Michael J. Sheehy

Soundtrack des Tages (181): Michael J. Sheehy

Klugscheißen für Fortgeschrittene oder: Coverversion, mal anders – Letztens bei der Beschäftigung mit der Solodebüt-Scheibe „In the Kingdom Of Dreams“ von Ian Felice über den Umstand gestolpert, dass das bei der Plattenhüllen- bzw. CD-Booklet-Gestaltung verwendete Kunstwerk „The Race Track (Death On A Pale Horse)“ des US-amerikanischen Malers Albert Pinkham Ryder (1847 – 1917) bereits früher für die Verpackung eines anderen Tonträgers herhalten musste, für das 2007 bei Glitterhouse Records erschienene Folk/Blues-Album „Ghost On the Motorway“ des Londoner Songwriters Michael J. Sheehy. Grund genug, das gute Teil mal wieder aus dem Stapel zu kramen…

Reingehört (17)

KULTURFORUM Reingehört 2014-09-25 www.gerhardemmerkunst.wordpress.com
 
The Magic Numbers – Alias (2014, Caroline)
Ganz nette Folkrock/Pop-Scheibe der beiden Geschwisterpaare aus Ealing, UK. Mir ist das an etlichen Stellen zu viel an Wohlklang und Zuckerguss.
(***)

Nikki Sudden – Fred Beethoven (2014, Troubadour / Cargo Records)
Bisher Unveröffentlichtes aus den Archiven des leider viel zu früh verstorbenen Trash-Barden. „Johnny B. Goode“ in zwei verschiedenen Fassungen (eine hätte auch gereicht), viele Uptempo-Nummern mit Band und einige Sudden-typische Jammerballaden. Vor seinem Ableben war er mit schöner Regelmäßigkeit im Münchner Feierwerk zu Gast und ich merke beim Hören dieser neuen Scheibe, dass mir dieses jährlich wiederkehrende Ritual des Sudden-Konzertbesuchs doch immer noch sehr fehlt.
(****)

Hiss Golden Messenger – Lateness Of Dancers (2014, Merge / Cargo Records)
Extrem entspannte Alternative-Country/-Folk-Scheibe der ex-Court-and-Spark-Musiker MC Taylor und Scott Hirsch. Die Platte für den sprichwörtlichen “Lazy Sunny Afternoon”.
(****)

Sid Griffin – The Trick Is To Breathe (2014, Prima / Rough Trade)
Seit ewigen Zeiten mal wieder was Neues vom ex-Long-Ryder. Handwerklich sehr gut gemachter Alternative Bluegrass und Countryfolk. Habe von ihm seit der eher durchwachsenen „Western-Electric“-Platte nichts mehr gehört, umso mehr freut mich dieses sehr gelungene Neuwerk.
(**** ½)

Steve Earle – Live In Nashville 1995 (2014, Shout Factory)
Mit toller Akustik-Band und unter Mithilfe von Emmylou Harris und Bill Monroe eingespieltes Livealbum aus den Archiven des Alternative-Country-Großmeisters. Keinen Deut schlechter als die hervorragende Live-Scheibe „Just An American Boy“ von 2003. Phasenweise recht Bluesgrass-lastig, was bei mir immer offene Türen einrennt. Gab es wohl schon mal als Bestandteil einer Warner-Box.
(*****)

Death From Above 1979 – The Physical World (2014, Last Gang / Warner)
Nach 10 Jahren der zweite Longplayer des wiedervereinigten kanadischen Punk-Rock-Duos. Sehr flott, sehr tanzbar, sehr euphorisch. Live am 16.10. im Hansa39, München. Leider schon ausverkauft.
(**** ½)

Ben Weaver – The Ax In The Oak (2008, Bloodshot Records / Glitterhouse)
Größtenteils recht nachdenkliche und getragene Songwriter-Platte des Mannes aus Eugene, Oregon. Ein tranceartiges Instrumental und einige dezent das Tempo anziehende kleine Pop-Wunderwerke sorgen für willkommene Abwechslung, lassen die Platte aber insgesamt sehr homogen erscheinen. Könnte man sich auch im Eels-Katalog (die besseren Scheiben!) vorstellen, zumal Weaver’s Gesang dem von Mark Oliver Everett nicht unähnlich ist.
(**** 1/2)

Salvatore – Luxus (2004, Glitterhouse)
Tranceartiger instrumentaler Kraut-Dub-Triphop aus Oslo unter Beteiligung von White-Birch-Chef Ola Flottum. Atmosphärisch und minimalistisch. Wer Can mag, liegt hier nicht falsch. Das Beverunger Glitterhouse-Label hatte für sowas schon immer ein Händchen, siehe Sub Oslo, I, Lilium…
(**** ½)

Michael J. Sheehy – With This Hands (2009, Glitterhouse)
Blues-, Folk- und Country-Rock des Londoners Sheehy in sehr verhalltem, verwaschenem Sound, irgendwo zwischen Tom Waits und Johnny Dowd. Die großartige Gemma Ray mischt auch mit.
(****)