Butthole Surfers

Lost & Found (8): Where The Pyramid Meets The Eye

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„About the album’s title, I’ll never forget the time all those years ago when I asked Roky what psychedelic music was. Ever the gentlemen, Erickson looked at me with shining eyes and said, „Don’t you know, man? That’s where the pyramid meets the eye.“ You’re right, Roky, and you’re the person who put it there.“
(Bill Bentley)

„…there are a several moments of very real beauty and power here, especially from the artists who share Erickson’s Texas heritage — Doug Sahm and ZZ Top rock out on their contributions, the Butthole Surfers‘ version of ‚Earthquake‘ is one of their finest moments on wax, and T-Bone Burnett’s take on ‚Nothing in Return‘ is a heart-tugging gem.“
(Mark Deming, allmusic.com)

„The Syd Barrett of Texas.“
(Joe Nick Patoski, No Depression)

Various Artists – Where The Pyramid Meets The Eye: A Tribute To Roky Erickson (1990, Sire)
Gab mal eine Welle Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger, in deren Flut wurden alle möglichen Größen und auch das ein oder andere kleinere Licht der Populären Musik mit Werkschau-artigen Tribute-Werken bedacht, Coverversionen der jeweiligen „Greatest Hits“, eingespielt von musizierenden Fans und Genre-verwandten Künstlern, Weggefährten und auch ein paar Verirrten, die man mit dem gewürdigten Star oder der Band im Einzelfall nie und nimmer in Zusammenhang gebracht hätte.
Schöne Sammlungen gab’s da, „The Bridge: A Tribute To Neil Young“ (1989, Caroline) etwa, mit dem die Creme der damaligen Indie-Szene auch gleich noch etwas Münzen für Pegi Young’s Bridge School für Kinder mit Behinderungen sammelte, oder „I’m Your Fan: The Songs of Leonard Cohen“ vom französischen Oscar-Label aus dem Jahr 1991 zur Würdigung des kürzlich verstorbenen kanadischen Songwriters. Einiges ging auch grob in die Binsen, Bands wie XTC, die Membranes oder That Patrol Emotion konnten nur scheitern an der singulären Genialität eines Don Van Vliet aka Captain Beefheart, hinsichtlich der drei Teile der „Heaven & Hell“-Serie als Verneigung vor den Werken der Velvet Underground herrschte auch nicht eitel Sonnenschein, zuviel Ausschuss tummelte sich zwischen wenig Gelungenem, wer aber uneingeschränkt mit erbaulichen bis begnadeten Fremd-Interpretationen des eigenen Werks in das Bewusstsein der Hörerschaft zurückgezerrt wurde, war Psychedelic-/Garagen-Rock-Gott Roky Erickson, „Where The Pyramid Meets The Eye“ ist bis dato eines der gelungensten und anrührendsten Exemplare dieser Tribute-Sampler-Gattung.
Produziert und zusammengestellt hat das gute Teil der Journalist, ZZ-Top-Spezi und „Music Industry Executive“ Bill Bentley, der wie Roky Erickson aus Texas stammende Geschäftsmann versammelte eine illustre Musikantenschar zur Neueinspielung der Erickson-Solo- und 13th-Floor-Elevators-Perlen des Psychedelic-Rock-Pioniers.
Wenn man mit den Rauschebärten persönlich so dicke ist, spricht nichts gegen eine Eröffnung des Reigens mit dem Elevators-Kracher „Reverberation (Doubt)“ durch ZZ Top im treibenden Bluesrock-Gewand, die Nummer taucht abschließend in selbstredend mutierter Form von den schottischen Noise-/Indie-Rockern Jesus & Mary Chain dargeboten noch einmal auf. Aus dem Fundus der 13th Floor Elevators bedienen sich unter anderem Dough Sahm mit „You’re Gonna Miss Me“, Primal Scream mit einer gelungenen Rave-Adaption von „Slip Inside This House“ und die geistesverwandten Weirdos von den Butthole Surfers mit der entfesselten, wie für sie geschriebenen „Earthquake“-Nummer.
Dass der in seinem Leben phasenweise von Schizophrenie geplagte Roky Erickson als Solokünstler verdienten Kult-Status erlangte, belegen Solo-Alben wie der mit dem Creeedence-Clearwater-Revival-Bassiten Stu Cook eingespielte 1980er Meilenstein „I Think Of Demons“ (CBS) oder seine „Halloween“-Live-Aufnahmen Ende der Siebziger mit den Explosives, bei der Neubearbeitung von Werken aus dieser Ära tun sich auf dem Tribute-Album vor allem Julian Cope mit einer treibenden Prog-/Rave-Version von „I Have Always Been Here Before“ und R.E.M. mit Byrds-artigem Gitarren-Geschrammel in „I Walked With A Zombie“ hervor, die Truppe um Michael Stipe nimmt der Nummer zwar jegliche Schärfe, arbeitet aber dafür nicht geahnte, große Pop-Momente heraus. T-Bone Burnett und Bongwater glänzen mit ureigener Balladen-Kunst in „Nothing In Return“ und „You Don’t Love Me Yet“, John Wesley Harding verbrät „If You Have Ghosts“ zu grundsolider Indie-Rock-Intensität. Mit „Red Temple Prayer (Two Headed Dog)“, „Don’t Slander Me“ und „Burn The Flames“ treiben Sister Double Happiness, Lou Ann Barton und die großartigen Thin White Rope ihr jeweils eigenes Spiel in Sachen Blues-infizierter Garagen-Trash, in allen drei Fällen mit individueller Note versehen und im Resultat mehr als hörenswert.
Die Vinyl-Ausgabe des Tonträgers enthielt drei zusätzliche Stücke von den Angry Samoans („White Faces“!), den Lyres und The Mighty Lemon Drops.
Eine formvollendete, gelungene und stimmige Verneigung vor einem der ganz Großen der amerikanischen Rockmusik, der in erster Linie von allem zuviel abbekommen hat, zuviel Irrsinn, zuviel bewusstseinserweiternde Drogen, zuviel Medikamenten-Missbrauch, zuviel Aufenthalte in Hospitälern, zu viele Horror-Filme auf zu vielen Bildschirmen gleichzeitig, bedauerlicherweise nicht zuviel vom Ruhm, der einem wie Roky Erickson im Musik-Business einer besseren Welt zuteilgeworden wäre.
(*****)

Nominiert für den Liebster Award (3)

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Schau an, diese Kettenbrief-Gaudi gibt’s auch noch. Friedl vom „TRIVIAL / Friedl von Grimm – fast eklig polygam„-Blog, auf dem sie unterschiedlichste Seiten des Kulturbetriebs auf unnachahmlich-witzige Art reflektiert, hat mich dankenswerter Weise nominiert – dann wollen wir mal:

(01) Was war der surrealste Moment in deinem Leben?
Irgendwie ist ja alles real, so seltsam das manchmal ist, aber zweiter Klasse mit der indischen Bahn durch ein Slum in New Delhi, ein Schwätzchen und Händeschütteln mit Patti Smith vor ein paar Jahren oder vorgestern mit meinem persönlichen musikalischen Gott John Cale, das Butthole-Surfers-Konzert Ende der achtziger Jahre in der Münchener Theaterfabrik inklusive taubstummer Nackttänzerin, Magen-erschütternder Videos über Verkehrsopfer der amerikanischen Highways und abschließendes Abfackeln der Bühne durch Gibby Haynes oder am 11.06.1994 im Meppener Emslandstadion im Gästeblock unter unzähligen, übereinander herfallenden Löwen-Fans um circa 15:34 Uhr begraben zu werden, nachdem unmittelbar vorher Peter Pacult zum 1:0 einnetzte und damit das Tor zur ersten Liga sperrangelweit aufriss, das alles kommt dem Kern der Frage wohl sehr nahe…

(02) Worüber ärgerst du dich bei dir selbst am meisten?
Hab ich schon lange aufgegeben. Nobody’s perfekt. Oder wie ein altes bayerisches Sprichwort so schön sagt: „Scheiß Dir nix, dann fehlt Dir nix!“ ;-))

(03) Was willst du dieses Jahr unbedingt noch realisieren?
Coco Schumanns Mutter hat immer gesagt: „Nimm Dir nüscht vor, Junge, dann geht Dir nüscht schief!“ Nun gut, das ein oder andere wär schon noch ok heuer: Fünfzig werden (geht von selbst, hoffentlich), meinen „Times Of The Gypsies“-Zyklus fertigmalen und vielleicht noch ein paar Interviews mit interessanten Leuten für den Blog führen (eins ist schon im Kasten, aber leider noch nicht komplett finalisiert).

