohne die der Man in Black wahrscheinlich nicht annähernd so alt geworden wäre, die ihm immer wieder seine Grenzen setzte und die ihm treu zur Seite stand, vor allem in seinen harten Zeiten im Kampf gegen die Drogensucht und in den schweren Stunden des kreativen Selbstzweifels.

„Es gab den Großstadt-John, den ländlichen John, den College-John, den Sträfling John und den Weißes-Haus-John. Ich war verblüfft, wie sehr er sich auf sein Publikum und dessen Gefühlswelt einstellen konnte und stets etwas in seiner eigenen Erlebniswelt fand, mit dem er eine Brücke bauen konnte.“
(John Hilburn, Johnny Cash. Die Biografie, 17, Die Totenwache, IV)

Der amerikanische Musik-Journalist Robert Hilburn hat sich im vorliegenden Buch neben der Vita Cashs als Musiker und den qualitativ die ganze Bandbreite abdeckenden, unzähligen Platten-Veröffentlichungen vor allem mit der Zerrissenheit des Bibel-festen Country-Stars zwischen Gottesfürchtiger Moralvorstellungen und ausgeprägtem Wohlwollen für die Mitmenschen und den Abgründen seiner Drogensucht mit den einhergehenden Verwerfungen im Freundes- und Familien-Kreis ausgiebigst auseinandergesetzt.
Hilburn ist bei weiten nicht der erste, der eine Biografie über Johnny Cash verfasst hat, der Musiker selbst hat neben zahlreichen anderen Autoren mehrere (auto)biografische Schriften verfasst, von Franz Dobler gibt es gewiss auch eine originellere, siehe unten, a good read ist das Buch von Hilburn allemal, was für die Lektüre dieses aktuellen Werkes spricht, ist die Detailtreue, die ausführliche und objektive Würdigung der komplexen Person Johnny Cash und vor allem das Insider-Wissen zu vielen Begebenheiten, Gerüchten und Aussagen Cashs, Hilburn kennt zahlreiche langjährige Weggefährten und Verwandte des Country-Stars persönlich, er hat als Journalist unzählige Interviews mit Johnny Cash selbst und den ihm Nahestehenden geführt, und er war nicht zuletzt beim legendären Konzert im Folsom State Prison im Januar 1968 selbst vor Ort.

Der 1939 in Louisiana geborene Robert Hilburn arbeitete von 1970 bis 2005 als Kritiker und Musik-Redakteur für die Los Angeles Times, seine Arbeiten wurden weltweit in Magazinen publiziert. 2009 erschienen seine Memoiren „Corn Flakes with John Lennon (And Other Tales from a Rock ‘n’ Roll Life)“. Hilburn ist Mitglied des Nominierungskomitees der Rock and Roll Hall Of Fame. Er begleitete Johnny Cash wie erwähnt 1968 beim Folsom-Prison-Konzert, die Sex Pistols auf ihrer ersten und gleichzeitg finalen US-Tour 1977/78 und Bob Dylan bei seinem ersten Israel-Gig. Robert Hilburn lebt mit seiner Frau in Los Angeles, er moderiert die wöchentliche Radio-Show „Rock ’n‘ Roll Times“ beim ortsansässigen Sender KCSN.

Appendix:

Franz Dobler – The Beast In Me. Johnny Cash …und die seltsame und schöne Welt der Countrymusik (2004, Heyne Verlag)
Keiner schreibt lakonischer, subjektiver und geistreicher über Country-Musik im Allgemeinen und Cash im Besonderen als the beloved Augsburger Autor, Blogger, Rezitator und Journalist Franz Dobler. Persönlich nach wie vor die favorisierte Biografie über den Man in Black.

Michael Streissguth – Johnny Cash at Folsom Prison: Die Geschichte eines Meisterwerks (2006, Rogner & Bernhardt)
Schöner Doku-Band mit vielen Bildern zum berühmten Knast-Konzert vom amerikanischen Musikjournalisten Michael Streissguth, der im übrigen in den 00er-Jahren auch eine Cash-Biografie verfasst hat.
Zum Buch gibt es eine sehenswerte Film-Doku über das Folsom-Prison-Konzert von Regisseur Bestor Cram, die ab und an schon bei Arte und 3sat gezeigt wurde. Dicker Tipp.

