The Felice Brothers

Reingehört (359): Ian Felice

Ian Felice – In The Kingdom Of Dreams (2017, Loose)

Felice-Brother Ian geht seine eigenen Wege: Der Songwriter aus dem US-Bundesstaat New York hat dieser Tage sein erstes Solo-Album veröffentlicht, anders als in den vergangenen Jahren Bruder Simone mit seinem solistischen Schaffen wie auch mit seinem temporären Bandprojekt The Duke & The King entfernt sich Ian Felice stilistisch nicht allzu weit von den früheren mit den Geschwistern eingespielten Werken wie „Yonder Is The Clock“, dem Bandnamen-selbstbetitelten 2008er-Album „The Felice Brothers“ oder dem im Vorjahr erschienenen „Life In The Dark“, wenn auch das Songmaterial weitestgehend ohne die Band-typischen Polterer und beschwingten, leichtsinnigen Tanzboden-Stampfer auskommt und sich vornehmlich im Bereich der filigraneren, nachdenklichen und getragenen Weisen bewegt.
Nicht weiter tragisch, Ian Felice bringt in den zehn Stücken von „In The Kingdom Of Dreams“ die Stärken seiner charakteristisch dünnen, latent nölenden Singstimme zur Entfaltung, die sich permanent irgendwo zwischen resignierender Schicksalsakzeptanz und besänftigender Entspanntheit einschwingt, und trägt die für langjährigen Hörer und Verehrer der Band in der Grundstruktur vertrauten Americana-Interpretationen vor, ins Entrückte driftender Indie-Kammer-Folk gibt sich die Hand mit Field-Recordings-artiger Banjo-Bluegrass-Einfach- und Reinheit wie mit fein gestrickter, herzergreifender Songwriter-Balladen-Kunst. Das Werk ist sparsam instrumentiert, wenn auch Exotisches wie eine singende Säge und vereinzelte Streicher sporadisch durch den Vortrag wehen, und arbeitet somit umso eindringlicher die Nachdenklichkeit und Melancholie der Stücke heraus, die Geschichten erzählen über Kindheitserinnerungen, Dramen und Eindrücke aus dem persönlichen Leben und Überlegungen zur Zukunft des jungen Mannes aus den Catskill Mountains.
Sehr persönliches Album zwischen erhebenden Gefühlen und grübelnder Sorge in gedeckten Farben, dass mental wie akustisch eindringlich verdeutlicht, dass der Herbst vor der Tür steht und zum Innehalten, Reflektieren, In-sich-gehen gemahnt.
(**** ½ – *****)

Reingehört (180): The Low Anthem, The Felice Brothers

KULTURFORUM The Felice Brothers @ Strom München 2014-11-11 (41)

