Jazz

Marc Ribot @ Unterfahrt, München, 2019-09-09

Näher am Puls der Zeit hätte der renommierte Gitarrist, Songwriter und Session-Musiker Marc Ribot mit der Veröffentlichung seiner letztjährigen Sammlung an Protestliedern und Widerstands-Hymnen kaum in Erscheinung treten können, das Album „Songs Of Resistance: 1942 – 2018“ korrespondiert wie wenig andere mit dem aktuellen Zeitgeschehen, in dem die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich, Massen-Proteste in Hong Kong, die radikalen Umwelt-Aktivisten von Extinction Rebellion oder der Greta-Hype die Schlagzeilen der täglichen Nachrichten und die Auseinandersetzung mit den politisch brisanten Themen beherrschen. Wo das Album in einer gefälligen Schnittmenge aus gepflegten Jazz-Noten, erhabenen Alternative-Country-Balladen, nachdenklichen Chansons und modernem, sauber produziertem Soul- und Blues-Groove glänzt, zeigte Ribot am vergangenen Montagabend im Rahmen der laufenden Europa-Tournee in der Münchner Unterfahrt mit Unterstützung seiner vier Mitmusiker in der Live-Präsentation einen weitaus radikaleren und kantigeren Interpretationsansatz des Song-Materials.
Der Gitarrist aus New Jersey, dem in seinen Solo-Alben und aus seiner Jahrzehnte-langen Zusammenarbeit mit herausragenden Künstlern aus der Avantgarde-, Rock- und Jazz-Szene wie John Zorn, Tom Waits, Laurie Anderson, Elvis Costello und zahllosen anderen Solisten und Bands nichts fremd ist an experimentellen Finten, transportierte den Großteil der Soundtracks aus der US-amerikanischen Civil-Rights-Bewegung, dem anti-faschistischen Widerstand gegen Nazi-Deutschland, aus der mexikanischen Opposition oder die aktuellen Aufschreie zum sterbenden Öko-System, gegen den Trump-Clown in Richtung improvisiertes, vehementes Jazz-Crossover, im vielstimmigen Lärmen des Free Jazz, in der lateinamerikanischen, Rhythmus-dominierten Lesart des Genres, in No-Wave-Blues- und Heavy-Soul-Verzweigungen bis hin zu ausufernden Noise-Exzessen. Nummern wie „We’ll Never Turn Back“ aus den bewegten Zeiten der afro-amerikanischen Bürgerrechts-Märsche oder ein Stück aus der Feder der Carter Family transformierten der Ausnahme-Musiker und seine Band zu sperrigen, schrägen Balladen, deren unkonventioneller Charakter vor allem durch die schrammelnden, scheppernden, trocken klirrenden Gitarren-Riffs in der unverkennbaren Handschrift des Meisters und durch seinen Anti-Gesang geprägt wurde, der sich in intensiveren Passagen zum Propaganda-Stakkato im Stile der Beat-Poeten oder in Anlehnung zum Proto-Rap eines Gil Scott-Heron auswuchs. Auf dem Album liefern prominente Sänger wie Steve Earle, Tom Waits oder Meshell Ndegeocello den Vokal-Part, sie alle fehlen selbstverständlich im Tour-Betrieb, dafür darf sich Ribot der Unterstützung der beiden Perkussionisten Reinaldo de Jesus und Ches Smith, des Bassers Brad Jones und des Bläsers Jay Rodriguez gewiss sein, allesamt versierte und virtuose Jazz- und Fusion-Könner, die den freien Flow in der spontanen Improvisation wie das formal strenge Maß im Zusammenspiel als Session-Band mit Herzblut begleiteten und in den Höhenflügen ihres lautmalenden Zusammenwirkens das halb-akustische, abgehackt experimentelle Gitarrenspiel des Bandleaders nicht selten in den Hintergrund drängten.
„If I Can’t Dance To It, It’s Not My Revolution“ mahnte die jüdische Anarchistin Emma Goldman einst an, hätte das Konzert nicht im gediegenen, mit Kaffee-Tischen bestückten Lokal des Münchner Jazz-Clubs in den Kellergewölben des Einstein Kultur stattgefunden, sondern vor einem unbestuhlten Auditorium, wäre das Abhotten zum schwer nach vorne gehenden, den rebellierenden Geist anspornenden Sound des Quintetts ein Selbstläufer gewesen. So bleibt zu hoffen, das der ein oder anderen, in diesen Tagen ohne Zweifel notwendigen und damit legitimen Protestbewegung jene radikale Kraft und Ausdauer innewohnt, die Marc Ribot und seine Mit-Kombattanten an diesem Abend in zwei längeren Sets mit faszinierender Crossover-Vielfalt und ungebremster Spielfreude transportierten und das gebündelte Zusammenwirken damit zu einem anregenden und rundum erfolgreichen Angriff auf die eingefahrenen Hörgewohnheiten gedeihen ließen.

