The Moonband

The Moonband + Peter Doran @ Milla, München, 2015-05-14

Was soll an einem Konzertabend groß schiefgehen, in dessen Vorfeld der Austragungsort mit Dylan’s Ausnahmealbum „Desire“ von der Konserve beschallt wird? Ein äußerst genehmer Vorbote für die Großereignisse, die da noch kommen sollten.
Den herrlichen Folk-Abend im Münchner Milla eröffnete der Ire Peter Doran, den sich die Moonband für die Feier zum Release ihrer neuen Scheibe „Back In Time“ als Gast geladen hatte. Der Barde, der bereits am vergangenen Sonntag beim Glockenbachwerkstatt-Straßenfest mit den Mondfahrern kurz zugange war und von mir bei der Gelegenheit noch eher kritisch beäugt und belauscht wurde, erwies sich an dem Abend als großartiger Geschichtenerzähler und – sowohl im Solovortrag als auch mit Unterstützung der Moonband – als beherzter Folker, der den vollbesetzten Saal von Beginn an faszinierte und mit seinem schwungvollen Vortrag bestens unterhielt. Ein eindeutiger Beweis für die Entertainer-Qualitäten des Manns aus Mullingar liegt in dem Umstand begründet, dass das Publikum bei der finalen Nummer im Mitsingteil mit vollem Einsatz mitging, obwohl Doran hier keinerlei Anleitung gab, nahezu ein Wunder, das vielen Künstlern beim eher reservierten Münchner Publikum selbst bei ausführlichster Gebrauchsanweisung eher selten zuteil wird.
Liebe Moonies, den dürft ihr gerne wieder einladen, 1 A Vortrags-, Haltungs- und Benimmnoten für den irischen Sympath-Mann, kann ich da nur anmerken… ;-))
(*****)

Nach einer kurzen Pause stieg die Moonband in den Ring, fackelte nicht lange und gab mit dem Bob-der-Meister-Klassiker „You Ain’t Goin‘ Nowhere“ sofort die Marschrichtung der folgenden zwei Stunden vor, mit einer Nummer als Opener, die sowohl die „Basement Tapes“ von Dylan himself & The Band als auch den Country-Rock-Meilenstein „Sweetheart Of The Rodeo“ der Byrds ziert, kann man schlichtweg nichts falsch machen, zumal wenn derart exzellent vorgetragen wie am Donnerstag Abend geschehen.
Mit ihrem wunderbaren Mix aus Alternative Country, Americana, Folk und Bluegrass bestritt die Band den Großteil des Abends selbstverständlich mit neuen Titeln der just an dem Tag erschienen Coverversionen-CD „Back In Time“, Bob der Meister wurde noch mehrfach zu Gehör getragen („As I Went Out One Morning“, über die Maßen gelungen!), unter anderem kamen Sufjan Stevens, I Am Kloot und David Rawlings zu Ehren, und wie bereits am Sonntag zuvor überzeugte die Band mit dem „Fisherman’s Blues“ der Waterboys als einem der konzertanten Highlights vollends. Spätestens beim enthusiastischen Vortrag von älterem Material wie des Black-Sabbath-Klassikers „Heaven And Hell“ (Witz, ist natürlich eine Eigenkomposition des Raumschiffs) oder „Joe Stack“, einem meiner persönlichen 2014er-Favoriten, dürfte auch dem Taubsten unter den Anwesenden klar geworden sein, was ich bereits seit Veröffentlichung der hervorragenden CD „Atlantis“ im Vorjahr vermutete: Die Moonband ist endgültig in der Champions League der Alternative-Folk-Garde angekommen. Ich habe das Konzert im Vorfeld bereits etwas großmaulig als eines der Konzert-Highlights des Jahres angepriesen, herzlichen Dank an die Mädels und Jungs der Moonband, sie haben mich nicht hängen lassen ;-)))
(***** ½)

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The Moonband @ Straßenfest Glockenbachwerkstatt, München, 2015-05-10

Die Moonband nahm am späten Sonntagnachmittag beim gemeinsamen Straßenfest der Glockenbachwerkstatt und der Flüchtlingshilfe “Bellevue di Monaco“ schon mal mächtig Anlauf für die anstehende zweitägige Release-Sause zur neuen CD „Back In Time“ am kommenden Donnerstag und Freitag im Milla und lies Gram Parsons‘ Geist für circa eine Stunde über dem gelungenen, super besuchten und sonnenbeschienenen Stadtteilfest schweben.
Den bunten Countryfolk-Reigen eröffnete der irische Songwriter Peter Doran mit zwei launigen Balladen und gesanglicher Unterstützung der Moonies, Doran wird auch an den folgenden Milla-Abenden das Vorprogramm bestreiten.
Die Moonband verzauberte das beschwingte Publikum in einem kurzen Gig mit gewohnt qualitativ hochwertigem Folk-/Bluegrass-Crossover und lies den schmissigen Auftritt mit einer rundum gelungenen, beseelten, sich nicht allzusehr vom Original wegbewegenden Version der Titelnummer der von mir sehr verehrten Waterboys-Scheibe „Fisherman’s Blues“ ausklingen, die auch auf der neuen CD der Münchner Folk-Institution zu hören sein wird. Eigentlich wollten sie ja aus der neuen Scheibe am vergangenen Sonntag nach Aussage ihres Frontmanns Eugen Mondbasis noch nichts spielen, aber wenn The Moonband weiterhin ihre Versprechen derart wunderbar-charmant bricht, soll’s mir recht sein… ;-)))
Wie gesagt – kommenden Donnerstag und Freitag im Milla: The Moonband in Full Flight und über die volle Distanz. Man sieht sich.