(05) Wärst du gern in einer anderen Zeit geboren?
Ein paar Jahre früher hätten ausgereicht, hab die Frage schon mal so ähnlich beantwortet, insofern Copy & Paste: 1977. Ich hab da zwar schon gelebt, war aber noch zu jung, um mir die ganzen Punk- und Post-Punk-Konzerte reinzupfeifen (Pistols, Clash, Dead Kennedys, Joy Division, Throbbing Gristle…)

(06) Warum bist DU besser als Bono?
Ich weiß nicht, ob ich besser bin, aber ich glaube zumindest, ich bin anders ;-))) Jedenfalls fordere ich nicht den irischen Staat zu mehr Entwicklungshilfe auf, während ich die grüne Insel mit einem niederländischen Steuermodell um die fälligen Einnahmen bescheiße, ich zähle Gott sei Dank auch keine grenzdebilen Kriegsverbrecher wie George W. Bush zu meinen Freunden, das US-amerikanische Kult-Indie-Label SST hab ich auch nicht wegen irgendeines belanglosen U2-Zitats auf einem Album-Cover in den Ruin prozessiert, ich hab mich nicht bei Captain Beefheart auf widerlichste Weise angebiedert, nur um mir die Abfuhr „Dear Bongo, I don’t know who you are or what you want from me but please don’t call me again“ abzuholen, und ich bin auch noch nie im Münchner Olympiastadion mit einem Pigfucker-Dress auf der Bühne gestanden, um mich beim geistig unterentwickelten Teil des Publikums einzuschleimen. Aber ich bin auch nicht Sänger einer Band, die aufgrund einiger toller veröffentlichter Tonträger weitaus besser ist als der Ruf ihres Arschloch-haften Sängers ;-)))

(07) Warum ist Mike Patton Gott? (Und warum steht er auf Italienerinnen und nicht auf mich?)
Mike Patton ist nicht Gott. John Cale ist Gott. Pete Townshend auch. Und bereits oben erwähnter Don Van Vliet aka Captain Beefheart. Und natürlich Mississippi John Hurt. Jerry Garcia sowieso…
Warum Mike Patton lieber mit Italienerinnen als mit Dir… keine Ahnung, frag ihn am besten selbst ;-)

(08) Gibt es eigentlich irgendwen, der sein Leben auf die Reihe bekommt? Wie?
Angela Merkel, ganz klar. Mundwinkel in den Boden gerammt und immer, wenn es wichtig wird: am Besten nix oder nix von Bedeutung sagen. Läuft super.

(09) Für was würdest du dich ernsthaft prügeln?
Tom-Waits-Tickets?
Nö, im Ernst: am ehesten natürlich für meine Family …und den TSV 1860 München ;-)

(10) In welchem Moment warst du stolz auf dich?
„Dummheit und Stolz wachsen auf dem gleichen Holz.“ Freude über Gelungenes von anderen oder einem selbst, klar, immer, aber „Stolz“ – hmmm…

Auf neue Fragen formulieren hab ich mal wieder keinen Bock und gebe die Fragen von Friedl von Grimm an die von mir Nominierten einfach weiter (die Frage mit den Italienerinnen bitte für Friedl beantworten, nicht für mich ;-) Wer Mike Patton nicht kennt: Frage einfach unbeantwortet lassen oder eigene Götter aufzählen ;-))))

01. Was war der surrealste Moment in deinem Leben?
02. Worüber ärgerst du dich bei dir selbst am meisten?
03. Was willst du dieses Jahr unbedingt noch realisieren?
04. Glaubst du, dass Liebe immer mehr zu einem trivialen Wort verkommt? Wo findest du Liebe in deinem Leben? Oder ist das alles nur verlogene Propaganda?
05. Wärst du gern in einer anderen Zeit geboren?
06. Warum bist DU besser als Bono?
07. Warum ist Mike Patton Gott? (Und warum steht er auf Italienerinnen und nicht auf mich?)
08. Gibt es eigentlich irgendwen, der sein Leben auf die Reihe bekommt? Wie?
09. Für was würdest du dich ernsthaft prügeln?
10. In welchem Moment warst du stolz auf dich?

Ich nominiere folgende Blogger:

Sonja von DRITTGEDANKE

Christin von STELLA-LEARNS-TO-LIVE

Roswitha/wholelottarosie von Skizzenbuch/Blog

Maya von LISTENES

Christoph von You Sound Great

hicemusic

guteshoerenistwichtig