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Reingehört (545): Matana Roberts

Memphis Tennessee felt more homely because I had been there before, but I still remember when I turned a corner in Memphis and hit the Lorraine Motel, where Martin Luther King was shot — I will never forget that image. I don’t remember seeing that ever before, at least not with the understanding that I have.
(Matana Roberts, Tiny Mix Tapes, 2015)

Matana Roberts – COIN COIN Chapter Four: Memphis (2019, Constellation Records)

Winter 2012 war’s, Constellation Records schickte zur Feier des fünfzehnjährigen Firmenjubiläums einen Tross von Musikern als Fahrgemeinschaft durch die Lande, im Münchner Feierwerk präsentierte das kanadische Indie-Label aus Montreal neben der Postrock-Band HṚṢṬA von GY!BE-Gitarrist Mike Moya und der Formation Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra seines Band-Kollegen Efrim Menuck einen Auftritt der New Yorker Experimental-Jazz-Saxophonistin Matana Roberts, der bereits zu jener Zeit vor allem aufgrund ihres im Jahr zuvor veröffentlichten Albums „COIN COIN Chapter One: Gens de Couleur Libres“ ein exzellenter Ruf als innovative Musikerin und Konzept-Künstlerin weit über die Grenzen des freien Holzgebläses hinaus vorauseilte.
Matana Roberts, bereits optisch mit langen Dreadlocks, zahlreichen alten Tattoos und in schweren Stiefeln fundamentiert eine imposante Erscheinung, gestaltete ihren Münchner Auftritt seinerzeit solistisch vom eigenen Altsaxophon-Spiel begleitet, in freigeistiger, erratischer Avantgarde-Jazz-Improvisation, mit spontanen Ansagen, eindringlichen Spoken-Word-Passagen und einer ausgedehnten Speak-And-Response-Nummer im Dialog mit dem animierten Publikum, das sich zu der Gelegenheit schwer angetan von musikalischer Kraft und Bühnenpräsenz der afroamerikanischen Künstlerin zeigte.
Uneingeschränkte Begeisterung einmal mehr zum aktuellen, mittlerweile vierten Kapitel des „COIN COIN“-Zyklus, des in 12 Teilen geplanten und bei Kritikern wie Fans gleichsam hochgelobten Langzeit-Projekts der Musikerin zu Themen wie Abstammung, Klassenbewusstsein, Geschlechter-Rollen in der US-amerikanischen Gesellschaft. In den dreizehn ineinander greifenden „Memphis“-Kompositionen weht der Geist auf der Suche nach der Black-Community-Identität, wo er will, der musikalische Kosmos der Matana Roberts und ihre verbalen Ausdrucksformen kennen schlichtweg kein Limit. Inhaltlich immer wieder zu ihrem eigenen Lebenslauf zurückkehrend, entlädt die in der Chicagoer South Side aufgewachsene Ausnahmekünstlerin selbstbewusst eine überbordende Flut an ethnologischen, sozial-politischen und historischen Reflexionen und webt damit ein vielschichtiges Geflecht an individuellen Geschichten aus der Ahnenforschung im Geiste von „Black Lives Matter“, ohne hier explizit mit erhobenem Zeigefinger zu dozieren, rassistisch-radikale Positionen einzunehmen oder altbekannte Fakten herunterzubeten – weit mehr in einem steten Flow an Gedanken, „Strings of Consciousness“, Erzählungen und eigenen Erfahrungen im Kontext der afroamerikanischen Geschichte und Widerstands-Politik.
Matana Roberts entwirft ein gigantisches Patchwork-Panorama an Episoden und Statements im sich entladenden Cut-Up-Redeschwall, individuell in Zitaten und Anekdoten aus ihrer eigenen Vita, auf einer Meta-Ebene im Anstimmen uralter, anrührender Gospel-Chöre, mit wütendem Ausbruch wortloser Lautmalereien, im expressiven Spoken-Word-Rausch, dem Proto-Rap eines Gil Scott-Heron bisweilen nicht unähnlich. Wo sich die artikulierte Botschaft improvisiert und stilistisch unbegrenzt freie Bahn bricht, steht ihr tonales Vehikel dahingehend in nichts nach: Experimentelle und komplexe, Hörgewohnheiten bereichernde Klanginstallationen und Songs, von wild lichterndem, atonalem Jazz-Noise über Folk-Crossover inklusive irischer Fiddle-Tunes bis hin zu zeitlosen Ur-Blues- und Afrobeat-Anklängen, Brass-Band-Herrlichkeiten und avantgardistischen Kompositionen im neoklassischen Experiment.
Der bisher veröffentlichte Zyklus wie jeder einzelne Tonträger der Serie sind faszinierende Gesamtkunstwerke, die in der weiten Welt der populären und experimentellen Musik mit wenig bis nichts anderem vergleichbar sind. Die denkbar weit gefassten Grenzen des Free Jazz sind für die Musikerin, Feldforscherin und Aktivistin Roberts ein viel zu enges Korsett für den herausragenden Großwurf an musikalischer Inspiration, thematischer Komplexität und inhaltlicher Radikalität, der dieses Konglomerat zu einem multimedialen, sozial- und kulturhistorischen Zeitdokument, zum „living artifact of collective cultural memory“ gedeihen lässt.
„COIN COIN Chapter Four: Memphis“ erscheint am 18. Oktober bei Constellation Records in Montreal. Machen Sie bitte nicht den Fehler, nach den ersten, schwer verdaulich lärmenden Saxophon-Tönen befremdet die „Aus“-Taste zu drücken, es würde Ihnen wahrscheinlich eine der schönsten und reichhaltigsten Hörerfahrungen des Jahres – und damit Essentielles – entgehen.
(***** ½)