The Low Anthem – Eyeland (2016, Razor & Tie/Washington Square)
Nach fünf Jahren ein neues Lebenszeichen der (ehemaligen?) Vorzeige-Folker aus Providence/Rhode Island um den charismatischen Sänger Ben Knox Miller: lange mussten die Fans warten auf neues Low-Anthem-Material, vor allem aufgrund der beiden zurecht hochgelobten Vorgänger-Alben „Oh My God, Charlie Darwin“ (2008, Nonesuch) und „Smart Flesh“ (2011, Bella Union) mit ihrer bezwingend-ästhetischen Spielart des filigranen amerikanischen Folk und ihren eingestreuten schmissigen Americana-/Indie-Folk-Rockern war die Erwartungshaltung groß, mit jedem weiteren Jahr stieg die Spannung – was Miller indes zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Jeff Prystowsky an elf neuen Arbeiten abliefert, dürfte bei dem ein oder anderen langjährigen Freund der Band für gewisse Verstörungsmomente und generelle Ratlosigkeit sorgen.
The Low Anthem bezeichnen ihren hier präsentierten, komplett runderneuerten Sound als „Future Folk“, die weiteren tonalen Beigaben, die in das neue Material gewoben werden, sprengen die Grenzen des Genres immens.
Neben fein gewobenen Folk-Mustern dominieren bisher von der Band ungehörte psychedelische Elemente, ätherisches Easy-Listening-Gedudel und ausgedehnte Ausflüge in den experimentellen Ambient- und Drone-Bereich.
„Her Little Cosmos“ besticht durch eine ungewohnte Science-Fiction-Rhythmik, „Ozzie“ ist großartiger Pop, die Losgeh-Nummer wird jedoch mittig von Beefheart-artiger Sound-Dissonanz zerhackt.
„Wzgddrmtnwrdz“ ist wüstes Experimental-Gefrickel, das „Yellow Submarine“ von den Liverpooler Langweilern ausgiebigst zitiert und „Am I The Dream Or Am I The Dreamer“ lässt weit mehr Reminiszenzen an die kalifornischen Multimedia-Avantgardisten von den Residents erahnen als an irgendwelche Volksmusik-Querverbindungen.
Einzig die Piano-Ballade „Dream Killer“ erinnert in ihrer schlichten Schönheit an frühere Wohltaten vom Schlage „Ghost Woman Blues“, „To Ohio“ oder „This God Damn House“, mehr bleibt auf „Eyeland“ nicht an Würdigung der eigenen Vergangenheit.
Man muss kein Prophet sein, wenn man sich zu der Aussage versteigt, dass die Band mit dem neuen Werk einige neue Freunde gewinnen, im selben Zug aber auch etliche alte verprellen wird.
Wer auch nur einen Funken Nerv für das musikalische Experiment besitzt, zeige keine Scheu, Traditionalisten erfreuen sich hingegen weiter am Frühwerk der Band oder an der Erinnerung an beeindruckende Konzerte wie eben jenes, das The Low Anthem im März 2011 im Rahmen ihrer Smart-Flesh-Tour im Münchner Ampere gaben.
(**** – **** ½)

The Low Anthem @ Ampere, München, 2011-03-30 / archive.org
Setlist: Ghost Woman Blues / Sally Where’d You Get Your Liquor From / Burn / To The Ghosts Who Write History Books / Ticket Taker / Apothecary Love / Home I’ll Never Be / Hey, All You Hippies! / Love And Altar / Evangeline / Matter Of Time / This God Damn House / To Ohio / Flowers In The Mist / Cigarettes, Whiskey & Wild, Wild Women / Boeing 737 / Charlie Darwin / Bird On A Wire > encore break / Smart Flesh

The Felice Brothers – Life In The Dark (2016, Yep Roc Records)
Alles beim Alten hingegen bei den Felice Brothers, die Brüder aus New York zelebrieren auf ihrem neuen Tonträger ihre Honkytonk-/Folk-Schunkler und Alternative-Country-Balladen in gewohnt lakonischer Melancholie, mit ihrem ureigenen Americana-Material besinnt sich das Quintett auf die großen früheren Würfe wie dem selbstbetitelten Album aus dem Jahr 2008 oder „Yonder Is The Clock“ (2009, beide Loose Records), das neue Album atmet die Atmosphäre von authentischen Field Recordings, Musizieren auf der Holzveranda und improvisiertem Spaß in der Scheune. Weitaus mehr Basement Tapes als großer Konzertsaal und darum umso schöner.
“This is an album about living in Dreamsville, USA, playing music with your friends and just letting it come into being like a radio transmitting messages.”
(****)

Abgerechnet wird zum Schluss: Konzerte des Jahres

Um es vorwegzunehmen: es war ein hervorragendes Konzertjahr, eines der Besten seit langem, so rundum zufrieden mit den dargebrachten konzertanten Aufführungen war ich lange nicht mehr. Entsprechend groß ist die Liste, von den folgenden Konzerten möchte ich kein einziges missen, ich bin glücklich und dankbar, dass ich das erleben durfte ;-)) – here we go:

Mono & Helen Money @ Hansa39, München, 2014-12-16
Konzert des Jahres, Teil 1: Keine große Überraschung für die regelmäßigen Leser dieses Blogs. Helen Money mit einem intensiven Cello-Solo-Vortrag, zwischen Experimental-Klassik und Avantgarde-Punk als Opener, die japanischen Post-Rock-Götter Mono mit einem furiosen Konzert, das die Grenzen des Genres bisweilen weit überschritt und in ganz große Kunst gipfelte. An dem Abend hat alles gepasst. Wunschlos glücklich. Reviews und Fotos hier und hier.