Reinhard Kleist – Cash. I see a Darkness (2006, Carlsen)
Wer sich nicht durch hunderte von Biografie-Seiten lesen will, kann die wichtigsten Details im Leben des Country-Stars auch mit dem Comic des Zeichners und Illustrators Reinhard Kleist in wunderschönen Schwarz-Weiß-Bildern nachvollziehen. Seine Bildergeschichte über Cash wurde beim Internationalen Comic-Salon in Erlangen 2008 mit den Max-und-Moritz-Preis als bester deutschsprachiger Comic ausgezeichnet.

Edith Raim, Sonja Fischer – Don’t Take Your Gun To Town – Johnny Cash und die Amerikaner in Landsberg 1951 – 1954 (2015, Volk Verlag)
Der Begleitband zur wunderbaren Ausstellung, anno 2015 im Neuen Stadtmuseum zu Landesberg am Lech. Neben einer allgemeinen Doku über die amerikanische Besatzung im deutschen Süden nach Ende des zweiten Weltkriegs enthält der Band Material zur Zeit Cashs in Landsberg und ein ausführliches Interview, dass die Zündfunk-Redakteurin Judith Schnaubelt im Rahmen des englischen Glastonbury-Festivals 1994 mit der Country-Legende führen durfte.

Bill Friskics-Warren – Johnny Cash. The Man in Black and White, and every Shade in between, aus: The Best of No Depression: Writing About American Music, hrsg. v. Grant Alden und Peter Blackstock (2005, University Of Texas Press)
Auf 10 Seiten alles Wesentliche komprimiert zur Vita Cashs im Artikel aus Issue #42/ Nov-Dec 2002 des weltbesten „Bimonthly Alternative Country (whatever that is)“-Magazins.

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Tonträger kann man von Johnny Cash nie genug haben, hier eine subjektive Auswahl der wichtigen Titel:

Auf den ersten Sun-Records-Alben sind bereits einige seiner All-Time-Klassiker wie „I Walk The Line“, „Big River“ oder „Folsom Prison Blues“ enthalten:
With His Hot And Blue Guitar (1957)
Sings the Songs That Made Him Famous (1958)

Bei Columbia Records hat er vor allem von Ende der fünfziger bis Ende der sechziger Jahre hervorragende Alben veröffentlicht, inklusive der beiden legendären Liveaufnahmen von den Konzerten in kalifornischen Justizvollzugsanstalten:
The Fabulous Johnny Cash (1959)
Hymns By Johnny Cash (1959, ein Gospel-Album)
Songs Of Our Soil (1959)
Ride This Train (1960, ein Konzeptalbum über die Geschichte der US Rail)
Orange Blossom Special (1965, enthält einige Dylan-Coverversionen)
At Folsom Prison (1968, Live)
At San Quentin (1969, Live)
Silver (1979)
Johnny 99 (1983, mit einigen, man ahnt es, Springsteen-Coverversionen)
Johnny Cash At Madison Square Garden (2002, Live, posthum veröffentlicht)

Aus seiner Zeit bei Mercury Records ist nur das folgende Werk erwähnenswert, nicht zuletzt wegen der flotten Nummer „The Night Hank Williams Came To Town“:
Johnny Cash Is Coming To Town (1987)

Aus der Zusammenarbeit mit Rick Rubin für American/Sony ragen vor allem die drei folgenden Alben heraus, selbst bei einem Deppen wie U2-Bono kommt man nicht umhin, zuzugeben: er hat einen grandiosen Song für Johnny Cash geschrieben ;-)))
American Recordings (1994)
American III: Solitary Man (2000)
American IV: The Man Comes Around (2002)

Unearthed (2003, Universal; schöne 5-CD-Sammlung mit Outtakes, Alternativ-Versionen und einer Best-Of-Sammlung der American Recordings plus „My Mother’s Hymn Book“, einer Sammlung von Spirituals, die 2003 auch als separate CD veröffentlicht wurde)

Love, God, Murder (2000, Legacy/Columbia; tolle Themensammlung mit vielen wichtigen Cash-Nummern, wurde 2004 durch den gleichfalls sehr gelungenen Sampler „Life“ ergänzt)