Soul Family Tree (60): Dr. John

Walk On Gilded Splinters. Risen from swamps, cloaked in mists and mutterings, Doctor John had voodoo eyes that chilled the soul and spells of utmost potency. Bones rattled, cauldrons gurgled, lost souls groaned below – write him a bad review, and he might turn you into a toad.
(Guy Peellaert / Nik Cohn, Rock Dreams)

Hardboiled-Großmeister James Ellroy greift das altbekannte Dr-Jekyll/Mr-Hyde-Thema in seinem Krimi „Because The Night“ auf und lässt den Psychiater John Havilland als Horrorwesen Dr. John The Night Tripper das nächtliche Los Angeles unsicher machen – einem Dieb, der andere Diebe beklaut, wird tausendfach vergeben, wie ein arabisches Sprichwort sagt: Den „Night Tripper“ hat Ellroy beim New-Orleans-Musiker Malcolm John Rebennack Jr. entlehnt, welcher seinen Bühnennamen Dr. John seinerseits in den späten Sechzigern selbst bei einem senegalesischen Prinzen abkupferte, der aus Haiti kommend in der Bayou Road seiner Heimatstadt als spiritueller Voodoo-Heiler auftrat und dort mit Unterstützung seiner 15 Ehefrauen, 50 Kinder, zahlreicher Schlangen, Echsen und menschlicher Schädel den afrikanischen Talisman „Gris-gris“ als Schutz vor bösen Mächten feil bot. Der Einfluss des Medizinmanns Dr. John Creaux The Night Tripper auf John Rebennack, der sich in seinen jungen Jahren ausgiebig mit den Voodoo-Traditionen Louisianas beschäftigte, war offensichtlich so groß, dass er neben dem Namen-Klau auch sein Debüt-Album nach dem magischen Amulett benannte. Hat alles nichts genützt, in the long run, in dem wir bekanntlich alle tot sind, irgendein böser Blick hat die Swamp-Blues-Legende Dr. John am Donnerstag vergangener Woche gesteift und durch einen Herzinfarkt gefällt, im Alter von 77 Jahren ist der Night Tripper in die unergründlichen Sumpflandschaften der ewigen Bayous eingegangen. Die heutige Black-Friday-Ausgabe widmet sich in ausgewählten Schlaglichtern seiner umfangreichen Karriere als Solist und Studio-Musiker.