mono + helen money

Elvis Costello @ Circus Krone, München, 2014-10-13
Konzert des Jahres, Teil 2: Der Großmeister der britischen Songwriter alleine und insgesamt zwei Stunden und vierzig Minuten auf der Bühne des Circus Krone, zum Schluss unterstützt von den beiden Ladies von Larkin Poe, die das Vorprogramm bestritten. Teilweise ohne Mikrophon hatte Costello sein Publikum mit Solo-Arrangements seiner besten Songs wie „Alison“, „Shipbuilding“, „Oliver’s Army“ oder „Every Day I Write The Book“ und extrem unterhaltsamen Anekdoten aus seinem reichen Erfahrungsschatz von Anfang an in seinen Bann gezogen. Gegen Ende des Konzerts dachte ich bei mir: „Jetzt noch ‚What’s So Funny About Peace, Love And Understanding‘, dann bin ich glückseelig geplättet“ und Ihr erratet sicher, was dann kam… Weiter Bilder guckst Du hier.

elvis costello

Swans @ Hansa39, München, 2014-11-01
Katharsis und Kontemplation gehen Hand in Hand. Meditatives Wogen im schönsten und lautesten Lärm, den Du Dir vorstellen kannst. Michael Gira als Zeremonienmeister und seine Mitstreiter in Höchstform. Den kompletten nächsten Tag war ich taub. Fotos vom akustischen Stahlbad hier.

swans

Thee Silver Mt Zion Memorial Orchestra @ Hansa39, München, 2014-02-28
Großartiges Konzert der experimentellen Prog-/Post-/Art-Rocker aus Montreal um den Gitarristen und Sänger Efrim Menuck, der wie seine Mitmusikanten Thierry Amar und Sophie Trudeau auch für die kanadische Post-Rock-Band Godspeed You! Black Emperor musiziert. Zum dritten Mal gesehen/gehört und wie die Konzerte davor völlig beseelt aus der Halle gewankt.


Mogwai @ Backstage, München, 2014-02-05
Mit ihrer 2014er-Scheibe „Rave Tapes“ konnten mich Mogwai – selten kommt’s vor bei der Band – nicht restlos überzeugen, konzertant ist dies den schottischen Post-Rock-Göttern wie immer spielend und mühelos gelungen, zumal auch die neuen Stücke wesentlich dynamischer als auf Platte dargeboten wurden. Absoluter Höhepunkt war wie bei jedem Mogwai-Konzert, dass ich in den letzten Jahren besucht habe, „Mogwai Fear Satan“ – wenn Du dieses Stück live in der entsprechenden Lautstärke hörst, glaubst Du an einen Herrgott, believe me.


Bob Dylan @ Tollwood, München, 2014-07-01
An dieser Stelle gilt es, meinem treuen Konzertbegleiter Anton Dank zu sagen. Dank dafür, dass er mich lange genug bearbeitete, bis ich dem Dylan-Konzertbesuch zustimmte. Obwohl seit bestimmt drei Jahrzehnten Fan von Bob dem Meister, habe ich ihn bis zu diesem Tag nie live gesehen, die Zeit dafür war vor etlichen Jahren für meine Begriffe abgelaufen, zu viele negative Konzertberichte habe ich von den jüngsten Auftritten der Ikone aus Freundes- und Bekanntenkreis vernommen, und so hatte ich mich damit abgefunden, dass ich dereinst in die ewigen Jagdgründe eingehe, ohne Bob Dylan je in einem Konzert erlebt zu haben.
Wie gesagt, dank Anton war ich dann heuer doch vor Ort und ich habe es keine Minute bereut, ein gut aufgelegter Bob Dylan und seine perfekt eingespielte Band zelebrierten den Country-Blues- und Western-/Folk-Swing der jüngsten Dylan-Werke auf’s Angenehmste, lediglich die Swing-Version von „Blowin‘ In The Wind“ war überflüssig wie ein Kropf – ansonsten: alles richtig gemacht an dem Abend, sowohl der Bob wie auch der Anton und ich.


