Oide Wiesn

Gerner Zipfeklatscher @ Biergarten Herzkasperl-Festzelt, Oide Wiesn, Oktoberfest, München, 2015-09-27

wer_sich_atemlos_wünscht_stirbt

Ebi’s Last Stand: Der Gitarrist der Zipfeklatscher hat es bereits im Vorfeld angekündigt, er braucht nach eigener Aussage mal Volksmusik-Pause, und so war der Auftritt vor dem Herzkasperlzelt am vergangenen Sonntag auf der Traditions-Wiesn der vorläufig letzte des geschätzten Musikers, den er zusammen mit dem Madl und den Buam von der hochverehrten Wirtshausmusiker-Combo spielte, aus is und gar is und schad is, dass wahr is…
Ganz wunderbar haben sie wieder gepasst in diesen Rahmen, unter dem Motto „Zipfebuam & Madl auf der Oidn Wiesn!“ bespielten die beschwingten Musikanten den vollbesetzten Herzkasperl-Biergarten mit ihren lustigen Wirtshaus-Liedern, Moritaten und Gstanzln, bereichert um originär bayerisches Liedgut wie „Teenage Kicks“, den politisch völlig unkorrekten „Riesnnäga im Nieselregen“ vom Fredl Fesl und unterstützt an der Violine vom hervorragenden Gastmusiker Martin Lickleder, der wie bereits beim sagenhaften Auftritt im KAP37 vom vergangenen April dem Traditional Bavarian Underground Folk mit seinem beseelten Gegeige einen Hauch von Wiener Schrammelmusik verpasste.

Zum Schluss gab’s für den Ebi noch einen besonderen, stimmungsvollen musikalischen Gruß mit dem Specials-/Sir-Coxone-Dodd-Klassiker „You’re Wondering Now“ – „You’re wondering now, what to do, Now you know this is the end“ – verbunden mit der Hoffnung, dass es das eben nicht war und wir ihn in der ein oder anderen Konstellation demnächst nicht nur vor, sondern auch wieder auf einer Bühne sehen werden.

Haufaweis Buidl vom letztjährigen Herzkasperl-Biergarten-Auftritt der Gerner Zipfeklatscher: druckst Du da drauf.

Attwenger @ Herzkasperl-Festzelt, Oide Wiesn, Oktoberfest, München, 2015-09-25

Eingeheizt haben sie wieder, die Herren Hans-Peter Falkner und Markus Binder, die zwoa von dene Attwenger, dem Publikum, im vollbepackten Herzkasperl-Festzelt, und das inzwischen auch schon das dritte Jahr in Folge, eine Tradition inzwischen auf der Traditions-Wiesn, sozusagen.
Ein rechtes Gschiss war’s mit dem Reinkommen ins Zelt, aber dann wurde der geneigte Hörer wie gewohnt maximalst unterhalten von dem mit Rap, R’n’B und Hendrix-artig verzerrtem Akkordeonsound versetzten Mix aus Hardcore-Dadaismus und oberösterreichischer Uptempo-Volksmusik, der in diesem Gemisch Weltmusik im besten Sinne ist, und so hat das selbstverständlich wie die Jahre zuvor allerfeinst in ein Oktoberfest-Bierzelt gepasst, dort, wo derzeit die ganze Welt bei uns zu Gast ist, um mit uns ein Bier zu trinken – zumindest der zahlungskräftige Teil, die anderen Gäste sitzen am Hauptbahnhof und sind froh, dass sich wenigstens Angie, Dieter Reiter und Hannelore Kraft um sie kümmern.

Hinsichtlich Attwenger-Musik-Vortrag bleibt einmal mehr bestmöglichst begroovt und entertained in leichter Abwandlung eines berühmten Spruchs das Fazit: „Kriege führen mögen andere, Du, glückliches Österreich, tanze!“

Eine ausführliche Konzert-Besprechung vom frühlingshaften Attwenger-Konzert im Milla: guckst Du hier, ein Schwung Fotos von der letztjährigen Oide-Wiesn-Sause: hier, und Besprechung der aktuellen, sehr genehmen Attwenger-CD ‚Spot‘ (2015, Trikont): hier.

Attwenger / Heimatseite