The Rolling Stones

Soul Family Tree (22): Tanzbar Special

Black Friday, my dudes, heute mit einem Gastbeitrag vom Hamburger Freiraum-Blogger Stefan Haase mit Dance-Grooves zum Abhotten, schwingt die Tanzbeine, Disco-Fox und ab dafür:

Heute heißt das Motto: Tanzbar. Es gibt Soul und R’n’B fürs Herz aber auch für die Arme und Beine. Floorfillers zum Vorglühen auf das Wochenende. Rare, teils abgefahrene Grooves und „Foot Stompin Soul“ für die musikalische Fahrt ins Vergnügen. All Filler, No Killer!

Los geht es mit Geno Washington, der als amerikanischer Soldat in den 1960er Jahren nach England kam und blieb. Er gründete seine Band The Ram Jam und legte im damaligen hippen London los. Mit seinem Album „Foot Stompin Soul“ wurde die Richtung vorgegeben. Dexys Mindnight Runners ehrten ihn in ihrem Song „Geno“. Zum Einstieg gibt es eine ruhigere Nummer. Doch wer seine Live-Version von „Que Sera“ hören möchte, klickt hier. Oder ein Ausschnitt eines Konzertes im Londoner Marquee Club.

Marsha Gee ist nach wie vor ein Geheimnis. Aufgenommen wurde die Single „Peanut Duck“ 1965 in einem amerikanischen Studio. Doch sie wurde nicht veröffentlicht. Erst in den 1980er Jahren entdeckte sie ein DJ, und erst 2005 wurde die Single erstmals veröffentlicht. Der Name der Sängerin soll auch nicht Marsha Gee sein. Doch das ist egal. Denn dieser Song ist nach wie vor eine rare Perle.

Der Texaner Roy Head veröffentlichte seine Single „Treat Her Right“ 1965, und sie wurde sein größter Hit. Andere Künstler wie George Thorogood oder Johnny Thunders coverten den Song.

Della Reese ist eine amerikanische Sängerin und Schauspielerin mit einer Bandbreite zwischen Gospel, Soul und Pop. 1960 nahm sie das Album „Della Della Cha Cha Cha“ auf. Und wir hören daraus „Come On A My House“.

Mit Georgie Fame geht es nach England. Er ist Keyboarder und Songschreiber und hatte früh den Groove heraus, in dem er z.B. den Song „Sunny“ coverte, aber auch mit Eigenkompositionen. Seine berühmteste war „The Ballad Of Bonnie And Clyde“.

Mit abgedrehten Klängen von Ananda Shankar beenden wir die heutige Tanzbar. In den späten 1960er Jahren ging Shankar in die USA, spielte u.a. mit Jimi Hendrix zusammen und nahm ein Album nur mit Coverversionen auf. Hier gibt es die Rolling Stones im Indien-Style:

Ich hoffe, es hat Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal.

Peace and Soul.

Stefan aka Freiraum

Soul Family Tree (3): Sharon Jones, Shirley Bassey, Slim Harpo, David Bowie

cephaswiggins

Black Friday, once again, das nächste Menü aus der Soul Kitchen, serviert von Stefan Haase vom Hamburger Freiraum-Blog, heute unter anderem mit einer Reminiszenz an den Thin White Duke – do the hip shake, Brothers and Sisters:

Wer noch nach einer guten Anleitung für das angebrochene Jahr sucht, dem sei „Shake Your Hips“ empfohlen. 2016 beschäftigt auch im neuen Jahr. Und es bleibt bewegend und abwechslungsreich mit Sharon Jones, Shirley Bassey, Slim Harpo und mit einer Erinnerung an David Bowie.

Wenn das Leben eine lebenslange Prüfung ist, dann wurde Sharon Jones besonders hart geprüft. 20 Jahre lang versuchte sie, einen Plattenvertrag zu bekommen. Unbeirrt verfolgte sie ihr Ziel, nahm verschiedene Jobs, u.a. als Gefängniswärterin, an. Sie wurde als zu alt, zu klein, zu dick abgelehnt und es dauerte bis 2002, als sie bei dem neu gegründeten Plattenlabel Daptone Records ihr Ziel erreichte und einen Plattenvertrag unterschrieb. Mit 46 Jahren startete sie ihre erfolgreiche, wenngleich zu kurze Musikkarriere. Denn das Schicksal schlug wieder zu. 2013 wurde bei ihr Krebs diagnostiziert. Bereits wenige Monate später in 2014 stand sie wieder auf der Bühne. Mit kurz geschorenen Haaren trat sie auf, was man auch als klares Statement verstehen kann. Die Liebe und Zuneigung ihrer Fans war ihre Medizin, wie sie in Interviews betonte. Mittlerweile hatte sie auch Erfolg und spielte vor ausverkauften Häusern. Doch der Krebs streute wieder und im November 2016 starb sie an ihrer Erkrankung.
Dem Fernsehsender ARTE sei Dank. Sie filmten ein Konzert aus 2014 im Pariser Olympia, was natürlich ausverkauft war. Ganz wie die Großen des Soul in den 60er Jahren ließ sie sich von ihrer formidablen Band The Dap Kings ankündigen, betrat nach ca. 15 Minuten die Bühne und lieferte ein energiegeladenes Konzert ab.
Sharon Jones hat nie aufgegeben, an sich zu glauben, und stets Haltung gezeigt. Eines meiner Lieblingslieder von ihr ist eine ruhige Nummer: „Slow Down Love“. Doch bitte nicht vergessen: auf ARTE das Konzert anschauen. Es lohnt sich.