Attwenger @ Herzkasperl-Festzelt, Oktoberfest, München, 2014-09-21
Tu felix Austria! Attwenger sind die Band, die ich neben Dead Moon und John Cale bisher am öftesten gesehen habe, und wenn es so weitergeht, wird das österreichische Duo diesbezüglich irgendwann in den nächsten Jahren den alleinigen Spitzenplatz einnehmen. Attwenger auf der „Oidn Wiesn“ – passt wie Arsch auf Eimer. Mit ihrer Uptempo-Volksmusik brachten die beiden das Zelt zum Kochen – und Kaklakariada wird mir erzählen, dass das nix war! Party des Jahres! Buidl: do schaust.

KULTURFORUM Auf einen Schnaps mit Hans-Peter Falkner  www.gerhardemmerkunst.wordpress.com

Wovenhand @ Ampere, München, 2014-09-14
David Eugene Edwards, der Hohepriester des Southern Gothic, hat die bösen Geister auf das Intensivste beschworen und vertrieben, noch direkter, heftiger und krachiger als die Jahre davor. Wovenhand goes Gun Club + Jon Spencer Blues Explosion. Ein Weg, den ich gerne mitgehe. Bilder vom Konzert: hier.

wovenhand

Thurston Moore @ Ampere, München, 2014-11-19
Es lebt sich auch ganz gut ohne Sonic Youth. Konzertbericht + Fotos gibt es hier.

thurston moore + steve shelley

Postrock-Festival mit Nasmyth, Waves und Kerretta @ Glockenbachwerkstatt, München, 2014-09-28
Ein geniales Post-Rock-Paket mit den Neuseeländern Kerretta und den Münchner Lokalmatadoren Nasmyth und Waves. Letztere sind mir bereits 2013 im Vorprogramm von Russian Circles äußerst positiv aufgefallen. Ein toller Abend für Freunde diese Genres (wie mich), der keine Wünsche offen ließ. Obwohl eine lange Nacht, hab ich mich nicht eine Sekunde gelangweilt. Bitte demnächst mehr davon. Bilder: hier, hier und hier.

KULTURFORUM Kerretta @ Glockenbachwerkstatt München 2014-09-28 www.gerhardemmerkunst.wordpress.com (34)

Mdou Moctar @ Unter Deck, München, 2014-11-18
Weltklasse-Touareg-Blues aus dem Niger – weitere Ausführungen und Bilder hier.

mdou moctar

Crippled Black Phoenix @ Backstage, München, 2014-05-14
Zweieinhalb Stunden Vollbedienung in Sachen britischer Progressive Rock. Das aktuelle Album hat nicht unbedingt überzeugt, konzertant zieht die Band um Justin Greaves mit dem neuen schwedischen Sänger Daniel Änghede nach wie vor alle Register. Immer wieder gern gesehen. Bilder: guckst Du hier.

KULTURFORUM MÜNCHEN Crippled Black Phoenix 19  gerhardemmerkunst.worpress.com

The Felice Brothers @ Strom, München, 2014-11-11
Die gut aufgelegten Brüder rockten das Haus von der ersten Minute an mit ihrem mitreißenden Folk-Rock-/Alternative-Country-Mix, wesentlich traditioneller als beim letzten Konzert im Freiheiz, als sie wegen ihrer dezent eingesetzten elektronischen Experimente von der Journaille zum Teil heftige Kritik einstecken mussten. Fotos: guckste.

the felice brothers

Simone Felice @ Unter Deck, München, 2014-05-07
Auch Felice-Bruder Simone konnte mit kleinem Ensemble (Zweite Gitarre + Cello) wieder restlos überzeugen mit seinen hochmelodischen, teils sehr nachdenklichen Folk-Songs. Inclusive gelungenem Bruce-Cover „Atlantic City“. Weinen möchte man, so schön war’s…. Weitere Konzertfotos hier.

simone felice

The Moonband @ Theatron, München, 2014-08-18
Mit einer exzellenten Mixtur aus Alternative Country, Folk und Bluegrass überzeugten die jungen Münchner beim diesjährigen Sommer-Theatron. Klasse Songwriting, perfekte Beherrschung der Instrumente und ein beseelter Vortrag – Folkie, was willst Du mehr? Weitere Bilder vom Konzert gibt es hier.

the moonband

Owls By Nature @ Sunny Red, München, 2014-10-23
Das Beste vom Springsteen, den Pogues, Gaslight Anthem und Dropkick Murphys, gut geschüttelt und dezent beschleunigt, dann hast Du ungefähr eine Vorstellung der genialen Gute-Laune-Musik des kanadischen Quintetts. Ging ab wie Bolle. Konzertfotos: hier.