Zum Einstieg die Schluss-Nummer „I Walk On Guilded Splinters“ des grandiosen Debüt-Albums „Gris-Gris“ von Dr. John aus dem Jahr 1968. Die scharfwürzige, schwerst psychedelisch und geheimnisvoll lichternde Mixtur aus Swamp-Rock, New-Orleans-R&B und Zydeco verkaufte sich bei Erscheinen lausig, Atlantic-Chef Ahmed Ertegun roch den Braten bereits vorab, er wird mit den Worten „How can we market this boogaloo crap?“ zitiert. Der Jahrzehnte später wiederveröffentlichte Tonträger wurde seinerzeit von den Kritikern weitaus wohlwollender aufgenommen, siehe etwa einen höchst respektablen Platz 143 in der Rolling-Stone-Liste „500 Greatest Albums Of All Time“ (wenn auch noch nicht alle Zeiten vorbei sind, sprich aller Tage Abend und so…)

In diesem Must-Hear-Kanon des Fachmagazins Rolling Stone landete auch das 1972er-Album „Dr. John’s Gumbo“, ein Blues- und Boogie-Klassiker, auf dem Dr. John in einer Auswahl an Cover-Versionen der musikalischen R&B-Tradition seiner Heimatstadt New Orleans huldigte. In dieser Zeit begann er auch, sich zeitweise von seiner theatralischen, von bunten Karnevals-Kostümen und Voodoo-Ritualen geprägten Bühnenshow zu verabschieden. Das Album enthält unter anderem eine exzellente Version des tausendfach gecoverten Mardi-Gras-Standards „Iko Iko“ der Dixie Cups und eine Version der Blues-Nummer „Let The Good Times Roll“, im Original von Earl King.

Im folgenden Jahr platzierte Dr. John mit der funky R&B-Nummer „Right Place, Wrong Time“ einen Top-Ten-Hit in den US-amerikanischen und kanadischen Charts, die Singles-Auskopplung eröffnet das von Allen Toussaint produzierte und von den Meters begleitete Album „In The Right Place“, auf dem sich auch „Such A Night“ findet, dass Dr. John live beim All-Star-Aufgalopp zum „Last Waltz“-Konzert von The Band zum Besten gab, wie auch der Song „Cold Cold Cold“, später von Little Feat adaptiert.

