Linton Kwesi Johnson

Eine Kerze für Rico Rodriguez

KERZE FÜR RICO RODRIGUEZ

Der 1934 in Havanna geborene Ska- und Reggae-Posaunist Rico Rodriguez ist gestern im Alter von 80 Jahren in London gestorben. Der in Kingston, Jamaika, aufgewachsene Musiker arbeitete in den fünfziger Jahren mit dem Bandleader Count Ossie (The Mystic Revelation Of Rastafari), im Jahr 1977 veröffentlichte er sein Reggae-Album ‚Man From Wareika‘ (Island Records), einem größeren Publikum wurde er vor allem durch seine Beteiligung am Debüt-Album der englischen 2-Tone-Ska-Band The Specials (1979, 2 Tone Records) und insbesondere durch sein Posaunenspiel im Single-Hit „A Message To You Rudy“ der Band bekannt.
In den vergangenen Jahrzehnten war der profilierte Musiker seit 1958 an Hunderten von Reggae-, Ska- und Jazz-Aufnahmen zum Teil maßgeblich beteiligt, zu hören ist seine Posaune unter anderem auf Aufnahmen von Künstlern wie Laurel Aitken, Prince Buster, Count Ossie, Jim Capaldi, Burning Spear, Linton Kwesi Johnson, Dennis Bovell und Toots & The Maytals.
Vor ungefähr zehn Jahren hatte ich erst- und letztmalig das besondere Vergnügen, den großen alten Mann der Reggae-Posaune im Münchner Atomic Cafe live bewundern zu dürfen. Mit Rico Rodriguez geht ein Gigant der jamaikanischen Musikgeschichte.