KULTURFORUM Owls By Nature @ Sunny Red M 2014-10-23 www.gerhardemmerkunst.wordpress.com (55)

The Rural Alberta Advantage + PS I Love You @ Atomic Café, München, 2014-12-04
Wunderbarer Doppel-Kanadier bei meinem persönlichen Abschied vom Atomic Café (am 1. Januar ist endgültig Schluss), ausführliche Berichte samt Bildern gibt es hier und da.

rural alberta advantage

Rauschangriff @ Südstadt, München, 2014-12-12
Vorbei war’s endgültig mit der „staaden Zeit“ beim Live-Comeback der Münchner Punkrock-Institution Rauschangriff am 12. Dezember in der Südstadt – und das war gut so. Zukünftig gibt’s wieder „Pogopunk im Altenheim“ – das nächste Mal beim Neujahresempfang der „Löwenfans gegen Rechts“ am 5. Januar in der (zugegeben ziemlich g’schissenen) neuen Stadionwirtschaft des Grünwalder Stadions – was soll’s: Punx not dead! Verrotzte Bilder und einen ausführlichen Bericht aus der Südstadt gibt es hier.

rauschangriff

Ken Stringfellow & Hanna Fearns @ Glockenbachwerkstatt, München, 2014-10-15
Wunderbares Folk-Konzert in kleinem Rahmen von Ken Stringfellow (of Posies-/Big-Star-/R.E.M.-Fame) und der Konstanzer Songwriterin Hanna Fearns, sympathische Menschen alle beide und grandiose Musiker obendrein. Bilder dieses intensiven Abends: guckst Du hier.

hanna fearns + ken stringfellow

The Great Crusades @ Orangehouse, München, 2014-05-29
Manchmal muss man sich für das Münchner Konzertpublikum einfach nur schämen: Für ein schmales Geld hat sich eine der versiertesten Rockbands Chicagos den Allerwertesten abgespielt – und dann kommen gerade mal an die vierzig zahlende Gäste. Shame on you, In-Crowd !!! Die Band hat es mit Humor genommen und alle Anwesenden per Handschlag am Ende des Konzerts verabschiedet. In der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen, aber ehrlich gesagt: mich könnte München bei der nächsten Tour kreuzweise bei der lausigen Nachfrage… Bilder für alle Daheimgebliebenen: hier.

www.gerhardemmerkunst.wordpress.com  KULTURFORUM GERHARD EMMER the great crusades 22

Liberty String Revival @ Kunstbunker, Kunst in Sendling, München, 2014-10-09
Was für Bluegrass-Feinschmecker! Aus meiner Nachbarschaft! Beherzter Gesang trifft technisch perfektes und beseeltes Handwerk. Dank an Reinhold Rühl, den Mitinitiator von „Kunst in Sendling“, dass er diese tolle Combo für das Eröffnungsprogramm der diesjährigen Ausstellungsreihe ausgewählt hat. In der Regel spielen bei derartigen Veranstaltungen ungenießbare, stinklangweilige Jazz-Blöd-Tröter – allein dafür Dank, dass mir das erspart blieb.
Bilder der Sendlinger Bluegrass-Giganten gibt es hier.

liberty string revival

The Pretty Things @ Backstage, München, 2014-05-25
Hab sie das letze Mal vor 15 Jahren im Vorprogramm von Van Morrison in Nürnberg gesehen, sie waren damals schon alt und sehr gut, inzwischen dürften sie eigentlich längst in Rente gehen – aber sie haben es immer noch drauf. Im Gegensatz zur Walking-Dead-Nummer der Stones leben die Pretty Things nach wie vor den dreckigen, messerscharfen Rhythm and Blues längst vergangener Londoner Beat-Keller-Tage und das machen sie auch im 51. Jahr ihrer Bandgeschichte immer noch verdammt gut. Bilder vom Konzert der lebenden Legenden gibt es hier.

the pretty things

Gerner Zipfeklatscher @ Viehhof Open Air Kino, München, 2014-07-29
Bayerische Wirtshausmusik meets Woodstock. Der Himmel öffnete seine Pforten, es goss in Strömen, und doch haben die Hüter der bayerischen Wirtshausmusik, die Gerner Zipfeklatscher, ein formidables Konzert hingelegt. Ein paar „Sonnen“-Schirme zusammengerückt und ab ging die Luzi. Wer auf richtig gute bayerische Gstanzl, aufgelockert durch folkloristische Bearbeitung von „Teenage Kicks“ und „The Roof Is On Fire“, steht, ist bei den Zipfeklatschern goldrichtig. Von mir bereits des Öfteren konzertant besucht und immer für gut befunden. Bilder dieses verregneten Abends gibt es hier.

