Josh Homme

Reingehört (129)

iggy_stooges_australia

Iggy Pop – Post Pop Depression (2016, Caroline / Universal)
Vielversprechend geht’s los, mit dem gefällig abrockenden Opener „Break Into Your Heart“, und zu einem halbwegs guten Ende findet es auch mit dem Rausschmeißer „Paraguay“, das erste Studio-Album vom Herrn Osterberg seit vier Jahren, zwischen Alpha und Omega findet sich jedoch bedauerlicherweise eine ganze Ladung an domestiziertem Alternative Rock, der seinen Hang zum Mainstream nur schwer zu bändigen und zu verbergen weiß, man hätte sich weitaus mehr an Brachial-Ungezähmtem erwartet vom Iggy, zumal er sich im kommenden Sommer auf europäischen Bühnen zwischen etlichen Brüllern wie Iron Maiden, Slayer und den Suicidal Tendencies tummelt, beispielsweise am 28. Mai im Münchner Olympiastadion beim Rockavaria, zudem hat er sich – wie in den Medien bereits ausführlichst breitgetreten – für die neue Scheibe mit dem Krachmusik-Experten Josh Homme (Eagles Of Death Metal, Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures, Kyuss) zusammengetan, welchem es auf dem Tonträger aber leider auch nicht gelingen mag, die Chose in annähernd musikalisch spannende Gefilde zu katapultieren. Wird qualitativ von den bewerbenden Medien in die Nähe der Stooges-Klassiker oder der von Bowie produzierten Iggy-Großwürfe wie ‚Lust For Life‘ oder ‚The Idiot‘ (beide 1977, beide RCA) gestellt, glaubt davon kein Wort.
Wer nicht hören will, muss fühlen, ‚Post Pop Depression‘ ist ab 18. März im gutsortierten Fachhandel und an der Supermarkt-Kasse erhältlich.
(***)