Reingelesen (56): Philip Roth – Der menschliche Makel

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„Das Geheimnis, wie man mit einem Minimum an Schmerz ein Leben im Trubel der Welt führt, besteht darin, so viele Leute wie möglich dazu zu bringen, die eigene Verblendung zu teilen; der Trick, den man beherrschen muß, wenn man allein hier oben lebt, weit entfernt von den aufregenden Verstrickungen, Verführungen und Erwartungen, abgetrennt vor allem von der eigenen Intensität, ist, die Stille zu organisieren, den Überfluß der Stille hier oben auf dem Berg als Kapital zu betrachten, die Stille als einen Reichtum zu begreifen, der exponential zunimmt.“
(Philip Roth, Der menschliche Makel, Jeder weiß)

Philip Roth – Der menschliche Makel (2003, Rowohlt)

Der menschliche Makel als untilgbarer Schandfleck des Individuums, niemand ist mit sich im Reinen, jeder erfindet sich selbst, im Mindesten Teile der eigenen Vita, und das ist unter Umständen mit gewaltigen Lebenslügen verbunden, so die Lehre, die der Leser aus der Lektüre des Roth-Bestsellers „Der menschliche Makel“ ziehen mag.
In einer komplexen, wortgewaltigen Komposition entwirft Philip Roth über den beobachtenden Ich-Erzähler Nathan Zuckerman, der ab und an den Erzählstrang an ein allwissendes Über-Ich abgibt, den Lebensweg des 71-jährigen Coleman Silk, eines Professors für klassische Literatur am Athena College in Massachusetts.
In einem bereits zu dieser Zeit zutiefst verunsicherten Amerika Ende des 20. Jahrhunderts sieht das Land im Rahmen der sogenannten Lewinsky-Affäre dem Amtsenthebungsverfahren Bill Clintons durch das amerikanische Repräsentantenhaus entgegen, in dieser durch die Ansprüche der Political Correctness gereizten Atmosphäre verliert der jüdische Altphilologe Silk seinen Lehrstuhl durch einen harmlosen Scherz. Eine Äußerung über „dunkle Gestalten, die das Seminarlicht scheuen“, wird ihm zum Verhängnis, die fraglichen, Vorlesungen-meidenden Studenten sind Afroamerikaner, der Professor und frühere Dekan sieht sich mit dem Vorwurf des Rassismus konfrontiert.
Im Nachgang zur erzwungenen Emeritierung stirbt Silks Frau Iris an einem Schlaganfall, der von unbändiger Wut getriebene Ex-Professor bittet seinen Bekannten Zuckerman um eine Niederschrift der Umstände zur skandalösen Amtsenthebung.

„Lag sein Gewinn in der Tatsache, daß er alle täuschte, daß er das Ding durchzog, das ihm am besten gefiel, daß er inkognito durchs Leben ging, oder hatte er einfach die Tür zu einer Vergangenheit geschlossen, zu Menschen, zu einer ganzen Rasse, mit denen er keine persönlichen oder offiziellen Kontakte mehr haben wollte? Wollte er die gesellschaftlichen Hindernisse umgehen? War er nur ein echter Amerikaner, der, ganz in der großen Tradition der Pioniere, die demokratische Aufforderung befolgte, sich seiner Herkunft zu entledigen, sofern das dem Streben nach Glück diente?“
(Philip Roth, Der menschliche Makel, Das reinigende Ritual)

