Blues

Konzert-Vormerker: James Leg

The great John Wesley Myers aka James Leg, Bluesman extraordinaire, Son of a preacherman, Fender Rhodes Keyboard Grandmaster from Rock City/Tennessee, lebenslang Dauerangestellter beim großartigen, sommerlichen Raut Oak Fest: Zur genehmen Überbrückung der Wartezeit auf das nächste Deep Blues Festival am schönen Riegsee derzeit auf Herbsttournee in Europa.
James Leg ist nach einer frühen Karriere als Kirchenmusiker erst Ende der Adoleszenz mit dem Rock’n‘Roll in Berührung gekommen, huldigt ihm seitdem aber umso heftiger. Einerlei, ob bei den Black Diamond Heavies oder The Immortal Lee Country Killers, mit seinem Gastspiel bei der Cut In The Hill Gang, bei seiner Kollaboration mit den Trailerpark-Blues-Trashern von Left Lane Cruiser oder auf seinen solistische Höhenflügen, Mr. Leg bringt die Tasten seiner Orgel zum Glühen, die Konzertgänger-Massen in Verzückung und den Saal zum Schweben.
Wandeln auf der intensiv dröhnenden Seite des Blues, Satisfaction guaranteed.

James Leg, Asta Rosenheim, Hubertusstraße 1, Rosenheim, 30. November 2018. 20.00 Uhr. Vorverkauf: guckst Du hier. Weitere Termine: hier.

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Soul Family Tree (53): Jerry Wexler

Black Friday, heute mit einem Beitrag von Stefan Haase vom Hamburger Freiraum-Blog über den vor 10 Jahren im hohern Alter von 91 Jahren verstorbenen Musik-Journalisten Gerald „Jerry“ Wexler, der als Platten-Produzent zahlreiche Größen des Rhythm and Blues betreute.

Jerry Wexler wurde in der New Yorker Bronx geboren. In den 1940er Jahren tauchte er in das Nachtleben des Big Apple ein und traf dabei auf Künstler wie Ella Fitzgerald. Dabei lernte er vor allem schwarze Musikgruppen kennen. Über Umwege kam er als Journalist 1949 zum Billboard-Magazin, wo er den Ausdruck „Rhythm and Blues“ kreierte. Billboard übernahm den Begriff und nannte die vormaligen Race Charts fortan Rhythm & Blues-Charts.

In den 1950er Jahren heuerte Wexler beim Label Atlantic Recordings an und nahm Stars wie Ray Charles, LaVern Baker, The Drifters, Solomon Burke und viele andere unter Vertrag. Er gründete diverse Sublabels. In den Sechzigern war Atlantic das wichtigste Plattenlabel für schwarze Musik. Inspiriert von Stax Recordings in Memphis, insbesondere durch deren Hausband Booker T. & The MG´s, nahm Jerry Wexler in den berühmten Muscle Shoals Studios eine Vielzahl sehr erfolgreicher Platten auf. Unter anderem nahm er die damals noch unbekannte Aretha Franklin unter seine Fittiche. In dieser Zeit produzierte er Welt-Hits. Vor allem Percy Sledges „When A Man Loves A Woman“ und natürlich Aretha Franklins „Respect“ wurden millionenfach verkauft.

Nachdem Atlantic verkauft wurde, blieb Wexler Angestellter. Doch er arbeitete weniger für das Label, kümmerte sich verstärkt um Criteria Records und engagierte Künstler wie Donny Hathaway, Roberta Flack und Aretha Franklin. In den 1970er Jahren nahm er sich auch der Rockmusik an und versorgte The Allmann Brothers, Dr. John und andere mit Plattenverträgen. In den Siebzigern wechselte er zu Warner, und mit ihm konnten neue Bands wie die Dire Straits oder The B-52s dort Fuss fassen und ihre Alben veröffentlichen. In den 1980er Jahren arbeitete er u.a. mit Bob Dylan und Willie Nelson zusammen. Später zog er sich aus dem aktiven Geschäft zurück.

1987 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und in 2017 in die Rhythm & Blues Hall of Fame. Vor 10 Jahren, im August 2008, ist Jerry Wexler mit 91 Jahren in Florida gestorben.

Wer Jerry Wexler in eigenen Worten sehen und hören möchte, dem sei folgendes Interview empfohlen: Rock and Roll/ Interview with Jerry Wexler

„My name is Jerry Wexler and what I do is produce phonograph records. What has come to be known as the soul era which was merely another form of rhythm and blues at the time because of its emphasis on so-called spiritual feeling and gospel music and hopeful and positive messages and which had been initiated by Ray Charles and Aretha Franklin and developed by people like Ben E. King, Solomon Burke, Wilson Pickett, the Sweet Inspirations, Arthur Connolly, Otis Redding and so on, there’s an incredible roster but I had a hunch that it was grinding to a shuddering halt because of changes in the cities, changes in interrelationships and most of all the assassination of Dr. King everything ground to a really shuddering halt and that was the end of it.“

Und dank BBC kann man ein John Peel Special aus dem Jahr 1999 über Jerry Wexler noch einige Tage nachhören, inklusive Interview.

Für seine Tätigkeit als Produzent ist die Bezeichnung „Gigant“ nicht übertrieben. Er nahm nicht nur Künstler unter Vertrag, sondern verpasste ihnen auch ihren eigenen Sound. In der Songauswahl habe ich mich auf seine Zeit bei Atlantic konzentriert. Die folgenden Nummern (youtube-Links) sind alle von Jerry Wexler produziert:

Big Joe Turner – Shake Rattle And Roll

Wynonie Harris – All She Wants To Do Is Rock

LaVern Baker – Tweedle Dee

Solomon Burke – Everybody Needs Somebody To Love

Otis Redding – I Can’t Turn You Loose

Bob Dylan – Gotta Serve Somebody (Take 1 – „Slow Train Coming“ Studio Outtake)

The Allman Brothers Band – Statesboro Blues (Live 1971)

Dr. John – Stack-A-Lee

Peace and Soul.

Stefan aka Freiraum

Konzert-Vormerker: The Bones Of J.R. Jones

„If you’re looking for something simple to play in the background, then look elsewhere.“

Dank den Konzert-Veranstaltern von Still Or Sparkling? zum ersten Mal in München, man/frau lobe und preise sie dafür immerdar: Jonathon Linaberry aka The Bones Of J.R. Jones wird sich am 16. Oktober als One-Man-Band auf der Bühne des Unter Deck die seltene Ehre geben, nebst älteren Preziosen mit den Nummern seines im Sommer veröffentlichten, aktuellen Albums „Ones To Keep Close“ im Gepäck, und trotz großstädtischer Herkunft aus Brooklyn/New York die Geister der alten, unheimlichen amerikanischen Prärie, des Southern Gothic und der Südstaaten-Sümpfe beschwören, wie dazu kaum ein zweiter befähigt ist, in seiner unnachahmlichen, schwerst beseelten und anrührenden Mixtur aus Old Time Americana, Alternative Country, Swamp Blues und rohem Garagen-Folk.
Diejenigen, denen vor knapp zwei Jahren die Gnade eines privaten Bones-Auftritts nahe Rosenheim zuteil wurde, werden durch kein Grab und keine zehn Pferde vom erneuten Besuch abzuhalten sein, und alle anderen, die den grandiosen Meister der emotionalen und virtuosen Balladen-, Gospel- und Moritaten-Predigten bisher nur via Tonträger oder im schlimmsten Fall bis dato überhaupt nicht angedient bekamen, müssen sowieso rein ins Unter Deck, nächste Woche…

The Bones Of J.R. Jones, Unter Deck, Oberanger 26, München, 16. Oktober 2018. 20.00 Uhr.