Lenbachplatz

Roland Fischer: Israelisches Kollektivportrait @ Kunst-Insel am Lenbachplatz München

Im Rahmen des Münchner Kulturreferat-Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ ist derzeit bis Ende Dezember am Lenbachplatz die Installation „Israelisches Kollektivportrait“ des Künstlers Roland Fischer zu sehen.

Die fünf mal fünf Meter großen Fotoarbeit wird wie folgt erläutert:
„Ca.1000 Studenten der Tel Aviv Universität werden im Herzen Münchens, nahe der ehemaligen Synagoge, sichtbar. Neben Fragen zur Identität des Menschen werden mit diesem Kollektivportrait auch die deutsch/israelischen Beziehungen thematisiert.“

Ob eine Fotoinstallation, die auf den ersten Blick wie eine Werbe-Wand für „United Colors Of Benneton“ anmutet, diesem Anspruch genügt und dieses leisten kann, bleibt in erster Linie der Phantasie der Betrachter überlassen.

Die Alte Hauptsynagoge München stand in der von der Kunstinstallation zweihundert Meter entfernten Herzog-Max-Straße. Sie wurde im Sommer 1938 als eine der ersten großen deutschen Synagogen von den Nationalsozialisten zerstört. Seit 1969 erinnert ein vom deutschen Bildhauer Herbert Peters entworfener Gedenkstein an das Gebäude.

Peggy Meinfelder: Shake Hands @ Kunst-Insel am Lenbachplatz München

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Bis 1. November wird am Lenbachplatz die Arbeit „Shake Hands“ von Peggy Meinfelder gezeigt, zu sehen ist die um ein Vielfaches vergrößerte Tuschezeichnung der Künstlerin, die auf einem Foto basiert, welches den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß und den SED-Politiker und DDR-Wirtschaftsfunktionär Alexander Schalck-Golodkowski am Rande von Verhandlungen über einen Milliardenkredit für die DDR Mitte der achtziger Jahre zeigt. Meinfelder, die 1975 in Thüringen geboren ist und heute in München lebt, thematisiert mit dieser Fokussierung laut Pressetext des Münchner Kulturreferats „den Umgang mit (deutsch-deutscher) Geschichte und deren Vermittlung“.

Es handelt sich um ein weiteres Projekt des Programms “Kunst im öffentlichen Raum”, zu dem auch die kürzlich vorgestellte Müllcontainer-Installation von Lena Bröcker am Karolinenplatz zählt.

Das Werk mag symbolisch immerhin gut in ein Jahr passen, in dem zum einen der hundertste Geburtstag des Größten aller Vorsitzenden der Cryptisch-Sakralen Union gefeiert wurde (wenn auch bei weitem nicht von allen), und zum anderen das 25-jährige Ende des eingemauerten Arbeiter- und Bauern-Paradieses im deutschen Osten, dessen Existenz paradoxerweise ausgerechnet der Pinochet-/Stroessner-/Botha-/Eyadéma-Freund, Stoiber-Zuchtmeister, Spezl-Wirtschaftler und Kommunisten-Fresser Strauß durch seinen zusammen mit Stasi-Oberst „Schneewittchen“ eingefädelten Milliardenkredit-Deal vermutlich um einige Jahre verlängert hatte…

Daniela – aus München, wie ich vermute –  hat auf ihrem Blog uNTERWEGSiNsACHENkUNST vor Kurzem ebenfalls über die Installation von Peggy Meinfelder am Lenbachplatz berichtet.