Dion Lunadon

Reingehört (328): Dion Lunadon

Dion Lunadon – Dion Lunadon (2017, Agitated Records)

Der Neuseeländer Dion Palmer aka Dion Lunadon ist in seinem Musikantenleben in den vergangenen Jahrzehnten gut rumgekommen, vor, nach und neben dem Engagement bei diversen anderen NZ-Bands hat er sich mit der Flying-Nun-Combo The D4 in Sachen Garagenrock ausgetobt, ist bei Reunion-Gigs der Auckland-Punks The Scavengers ab und an als Bassist eingesprungen, 2010 nach Umzug ins hippe Brooklyn hat sich Lunadon den New-York-Noiserockern von A Place To Bury Strangers angeschlossen, bei denen er nach wie vor zugange ist.
Daneben hat sich auch noch Zeit gefunden, um sein Solodebüt einzuspielen. Als gäbe es kein Morgen, haut Dion Lunadon auf dem aktuellen, selbst-betitelten Werk  einen Uptempo-Schlager nach dem anderen in bester Garagen-, Trash- und Postpunk-Manier heraus, mit schrägem Billig-Georgel am Keyboard, verzerrten, vehementen Fuzz-Gitarren und verzweifeltem, verfremdetem Gesang kredenzt der Musiker in erfrischender „Scheiß drauf“- und „Was kostet die Welt?“-Rotzlöffel-Herangehensweise/-Mentalität im Geiste der Siebziger-Punk-Subkultur seine knapp gehaltenen Hauer, muss nicht sauber klingen, Hauptsache laut, schnell, roh, so, dass halt energetisch die Funken sprühen und die Fetzen fliegen.
Hier ein wenig Stooges, da eine Prise Psychedelic, Surf-Gitarre, Sludge und Industrial-Noise, das alles semi-professionell und vor allem mit dem gebotenen LoFi-Understatement zusammengeschustert in der angeranzten Garage, unterm Iggy-Poster, mit der Bierbüchse im Anschlag. Beherzte Übung in spontanem Ausbruch und wildem Ungestüm, gibt es nix zu knurren.
(**** ½ – *****)