Henry Wessel

Henry Wessel: Standard & Icons @ Amerikahaus

1_California, 1973 - Fotoserie Icons - (c)Henry Wessel

“When I look over my shoulder at the paths I have taken, none was as exciting and unimaginable as those early days of traveling cross country by car. Driving late into the night, sleeping in the back seat, and waking to a completely unfamiliar landscape was not unusual. Most of this travel was done without destination, itinerary, or expectation. This purposeless attitude afforded me the opportunity to work with complete freedom, responding to the world, eyes wide open.”
(Henry Wessel)

Ikonische Landschaftsaufnahmen aus den USA: Das Amerikahaus präsentiert mit Icons und Standard zwei Fotoserien des US-amerikanischen Fotografen Henry Wessel, der als einer der wichtigsten Vertreter der „New Topographic Photography“-Bewegung gilt.

Fotografien einer vom Menschen veränderten Landschaft, triviale Motive wie Starkstrommasten, Bungalows, Bürogebäude oder Industrieparks wurden seit einer berühmten Fotoausstellung im George Eastman House 1975 als “New Topographic Photography“ geführt. Die Bezeichnung dieser Künstlergruppe, zu der neben Henry Wessel auch Bernd und Hilla Becher sowie Stephen Shore gehören, soll sich bewusst von der klassischen Landschaftsfotografie des amerikanischen Westens abheben. Die richtungsweisende Ausstellung zeigte banale Fotografien, die heute als Paradigmenwechsel in der Fotografiegeschichte gelten, damals jedoch viele negative Reaktionen hervorgerufen haben. Das ländliche Amerika wird darin als Raum moderner Vergesellschaftung gezeigt.

Die Landschaftsaufnahmen der damals im George Eastman House kuratierten Ausstellung gelten dadurch als Vorläufer einer sehr politischen und zivilisationskritischen Landschaftsfotografie, die heutzutage bis zu ausführlichen Dokumentationen von Umweltzerstörungen reicht.

Als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen „New Topographic Photography“-Bewegung setzt sich der US-amerikanische Fotograf Henry Wessel mit dem dialektischen Zusammenhang von Natur und Zivilisation auseinander. Das Amerikahaus präsentiert nun zwei seiner Fotoserien: Icons und Standard. Diese entstanden hauptsächlich Ende der sechziger bis Mitte der siebziger Jahre. Die „New-Topographic“-Künstler sind der Beginn einer neuen fotografischen Sicht auf Landschaften, da sie mit dokumentarischem Blick die vom menschlichen Eingriff gekennzeichneten Orte festhalten. In den Fotografien gibt es keine Sentimentalisierung von Natur – sie zeigen eine von Menschen gemachte Wildnis.

Die meisten von Wessels Fotos wurden im Westen der USA aufgenommen. Zufall, Spontaneität und Chaos des Alltäglichen finden in seinen Bildern eine natürliche Akzeptanz. Seine Fotografien, die vielfach leicht zu übersehende, subtile Begebenheiten darstellen, zeugen von seiner Intuition und seinem visuellen Gespür, die Dinge formal überzeugend und zugleich poetisch abzubilden.

Wessels Werke wurden bereits in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt. So waren seine Fotografien u.a. in der Tate Modern in London, im International Museum of Photography at George Eastman House und dem Museum of Modern Art in New York zu sehen. Für seine Arbeiten erhielt er zwei Guggenheim Fellowships und drei Fellowships der National Endowment for the Arts.

Da das Amerikahaus-Gebäude am Karolinenplatz generalsaniert wird, werden Wessels Fotografien nur wenige Meter davon entfernt in den Interimsräumen der Stiftung Bayerisches Amerikahaus in der Barer Straße 19 a ausgestellt.

Geboren wurde Henry Wessel 1942 in New Jersey. Er schloss seinen Bachelor in Psychologie an der Pennsylvania State University und seinen Master of Visual Studies an der State University of New York in Buffalo ab. Seinen Fotografien wurden mehrere Gruppen- sowie Einzelausstellungen gewidmet. So waren seine Werke u.a. an der Tate Modern in London, im International Museum of Photography at George Eastman House und dem Museum of Modern Art in New York zu sehen. Für seine Arbeiten erhielt er zwei Guggenheim Fellowships und drei Fellowships der National Endowment for the Arts. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des „New Topographic Movement“ in der Fotografie. Wessel lebt und arbeitet in Richmond, Kalifornien.

Amerikahaus München, Barer Straße 19a
Bis 01. Juli 2016.
Öffnungszeiten:
Montag–Freitag 10–17 Uhr
Mittwoch 10-20 Uhr
Eintritt Frei.

Alle Fotos © Henry Wessel / Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Amerikahauses