The Waterboys

Reingehört (34)

KULTURFORUM Reingehört 33

 
The Echo Bombs – King Of Uncool (2014, Rubber Brother Records)
Erinnert in den großen Momenten – und das sind derer viele auf der Scheibe! – an das Beste, was das Crypt-Records-Label seinerzeit zu bieten hatte, Oblivians, New Bomb Turks und The Gories, um nur einige Namen zu nennen. Treibender LoFi-Garagen-Trash und „Psycho Surf“ eines neuen Trios aus Phoenix, Arizona. Gewürzt jeweils mit einer Prise Wipers und Dead Moon, fertig ist der treibende Garagenpunk – geht ab wie Bolle, eine ganz dicke Empfehlung meinerseits!
(*****)


 

The Waterboys – Modern Blues (2015, Harlequin And Clown)
Wenig erheiterndes Rock-/Pop-Gebräu um Ober-Wasserkopf Mike Scott. Die Band schafft auch auf dieser Scheibe nicht den Schritt raus aus dem Mainstream und langsam reift in mir die Erkenntnis, dass die grandiose Celtic-Folk-Rock-Scheibe „Fisherman’s Blues“ aus dem Jahr 1988 ein absolutes Zufallsprodukt war.
(**)


 

The Miserable Rich – Live In Frankfurt + All The Covers (2014, Humble Soul)
Ganz nette Kammerpop- und Indie-Folk-Platte der Combo aus Brighton, UK, deren Mitglieder teilweise auch bei Mumford & Sons zugange waren/sind. Die Liveaufnahmen, in der Frankfurter „Brotfabrik“ mitgeschnitten, gestalten sich auf Dauer etwas eintönig und die beigelegte Coverversionen-Sammlung der Band enthält für meine Begriffe auch wenig Aufregendes, „Gigantic“ und „Sweet Dreams“ braucht in der Form kein Mensch, am ehesten überzeugen noch die Stranglers-Nummer „Golden Brown“ und „Stop The Cavalry“, im Original von Jona Lewie.
(***)


 

Christian Wallumrød – Pianokammer (2015, Hubro)
Der Norweger Pianist und Komponist wird nach landläufiger Meinung dem Jazz zugerechnet, auf diesem spannenden Output ist dahingehend wenig bis nichts zu vermerken. Den Hörer erwartet eine höchst unterhaltsame Balance zwischen eingängigen, im weitesten Sinne konventionellen Pianostücken und experimentelleren Ausflügen. Der siebenminütige Opener „Fahrkunst“ ist ein Non-Event-Ambient-Klanggebilde, es passiert tatsächlich wenig bis nichts, zum Einstieg also eine Runde Meditation, die weiteren, oft wunderbar ruhig gehaltenen Pianostücke pendeln zwischen moderner Klassik und hoher Improvisationskunst (ok, „Second Fahrkunst“ geht im weitesten Sinne vielleicht auch als Free-Jazz durch).
(****)


 

Ryley Walker – Primrose Green (2015, Dead Oceans)
Bereits das Platten-Cover lässt ahnen: ein völlig aus der Zeit gefallenes Werk, dass auf vieles verweist, was im experimentellen Folk schon immer gut und schön war. Der Ami-Jungspund tummelte sich längere Zeit in der Chicagoer Experimental- und Noise-Szene, auch auf dem letzten Wrekmeister-Harmonies-Meisterwerk „Then It All Came Down“ (in dieser Rubrik bereits besprochen) war er zugange, auf seinen Solowerken orientiert er sich vortrefflich an Größen wie Nick Drake, Bert Jansch und vor allem am Jazz-beeinflussten Progressive Folk von Tim Buckley. Neben „Starsailor“, „Happy Sad“ oder Buckleys exzellenter Live-Scheibe „Dream Letter“ dürfte „Primrose Green“ im Regal nicht weiter stören. Feines Album.
Eike vom „Klienicum“ hat vor ein paar Wochen auch eine schöne Notiz zum neuen Album von Ryley Walker gepostet, guckst Du hier.
(**** ½)