Lo Tom

Reingehört (338): Lo Tom

Lo Tom – Lo Tom (2017, Barsuk)

Neues Bandprojekt von David Bazan zusammen mit Kumpels aus dem Umfeld seiner früheren Stamm-Crew Pedro The Lion und befreundeten Bands wie The Soft Drugs und Starfighter 69, eindeutig organischer in der Umsetzung und stringenter im Songwriting als die zuletzt von Bazan auf seinem jüngsten Solowerk „Care“ zur Schau getragene Electronica-LoFi-Künstlichkeit. Der neu zusammengewürfelte Haufen bündelt das Beste aus den jeweiligen Heimatkapellen und liefert eine rundum gelungene Debüt-Arbeit in Sachen substanzieller Indie-Rock, Bass/Gitarre/Schlagwerk und der gerne ins Klagen neigende, melancholische Gesang Bazans ergehen sich ohne Firlefanz und störenden Zierrat in gehaltvollen Riffs und ansprechender Alternative-Melodik im gepflegten Midtempo- und vereinzelten Slowcore-Anschlag.
Latente Neunziger-Indie-Nostalgie mit der entsprechenden Gitarren-Dominanz im Geiste der Bazan-Kernkompetenzen hinsichtlich Dramatik im Songwriting und Engagement im Vortrag, die den Weg aus der Verhaftung in der Vergangenheit sucht und erfreulich oft auch findet. Diese Platte wird die Musikwelt nicht aus den Angeln heben, zeigt aber doch, dass Könner ihres Fachs mit unverstellter, schnörkelloser Arbeit und beherztem Enthusiasmus auch heute im oft tot gerittenen Alternative-/Indie-Metier noch weitgehend Gewichtiges zustande bringen können. Macht inspirierend auch mal wieder Lust auf Abhören alter Buffalo-Tom- und Built-To-Spill-Tonträger, da schwingt angenehmst anregend was mit…
(**** ½ – *****)