Im Fortgang des Romans offenbaren sich in Details die Meilensteine der Lebenslüge des vorgeblichen Ostküsten-Juden Silk, der selbst als Afroamerikaner geboren wurde, aufgrund seiner hellen Hautfarbe die Herkunft verschleiert, den Kontakt zu Mutter und Geschwistern in einem verstörenden Akt der Selbstverleugnung abbricht und durch Heirat in einen jüdischen New Yorker Anarchisten-Haushalt eine neue Identität annimmt, von seinem Vorleben werden weder seine Frau noch die vier gemeinsamen Kinder je erfahren.
Die Kinder Silks entfremden sich dem Altvorderen, nachdem er eine Beziehung mit einer wesentlich jüngeren Reinigungskraft eingeht, die vor allem auf sexueller Ebene funktionierende Partnerschaft mit der durch eine harte Lebensschule gegangene Faunia Farley stößt im gesellschaftlichen Umfeld des ex-Professors im Sinne der gesellschaftlichen Normen allerorten auf Missbilligung. Die Putzfrau, die mit einem traumatisierten Vietnam-Veteranen verheiratet war, die ihre gemeinsamen Kinder durch einen Zimmerbrand verlor und in der eigenen Kindheit vom Stiefvater missbraucht wurde, wird in Silks ehemaligem Umfeld zum Opfer seines Egos stilisiert, die Literaturprofessorin und ehemalige Hochschul-Kollegin Delphine Roux spielt dabei einen wesentlichen und unrühmlichen Part, auch sie eine Figur, die sich durch Neuinszenierung des eigenen Lebenswegs von ihrer französischen, traditionsbewussten Upper-Class-Familie abzusetzen versucht.
Eine zentrale Rolle in dem Drama fällt Lester Farley zu, ex-Gatte Faunia Farleys, ehemaliger Vietnam-Kämpfer, geplagt von einer Posttraumatischen Belastungsstörung und einer daraus resultierenden, massiven Asiaten-Phobie, getrieben vom Hass auf das amerikanische Establishment, bei dem nach einem als Therapie angedachten Besuch der Nachbildung des Vietnam Veterans Memorial sämtliche Dämme brechen und der so zur entscheidenden Figur hinsichtlich der finalen Katastrophe des Dramas wird.

„Eben noch war er Türschütze in Vietnam, hat Hubschrauber explodieren sehen, mitten in der Luft, und seine Kumpels sind durch die Luft geschleudert worden, gestern noch ist er so tief geflogen, daß er die brennende Haut riechen, die Schreie hören, ganze Dörfer in Flammen aufgehen sehen konnte, und einen Tag später ist er wieder in den Berkshires. Und jetzt gehört er wirklich nicht mehr dazu, und außerdem hat er inzwischen Angst, daß irgendwas über ihm zusammenschlägt.“
(Philip Roth, Der menschliche Makel, Jeder weiß)

Neben der vielschichtigen Thematik der Lebenslüge, die in jüngster Zeit mit dem verwaschenen Euphemismus des „sich neu Erfindens“ umschrieben wird, zeigt der Roman vor allem die sozialen Trennlinien und die Unüberwindbarkeit gesellschaftlicher Barrieren auf, das mag in einer einerseits relativ freien Gesellschaft wie der amerikanischen, die sich auf der anderen Seite massiv mit ethnischen Fragen auseinandersetzen muss, nicht anders sein als in der bundesrepublikanischen, wo Bildung, Herkunft und Klassenzugehörigkeit seit jeher eine nicht zu unterschätzende, abgrenzende Rolle spielen.

Roth ergeht sich in der Schilderung der dramatischen Verwerfungen in der Lust des Fabulierens, Themen werden gebührend ausgebreitet und erörtert, komplex, nahezu universell, aus verschiedenen Blickwinkeln durchleuchtet, und doch findet sich keine Silbe zuviel in den Formulierungen dieses wortmächtigen amerikanischen Sprachmeisters, der kraft seiner Herkunft den längst verdienten Literaturnobelpreis aufgrund dieser diesjährigen Dylan-Lachnummer wohl kaum mehr erleben wird, nachdem Roth das Attribut „jüdischer amerikanischer Schriftsteller“ erfüllt und der Proporz durch das Preis-vergebende Komitee vermutlich in den nächsten Jahren in andere Richtungen ausschlagen wird.

„Der menschliche Makel“ ist der letzte Teil der sogenannten „amerikanischen Trilogie“ von Philip Roth, die beiden vorausgehenden Werke „Amerikanisches Idyll“ (1997) und „Mein Mann, der Kommunist“ (1998) werden ebenfalls von Roth‘ fiktivem Alter Ego Nathan Zuckerman erzählt. Der Roman wurde 2001 unter anderem mit dem „PEN/Faulkner Award for Fiction“ ausgezeichnet, 2003 hat ihn Regisseur Robert Benton mit Anthony Hopkins und Nicole Kidman in den Hauptrollen erfolgreich verfilmt.
Philip Roth wurde 1933 in Newark/New Jersey geboren, er ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen amerikanischen Romanciers, sein vielfach ausgezeichnetes Werk trägt starke autobiographische Züge.