KULTURFORUM Gerner Zipfeklatscher www.gerhardemmerkunst.wordpress.com (28)

Elektrik Kezy Mezy @ Theatron, München, 2014-08-19
Das Münchner Trash-Blues-Duo hat an dem Abend den Hanseln von den White Stripes, den Black Keys und von Left Lane Cruiser gezeigt, wo der Hammer hängt. Einpacken, Amis! Bilder vom furiosen Auftritt: checkst Du hier.

elektrik kezy mezy

The Marble Man @ Theatron, München, 2014-08-18
Die Traunsteiner begeisterten an dem Abend das sehr gut besuchte Amphitheater des Theatron mit einem tollen Progressive-Pop-Konzert der Extraklasse. Ich habe sie im Oktober nochmals im Rahmen des DigitalAnalog-Festivals gesehen, auch da haben sie auf der großen Bühne des Carl-Orff-Saals im Gasteig ein sehr versiertes Set hingelegt. Bilder von den beiden Auftritten: hier und hier.

the marble man

The Dad Horse Experience @ Stil-Wirt, Wolnzach, 2014-11-25
Unser liebster Bremer Wanderprediger Dad Horse Ottn hat uns wieder auf’s Erbaulichste die Leviten gelesen, beim Stil-Wirt zu Wolnzach. Ausführliche Messe inklusive Heiligenbilder: hier.

dad horse experience + special guest muskel

The Builders & The Butchers + Turbo Pefecto @ Kranhalle, München, 2014-06-03
Die Brachial-Folker aus Portland, Oregon inklusive phänomenalem Instrumental-Prog-Rock-Ableger Turbo Perfecto als Vorprogramm – ein Rundum-Glücklich-Paket, dass in der Form gerne wieder antanzen darf. Fotos hier und hier.

KULTURFORUM MÜNCHEN The Builders & The Butchers  Live München Kranhalle www.gerhardemmerkunst.wordpress.com

Panda Bear @ Strom, München, 2014-07-21
Noah Benjamin Lennox zelebrierte seine neopsychedelischen Elektro-Experimental-Hymnen auf absolut überzeugende Weise. Generell eher nicht mein Sound, an dem Abend habe ich gerne eine Ausnahme gemacht. Doku in Bildern: hier.

KULTURFORUM Panda Bear @ Strom 2014-07-14 www.gerhardemmerkunst.wordpress.com (22)

Chelsea Wolfe @ Hansa39, München, 2014-07-31
„Specific Brand of Drone-Metal-Art-Folk“ – früher hätte man das halt einfach Postpunk genannt, was die kalifornische Songwriterin in betörender Weise vorträgt, aber der Spezifikation dient die Bezeichnung allemal. Schöner Abend für alle Siouxsie-and-The-Banshees- und Jox-Division-Nostalgiker. Düsteres Bildmaterial: tastest Du Dich hier vor.

KULTURFORUM Chelsea Wolfe @ Hansa39, 2014-07-31 www.gerhardemmerkunst.wordpress.com (15)

Slim Cessna’s Auto Club @ Hansa39, München, 2014-01-26
Anfangs wirkte Jello Biafra’s liebste Alternative-Country-Band ungewohnt lustlos, im weiteren Fortgang des Konzerts brannte die Combo aus Denver, Colorado, dann doch das erwartete Wanderprediger-Southern-Gothic-Live-Feuerwerk ab. An guten Abenden dank der beiden Rampensäue Slim Cessna und Munly Munly eine der besten Live-Bands weit und breit, an dem Abend waren sie immer noch sehr passabel dabei. Beim nächsten Mal wieder volles Programm, würde ich vorschlagen.

Slim Cessna's Auto Club

 

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