Die folgenden Jahrzehnte waren für Dr. John von vielen Ups und Downs geprägt, einem bis Ende der Achtziger ausgetragenen Kampf gegen seine Heroin-Sucht und Phasen ohne Plattenvertrag im einen Extrem, insgesamt sechs Grammy Awards und ein Ehren-Doktor-Titel der Tulane University auf der anderen Seite, daneben die Veröffentlichung zahlloser Studio- und Live-Aufnahmen, deren einzelne Aufzählung den Rahmen dieses Beitrag bei weitem sprengen würde. Explizit erwähnenswert sind mindestens die Solo-Piano-Aufnahmen „Dr. John Plays Mac Rebennack“ Anfang der Achtziger, das Warner-Brothers-Album „Goin‘ Back To New Orleans“ (1992) mit der Interpretation zahlreicher New-Orleans-Standards aus der Feder von Jelly Roll Morton, Professor Longhair oder Fats Domino, der Blue-Note-Longplayer „N’Awlinz: Dis Dat Or d’Udda“ aus dem Jahr 2004 als weiterer Tribute an seine Heimatstadt oder die 2010er-Aufnahmen „Tribal“, zu denen Dr. John in Reminiszenz an seine Frühphase im konzertanten Vortrag die Night-Tripper-Kluft wieder aus der Mottenkiste holte und die dunklen, gespenstischen, psychedelischen Elemente der ersten Alben in seinen ureigenen Blues-, Jazz- und Funk-Spielarten reanimierte. Einen ersten, guten Überblick über das unermessliche Schaffen der einflussreichen New-Orleans-Legende gibt der Rhino-Sampler „Mos‘ Scocious: The Dr. John Anthology“, die den Musiker als Traditions-Bewahrer wie Neuerer der zahlreichen stilistischen Ausprägungen des ureigenen Südstaaten-Swampland-Sounds von Cajun über Jazz und Blues bis Boogie porträtiert, als personifiziertes Gumbo des kulturellen und ethnischen Schmelztiegels seiner Heimatstadt.

Besondere Erwähnung verdient auch dieses gelungene Tribute: Zum Anlass des hundertsten Geburtstags von Duke Ellington veröffentlichte Dr. John 1999 „Duke Elegant“, unter dem Motto „The Doc meets The Duke“ hauchte Mac Rebennack den gut abgehangenen Standards des legendären Jazz-Bandleaders herrlich beschwingt neues Leben ein – ein rundum gelungenes Exemplar aus der Abteilung „Großer Künstler verbeugt sich vor dem Werk eines anderen Giganten“.

Dr. Johns Beiträge als Studio- und Session-Musiker für andere Kollegen sind wie der eigene Output in seiner mehr als ein halbes Jahrhundert umspannenden Karriere als Solist nahezu unüberschaubar. Bereits mit 13 Jahren traf er den Blues-Musiker Professor Longhair, mit dem er künftig auftrat und der ihn damit in seiner musikalischen Entwicklung maßgeblich beeinflusste. Nach einem zweijährigen Gefängnisaufenthalt Mitte der Sechziger – die üblichen Drogen- und Zuhälter-Geschichten – siedelte Rebennack für mehrere Jahre nach Los Angeles über und wurde Mitglied der „Wrecking Crew“, einem Kollektiv von Session-Musikern, die auch als Hausband für Phil Spector und seine Wall-Of-Sound-Produktionen fungierte. Zu der Zeit war er unter anderem an den Aufnahmen diverser Canned-Heat-Klassiker und des ersten Zappa/Mothers-Albums „Freak Out!“ beteiligt. 1972 mischte er beim Stones-Meilenstein „Exile On Main St.“ mit, in den folgenden Jahrzehnten steuerte er seine Sanges- und Piano-Parts für Alben und Auftritte von Van Morrison, Levon Helm, Ringo Starr, Johnny Winter, Gregg Allman wie zahllosen anderen Musikern und Bands bei.
Hierzu exemplarisch die Nummer „Who Shot The La-La“ vom Willy-DeVille-Longplayer „Victory Mixture“ aus dem Jahr 1990, die New Yorker Lower-East-Side-Legende hatte es einige Jahre zuvor nach New Orleans in das French Quarter als neue Heimat verschlagen, das Album nahm er vor Ort authentisch ohne technisches Overdub-Brimborium als Verbeugung vor der lokalen Szene mit Hilfe von örtlichen Größen wie Allen Toussaint oder eben Dr. John unter deren maßgeblichem stilistischen Einfluss auf. Der Tonträger inklusive einer exzellenten Promotion-Tour, die Willy DeVille mit seiner Band seinerzeit unter anderem auch nach München für ein umjubeltes Konzert in die Theaterfabrik führte, war seiner Reputation als herausragender Blues- und Soul-Crooner keinesfalls abträglich.

Das Schlusswort gebührt dem Good Doctor selbst, mit einem fünfzig-minütigen Live-Mitschnitt vom Newport Jazz Festival aus dem Jahr 2006: