Stoner-Rock

Festival-Vormerker: Freakinout Fest 2017

Schwere Kulturforum-Empfehlung: Konzertveranstalter Christian Spanheimer lädt auch in diesem Jahr am 7. und 8. Juli in das oberbayerische Nandlstadt zwecks psychedelischer Vollbedienung zum Freakinout Fest 2017, ein dick anzustreichender Termin im Kalender für alle Freunde der Spielarten des Psychedelic-, Stoner-, Doom-, Psychedelic-, Kraut- und Acid-Rock.
Space is the Place in idyllischer Umgebung am weltältesten Anbau-Ort des Humulus-Hanfgewächses Hopfen im Herzen der Hallertau, bei absolut fairen Tages- und Wochenend-Ticketpreisen.
Auftreten werden unter anderem die Desert-/Stoner-Rock-Band Dune Pilot aus München, die Space-Psychedeliker Da Captain Trips aus Italien, das polnische Doom-Quartett Dopelord, die israelische Postrock/Psychedelic-Combo Tiny Fingers und das Heavy-Blues-Rock-Trio Stubb aus London.
Infos zu allen Bands, zu Tickets, Anfahrt, Catering, Camping und weiteren Übernachtungsmöglichkeiten sowie Kontaktdaten finden sich unter freakinout-fest.de.

Zur Einstimmung auf das feine Festival gibt es auch eine Playlist mit allen 11 Bands auf youtube.

The Legendary @ Substanz, München, 2017-05-18

Release-Konzert zum brandaktuellen Tonträger „Let’s Get A Little High“ von Thorsten Rock und seiner Haudrauf-Combo The Legendary im Lieblingswohnzimmer. 45 Minuten Druckbetankung in Sachen Southern-, Stoner- und schwergewichtiger Siebziger-Mainstream-Hardrock. Blut, Schweiß und Tränen, fette Gitarrensoli, mächtig polternde Boogie-Grooves, schnörkelloser Drum-Anschlag, das staubige Prärie-Feeling in Töne gegossen, der Soundtrack aus der Biker-Garage. Männer- und Tätowierte-Weiber-Musik, ohne Firlefanz und unnötigen Zierrat, Ballast, Flitter und Tand. Rar, aus der Zeit gefallen und darum heute wertvoller den je. Muss ab und zu sein, sowas.
Hätte der Billy Gibbons aus dem Glockenbachviertel als Billy Gibbons in Texas das Licht der Welt erblickt, dann wär‘ er am vergangenen Donnerstag nicht auf der Substanz-Bühne gestanden, sondern vor zigtausend Leuten in irgend so einer Rock’n’Roll-Hall-Of-Fame inklusive nachfolgender Groupie-Vollbedienung, Edle-Brände-Verkostung und Luxushotelzimmer-Verwüst-Aktion, aber man kann sich’s ja nicht aussuchen… so hat’s für den guten Thorsten Mitte der Nuller-Jahre immerhin schon mal für ein paar Jahre Mitmusizieren bei den „Godfathers Of Grunge“ Malfunkshun in Seattle/Washington gereicht, auch nicht zu verachten.
Und für vergangenen Donnerstag gilt: Soviel Valentin-Stüberl war noch nie in der Ruppertstraße 28… ;-)))

The Legendary spielen live am 15. Juni im Wild At Heart in Berlin.

Very special thanks an Jürgen Franke / Substanz.

Reingehört (315): Fatalists, Yagow

Fatalists – Wayward Navigation (2017, Bandcamp)

Die Herrschaften vom schottischen Trio Fatalists haben ihre eindringlichen Agnostiker-Hymnen für ihr drittes Album unter dem Dachgebälk einer Kirche in Edinburgh eingespielt, die Band lässt keine Zweifel hinsichtlich geschliffener Härte im Vortrag aufkommen, klirrend-schneidende Gitarren im Geiste des Postpunk, mutiges Ausprobieren im Psychedelischen und der verschleppte Rhythmus des Noise Rock stecken den Rahmen ab für den grimmig-eindringlichen Gesang und die Einsichten über Freud und Leid des Daseins – die neun Stücke nehmen es in ihren besten Momenten mit der ins Hirn fräsenden Eindringlichkeit von Mission Of Burma und der Kompromisslosigkeit der Frühwerke der Gang Of Four auf. Celtic FC, Single Malt, Rankin, Oxford Bar, Arab Strap, Mogwai, Schottland hat immer einen Stein im Brett, die Fatalists und ihre Vision des Alternative Rock sind ein Grund mehr für zugewandtes Wohlwollen in Richtung Caledonia.
„Wayward Navigation“ erscheint am 20. Mai bei Bandcamp.
(**** ½ – *****)

Yagow – Yagow (2017, Crazysane Records)

Bewusstseinserweiternde Drogen im Vinyl- und CD-Format: Yagow aus Saarbrücken schießt die Hörerschaft von der heimischen Wiedergabegeräte-Abschussrampe in die unendlichen Weiten des Kosmos, dorthin, wo Captain Kirk und Meister Yoda im Weltenraum die verbotenen Substanzen kreisen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen, das saarländische Trio nimmt tiefenentspannt für sich ein mit entrückter, schwerer Psychedelic-Seeligkeit und melodischem Sternenglanz im Shoegazer-Format, mit Space-Drones und verhalltem Stoner Rock, die wie durch Nebel und Watte gefilterten, geisterhaften Sanges-Passagen tun ihr Übriges zum tonalen Weg-Beamen in andere Sphären. „Turn on, tune in, drop out“ zum Tummeln in den finsteren Ecken der Sonnensysteme oder so ähnlich…
Das Yagow-Debüt erscheint am 16. Juni beim Berliner Label Crazysane Records.
(**** ½ – *****)