Cody Dickinson

Reingehört (334): Rev. Sekou

“There is no justice in America. But it is the fight for justice that sustains you.”
(Amiri Baraka)

Rev. Sekou – In Times Like These (2017, Zent Records)

Reverend Osagyefo Uhuru Sekou, Minister der Pfingstbewegungs-Kirche in Zent/Arkansas und Civil-Rights-Aktivist, hat kurzzeitig Kirchenkanzel und Protest-Demo verlassen und mit Hilfe der Dickinson-Brüder Luther und Cody (of North Mississippi Allstars-Fame) und einer Handvoll weiterer Studio-Gäste sein Nachfolge-Werk zur EP „The Revolution Has Come“ eingespielt. Sekou stimmt das Klagelied der Schwarzen gegen Diskriminierung und für gelebte Bürgerrechte an, im schwer zu Gemüt gehenden Southern-Soul-Groove, mit geerdetem Blues verschnittenen Gospels und Spirituals fordert er ein und prangert an, zwischen in Töne gegossener Black-Church-Predigt und sozialpolitisch getriebenem Movement. „Black Lives Matter“, gewaltfreier Widerstand und die Antwort auf die Frage nach der Wahrheit im harten Anschlag, ohne Kompromisse, von fetten Bläsern und schwerer Orgel getragen, inklusive „Burnin´ And Lootin“-Neubearbeitung des Bob-Marley-Klassikers als Blues-Kirchenlied. Hört sich an, als hätte sich in Amiland seit dem March on Washington und dem Selma Voting Rights Movement nicht allzu viel Grundlegendes geändert. Befreiungstheologie trifft Soul, und das mit geballter Wucht. „How many rivers do we have to cross, before we can speak to the boss?“
(**** ½ – *****)