Marsha Gee

Soul Family Tree (23): Trombone Shorty, Tanika Charles, DJ Shadow & Nas, China Moses, Isaac Hayes

Another Black Friday mit einem Gastbeitrag vom Hamburger Freiraum-Blogger Stefan Haase zum beschwingten Grooven in das Wochenende, here we go:

Heute im Soul Family Tree gibt es neue Musik von Trombone Shorty, Tanika CharlesDJ Shadow & Nas, China Moses und die „Lange Rille“ mit einer Extraportion „Hot Buttered Soul“ mit Isaac Hayes.

Los geht es mit Musik aus New Orleans. Trombone Shorty ist ein besonderer Musiker. Nicht nur das er Posaune spielt, er ist auch Bandleader und Sänger seiner Band. Stilistisch verbindet er den traditionellen Bläser-Sound New Orleans mit Soul, Jazz und Hip-Hop-Elementen. Im letzten Jahr spielte er u.a. auch im Weißen Haus vor dem damaligen Präsidenten Obama und verzückte nicht nur ihn. Jetzt gibt es ein neues Album und es macht einfach gute Laune, Trombone Shorty zu hören. Zum Einstieg gibt es ein früheres Lied von ihm, wo er auch nicht vor der E-Gitarre halt macht. Und danach gibt es eine Kostprobe vom neuen Album „Parking Lot Symphony“.

Tanika Charles kommt aus Toronto/Kanada und legt nun ihr Debut vor. Man sollte sie nicht vorschnell in der Retro-Soul- oder Neo-Soul-Schiene ablegen. Ihre Stimme ist grandios und das Album voll mit launigen Songs, die an Amy Winehouse oder an Sharon Jones erinnern. Obwohl musikalisch noch Luft nach oben ist, gehört dieses Debüt bereits zu den erfreulichsten Neuveröffentlichungen in diesem Jahr. Mehr zu hören gibt es hier: Tanika Charles mit „Endless Chain“.

Nas legte bereits in den 1990er Jahren mit „Illmatic“ einen Meilenstein des Rap vor. Nas steht u.a. für „Nigga Against Society“ wie auch als Kurzname zu seinem bürgerlichen Namen Nasir. Nach einigen Jahren, als um Nas ruhiger war, meldet er sich nun wieder mit einem Album, das er zusammen mit DJ Shadow aufgenommen hat. Ende Juni wird es erscheinen und vorab gibt es die erste Single „Systematic“, die als Appetizer die Neugierde auf das Angekündigte hoch hält. DJ Shadow ist derzeit einer der angesagtesten DJs, Produzenten und Musiker im Hip Hop.

China Moses wurde das Talent und die Liebe zur Musik bereits in die Wiege gelegt. Sie ist die Tochter der großen Jazz-Lady Dee Dee Bridgewater. Für ihr neues Album ging sie nach London und nahm es unter Live-Bedingungen mit akustischen Instrumenten auf. Auch wenn ich hier nur ein Lied spiele, so empfehle ich, nach ihr im Netz zu suchen. Sie schafft es mit ihrer Stimme selbst Disco-Stampfer wie „Hot Stuff“ mittels Soul/Jazz neues Leben einzuhauchen und wenn sie Janis Joplin’s „Move It Over“ singt, dann interpretiert sie das Lied mit Respekt und vermittelt durch ihre Neueinspielung, wie stark das Lied bis heute geblieben ist. Und sie hat Stil und Ausdruck in ihrer Stimme.

Nachdem letztens in den Kommentaren das Stichwort „Hot Buttered Soul“ fiel, nehme ich den Ball musikalisch auf, als Rausschmeißer gibt es einen Meilensteine des Soul: die LP-Version von „Walk Ob By“. Kommen wir kurz zu den Zahlen: dieses Album enthielt „nur“ 4 Stücke mit einer Durchschnittslänge von 11 Minuten. 1969 erschien das zweite Album vom „Black Moses“ bei Stax Records. Und es hat auch einen der längsten Einworttitel mit „Hyperbolicsyllabicsesquedalymistic“. Das Album wurde auch kommerziell ein großer Erfolg. Isaac Hayes war einer der ersten Künstler, der klassische Elemente wie Streicher mit Soul und monologisierende Texten zu einem eigenen Klangkosmos verschmolz. Ohne dieses Album würde vermutlich der Hip Hop und viele andere Künstler anders klingen. Und jetzt wird es episch mit der heutigen „Langen Rille“ und 12 Minuten vom Feinsten. Allein das gedehnte Intro mit E-Gitarren und Streichern lohnt, und dann setzt die Bariton-Stimme von Isaac Hayes ein. Großes Kino für die Ohren.

Bis zum nächsten Mal.

Peace and Soul.

Stefan aka Freiraum

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Soul Family Tree (22): Tanzbar Special

Black Friday, my dudes, heute mit einem Gastbeitrag vom Hamburger Freiraum-Blogger Stefan Haase mit Dance-Grooves zum Abhotten, schwingt die Tanzbeine, Disco-Fox und ab dafür:

Heute heißt das Motto: Tanzbar. Es gibt Soul und R’n’B fürs Herz aber auch für die Arme und Beine. Floorfillers zum Vorglühen auf das Wochenende. Rare, teils abgefahrene Grooves und „Foot Stompin Soul“ für die musikalische Fahrt ins Vergnügen. All Filler, No Killer!

Los geht es mit Geno Washington, der als amerikanischer Soldat in den 1960er Jahren nach England kam und blieb. Er gründete seine Band The Ram Jam und legte im damaligen hippen London los. Mit seinem Album „Foot Stompin Soul“ wurde die Richtung vorgegeben. Dexys Mindnight Runners ehrten ihn in ihrem Song „Geno“. Zum Einstieg gibt es eine ruhigere Nummer. Doch wer seine Live-Version von „Que Sera“ hören möchte, klickt hier. Oder ein Ausschnitt eines Konzertes im Londoner Marquee Club.

Marsha Gee ist nach wie vor ein Geheimnis. Aufgenommen wurde die Single „Peanut Duck“ 1965 in einem amerikanischen Studio. Doch sie wurde nicht veröffentlicht. Erst in den 1980er Jahren entdeckte sie ein DJ, und erst 2005 wurde die Single erstmals veröffentlicht. Der Name der Sängerin soll auch nicht Marsha Gee sein. Doch das ist egal. Denn dieser Song ist nach wie vor eine rare Perle.

Der Texaner Roy Head veröffentlichte seine Single „Treat Her Right“ 1965, und sie wurde sein größter Hit. Andere Künstler wie George Thorogood oder Johnny Thunders coverten den Song.

Della Reese ist eine amerikanische Sängerin und Schauspielerin mit einer Bandbreite zwischen Gospel, Soul und Pop. 1960 nahm sie das Album „Della Della Cha Cha Cha“ auf. Und wir hören daraus „Come On A My House“.

Mit Georgie Fame geht es nach England. Er ist Keyboarder und Songschreiber und hatte früh den Groove heraus, in dem er z.B. den Song „Sunny“ coverte, aber auch mit Eigenkompositionen. Seine berühmteste war „The Ballad Of Bonnie And Clyde“.

Mit abgedrehten Klängen von Ananda Shankar beenden wir die heutige Tanzbar. In den späten 1960er Jahren ging Shankar in die USA, spielte u.a. mit Jimi Hendrix zusammen und nahm ein Album nur mit Coverversionen auf. Hier gibt es die Rolling Stones im Indien-Style:

Ich hoffe, es hat Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal.

Peace and Soul.

Stefan aka Freiraum