„Don’t have to move yo‘ head
Don’t have to move yo‘ hands
Don’t have to move yo‘ lips
Just shake yo‘ hips…“

Slim Harpo (1924-1970) gehört zu den Legenden im Blues. Besonders sein Harmonika-Spiel begeisterte das Publikum. Nicht zu vergessen: sein Einfluss auf andere Künstler war groß und ist es immer noch. Das Lied „Shake Your Hips“ wurde u.a. von den Rolling Stones (auf dem Album „Exile On Main St.“) aufgenommen. Und den Gitarrenriff kann man z.B. bei ZZ Top´s „La Grange“ hören. In den 60r Jahren hatte er zudem großen kommerziellen Erfolg und war einer der erfolgreichsten Blueskünstler seiner Zeit. Also folgen wir doch einfach Slim Harpos Worten „Shake Your Hips“.

Die gebürtige Waliserin (Dame) Shirley Bassey wurde am 8. Januar 80 Jahre alt. Die meisten kennen sie u.a. durch ihre Zusammenarbeit mit Yello („The Rythm Divine“) oder mit Propellerheadz („History Repeating“) und als einzige Sängerin, die in drei Filmen einen James- Bond-Titelsong sang („Goldfinger“, „Diamonds Are Forever“, „Moonraker“). Vor 60 Jahren erschien ihre erste Single und sie hatte das Glück, über mehrere Jahrzehnte erfolgreich zu sein. Und das, obwohl es wenige Single-Hits von ihr gibt. Schon früh verkörperte sie die Diva auf der Bühne. Besonders hervorzuheben ist ihre kraftvolle Stimme. Der Zufall wollte es zudem, dass mir ein Remix vom amerikanischen DJ Kenny Dope in die Ohren kam, der ihre Interpretation von „Light My Fire“ von 1970 remixte und in die Neuzeit hob. Das ist Entertainment.

Am 8. Januar hätte David Bowie seinen 70. Geburtstag gehabt. Und am 10. Januar war sein Todestag. In einem Nachruf schrieb ich: „Er schaffte den Sprung vom Künstler zum eigenen Kunstwerk früh. Etwas was nur wenige schaffen. Nicht das er als Künstler nur seine Äußerlichkeit und den Musikstil änderte. Nein, er änderte den ganzen Hintergrund seines eigenen Gemäldes und wurde damit früh künstlerisch unsterblich.“

Und sein Produzent, auch vom letzten Album, Tony Visconti, sagte: „His death was no different from his life – a work of Art.“ In Erinnerung an einen der großen Künstler in der Musik. David Bowie mit „Lady Grinning Soul“.

Und beim nächsten Mal werde ich u.a. an den 10. Todestag von James Brown erinnern.

Peace and Soul.

Soundtrack des Tages (124)

Erich vom mannigfaltiges-Blog hat vor Kurzem ein Gedicht von Erich Mühsam gepostet, das hat mich direktemang nach vielen Jahren mal wieder die Scheibe ‚Fluche Seele Fluche‘ von Pannach & Kunert aus dem Plattenregal fischen lassen, der Titelsong ist die Vertonung eines Mühsam-Gedichts, das Album enthält neben Reminiszenzen an Sonny Terry & Brownie McGhee, Joan Miró, eigenkomponiertem Liedgut von Gerulf Pannach und Christian Kunert und der deutschen Version des Elton-John-Klassikers „Country Comfort“ („Ach, wie gut ist’s auf’m Land“) mit „Hinterhof-Gör“ auch eine gelungene Adaption der Rolling-Stones-Nummer „Factory Girl“ vom ‚Beggars Banquet‘-Album (1968, Decca).

Das Album ‚Fluche Seele Fluche‘ ist 1982 bei mood-Records erschienen, einem Musiker-eigenen Independent-Label aus Heidelberg, dessen Platten in erster Linie vom Tonträger- und Bücher-Versender Zweitausendeins vertrieben wurden und das neben den Werken der bayerischen Cash-Cow Biermösl Blosn vor allem unverdaulich-dröges Deutsch-Jazzer-Zeug veröffentlichte.

Die ostdeutschen Liedermacher Gerulf Pannach und Christian Kunert wurden 1976 im Nachgang zu Protesten gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns von Mitarbeitern der Staatssicherheit der DDR verhaftet, nach neun Monaten Internierung und Verhören sind sie zusammen mit dem Schriftsteller und Bürgerrechtler Jürgen Fuchs im August 1977 nach West-Berlin ausgewiesen worden.
Gerulf Pannach ist im Mai 1998 im Alter von 49 Jahren gestorben, Christian Kunert arbeitete weiter als Musiker, unter anderem mit der Klaus Renft Combo. In den letzten Jahren ist er bei Lesungen mit neuen Texten und bei Veranstaltungen zur kritischen Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur aufgetreten.

Der Anarchist und Dichter Erich Mühsam war im April 1919 maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, in der Nacht des Berliner Reichstagsbrandes wurde er 1933 von der SA verhaftet und am 10. Juli 1934 von Angehörigen der SS-Wachmannschaft im Konzentrationslager Oranienburg ermordet.