Sid Vicious

I remember you well in the Chelsea Hotel

I remember you well in the Chelsea Hotel,
you were talking so brave and so sweet,
giving me head on the unmade bed,
while the limousines wait in the street.
Those were the reasons and that was New York,
we were running for the money and the flesh.
And that was called love for the workers in song
probably still is for those of them left.
(Leonard Cohen, Chelsea Hotel #2, New Skin For The Old Ceremony)

222 West 23rd Street, Chelsea, Manhattan, New York City
2008-04-26

Wallfahrtsort, irgendwie. Wer sich hier alles die Klinke in die Hand gab, Hammer. Kerouac hat angeblich ‚On The Road‘ in dem Kasten geschrieben. Davor gestanden, tatsächlich mit der Lloyd-Cole-Version des Cohen-Klassikers via iPod im Ohr. Erhebend.

Remember Brendan Behan, Dylan Thomas & Sid Vicious.

Well never mind, we are ugly but we have the music.
(Leonard Cohen, Chelsea Hotel #2, New Skin For The Old Ceremony)

Hotel Chelsea / Wikipedia

Reingehört (36)

DYLAN (2)
 
Bob Dylan -Shadows In The Night (2015, Columbia)
Bob der Meister wäre nicht Bob der Meister, wenn er nicht ab und an einen kapitalen Bock schießen würde. In den achtziger Jahren ist ihm das – bis auf wenige Ausnahmen – mehr oder weniger pausenlos gelungen, in den letzten Jahren war man von seinem Output an Country-Blues-sonstwas-Perlen doch recht verwöhnt, als einziger Ausreißer nach unten war das unsägliche Weihnachtslieder-Album „Christmas In The Heart“ von 2009 zu verzeichnen, ein Werk so notwendig wie ein Loch im Knie, ansonsten gab es bei einem neuen Dylan-Album die letzten Jahre kaum was zu maulen.
Nun also eine Sammlung mit Songs, die der Kennedy- und Mafia-Spezi Frank Sinatra zur Berühmtheit brachte. Ich will nicht lange um den heißen Brei reden: Beim dritten Mal gähnen war die Oper durchgefallen. Eine Anreihung an belanglosem Geplätscher, das der Bob für meine Begriffe gerne in den Archiven verrotten hätte lassen können. „Where Is My Happy End?“ fragt er in dem Stück „Where Are You?“ – eine berechtigte Frage, die ich im Bezug auf diese Scheibe beim besten Willen nicht beantworten kann. Immerhin, bei „That Lucky Old Sun“ kommt zum Schluss noch etwas Freude auf, die Nummer als Single veröffentlicht und gut wär’s gewesen.
Wer also braucht den Sinatra-Dylan? Komplettisten, 100%-Tag-und-Nacht-Rund-um-die-Uhr-Dylanologen und Masochisten.
Der Rest hält sich an die einzig wahre Sinatra-Interpretation, eingespielt vom ansonsten völlig talentfreien und durch seinen frühen Drogen-Tod zur Punk-Ikone hochstilisierten Pistols-Rotzlöffel Sid Vicious.
(**)