Paisley Underground

Reingehört (385): Gun Outfit

Gun Outfit – Out Of Range (2017, Paradise Of Bachelors)

Exzellenter Indie-/Desert-Rock der L.A.-Combo Gun Outfit mit verhallten Gitarren in gespenstisch-verhuschter Brachland-Atmosphäre inklusive Pale-Blue-Eyes-Fata-Morgana und einer geballten Portion Paisley Underground. Die Band knüpft ungefähr dort an, wo sie bereits vor zwei Jahren mit dem Album „Dream All Over“ eine hochanständige Arbeit in Sachen intelligent-inspiriertes Geister-Geschrammel hinterließ, neben ein paar Bouzouki- und Dulcimer-begleiteten Cosmic-American- und Slowcore-/Alternative-Country-Balladen dominiert auf dem aktuellen Werk vor allem eine ausgeprägte Gitarren-Psychedelic zwischen lockerer Entspanntheit und schlafwandlerischer Downtempo-Melancholie im verwaschen-nachschallenden Sound, vorgetragen mit raffinierter Spielfreude, Versiertheit und einem untrüglichen Gespür für die Balance zwischen Tradition und Moderne, die wie auch das erkennbar Artverwandte im hochqualitativen Indierock-Feld zwischen Yo La Tengo und Steve Gunn nie den entsprechenden Tiefgang und die nötige Reife vermissen lässt.
Schön auch mit anzuhören, wie das Bandleader-Paar Carrie Keith und Dylan Sharp jeweils in etwa hälftig den Gesang übernimmt und so ganz ohne verordnete Frauen-Quote in völliger Gleichberechtigung das Mikrophon hin- und her wandern lässt.
Kendra Smith und Steve Wynn versuchen im Grateful-Dead-Kostüm als Wander-Musikanten in der Wüste, wie das Brian Jonestown Massacre zu klingen, oder so ähnlich…
Konzert-Termin zum Dick-Anstreichen im Kalender: Die Veranstalter vom Clubzwei präsentieren Gun Outfit am 26. Februar im Münchner Unter Deck.
(*****)

Soundtrack des Tages (92)

Der großartige österreichische Musiker, Journalist, Autor und Moderator Fritz Ostermayer hat vor vielen Jahren in der Ö3-Kult-Radiosendung ‚Musicbox‘ über ein Stück von Brian Eno, ich weiß leider nicht mehr, welches, einen schönen Satz gesagt: „Wenn dieses Stück in den Himmel kommt, will ich auch in den Himmel kommen.“
Ein ganz heißer Kandidat meinerseits für diese Nummer ist der folgende Song – voilà:

Die aus dem Paisley-Underground-Umfeld stammende Band Pop Art aus Los Angeles hat dieses Wunderwerk auf ihrem hervorragenden Album ‚Long Walk To Nowhere‘ (1986, Stonegarden) platziert, neben diesem Meisterstück veröffentlichte die Combo um die Brüder David, Steve und Rich Steinhart zwei weitere Alben, ‚A Perfect Mental Picture‘ (1986, Full Blast Records) sowie ‚Snap, Crackle, Pop Art‘ (1987, Stonegarden), und löste sich Ende der achtziger Jahre, frustriert vom ausbleibenden Erfolg, auf. Stonegarden Records brachte im Jahr 2000 die ‚Really Blind Faith‘-Retrospektive auf den Markt, die nach wie vor im gut sortierten Tonträgerhandel käuflich zu erwerben ist.