Mondlandung im Milla: The Sensational Moonband / CD-Release-Konzerte am 14. & 15. Mai

MOONBAND LIVE MILLA 14 + 15 Mai 2015

Ich reiße meine große Klappe jetzt mal wieder sehr weit auf und behaupte ganz frech, aber halt auch total fundiert: eine der weltbesten Alternative-Country-/Folk-/Bluegrass-Bands – Stand derzeit – kommt: aus München, genau !!
Und hier, in unserer schönen Landeshauptstadt, finden zur Feier der Veröffentlichung von „Back In Time“, dem neuen Tonträger der Moonband, gleich zwei aufeinander folgende Konzerte im Club Milla statt, am 14. und 15. Mai. Wie schreibt das Milla-Team so treffend in ihrem aktuellen Newsletter: „Für Sommernächte ist The Moonband eine adäquate Alternative zu Mumford & Sons, da die Briten auf ihrem neuen Album dem Folk absagen und sich stattdessen dem belanglosen Stadionrock widmen.“ (Anyway, ich fand Mumford & Sons bereits vor ihrem aktuellen Auswurf total belanglos, aber das ist eine andere Geschichte…)

Der mit Spannung erwartete neue Longplayer wird ausschließlich Fremdmaterial enthalten, die Mondfahrer covern sich unter anderem durch Songs von Bob dem Meister (Dylan, gleich mehrfach), David Rawlings, Sufjan Stevens, Colin Wilkie und den herrlichen „Fisherman’s Blues“ der Waterboys.
Nachdem mich bereits die Vorjahres-Scheibe „Atlantis“ (2014, Rockville Music) wiederholt in Begeisterungs-Wallungen versetzte, erwarte ich auch hiervon wieder Großes.
Also, Ausreden gelten nicht, da zwei Konzerte zu alternativen Dates anstehen: wer zu einem Termin nicht kann, geht am anderen Tag hin und überzeugt sich selbst von den grandiosen Live-Qualitäten der Münchner Folk-Giganten.
Wird ein konzertantes Jahres-Highlight ! Versprochen !!

Lassen wir die Band zum neuen Release abschließend selbst zu Wort kommen:

„Im November 2014 erfüllten The Moonband sich und ihrem Publikum einen lange gehegten Wunsch. Bei einem Konzert in lauschiger Runde spielte die Band viele der Songs, die sie seit langer Zeit begleitet und persönlich inspiriert haben. Einige dieser Stücke haben die Herzen der Musiker nicht erst erobert, als sie vor 8 Jahren begannen, am WG-Küchentisch eine Band zu formieren. „You Won’t Get Me Down in Your Mine“ des englischen Liedermachers Colin Wilkie beispielsweise wurde The Moonband quasi in die Wiege gelegt – bereits die Väter von Elena Rakete und Eugen Mondbasis spielten diese Nummer in den 90ern mit der Irish-Folk-Band Fairytale. Und so sind viele der Moonband-Vorbilder wie Tim O’Brian, Chris Thile oder Bob Dylan auf „Back in Time“ zu finden.

Am Ende der zehntägigen Aufnahmesession des Albums luden The Moonband zu einem kleinen Spezial-Konzert in ihr Wohnzimmer-Studio. Fans, die der Einladung gefolgt waren, ließen sich auf das Experiment ein, mit einem Zeitreisebus durch die nebligen Tiefen des Bayerischen Waldes chauffiert zu werden. Zur Belohnung gaben die Musiker ein intimes, unverstärktes Konzert, dessen Mitschnitt dem Album auch als DVD beiliegt.

Nicht nur die Wohnzimmeratmosphäre, auch die Instrumentalisierung macht das Album zu einer wahren Zeitreise. Die Band besinnt sich ihrer Ursprünge und verlässt sich auf ihre mehrstimmigen Gesänge und akustischen Instrumente von Bouzouki bis Mandoline. Trotz der Tatsache, dass einige der Stücke bereits seit Langem im Live-Repertoire zu finden sind, ließen es sich die Musiker nicht nehmen, den Stücken eine neue Note zu verleihen. Der Zuhörer wird die Moonband-typischen Gesangspassagen nicht missen. Folkige Instrumentals verweben sich mit atmosphärischen Arrangements.

„Back in Time“ zeigt in aller Unverfälschtheit, woher The Moonband kommen und wer sie sind. Da musiziert eine Münchner Band, mitten im Bayerischen Wald, in guter angelsächsischer Liedermacher-Tradition und klettert mühelos über die kulturellen Grenzen Europas.

Ein Ton folgt dem anderen – und dennoch scheint die Zeit auf „Back In Time“ still zu stehen. Für die Dauer eines Konzerts verfließen die Grenzen von Raum und Zeit. „Back in Time“ ist ein musikalischer Ort der Sehnsucht.“

The Moonband / Homepage