Tom Waits

Reingelesen (61): Barney Hoskyns – Tom Waits: Ein Leben am Straßenrand

„Dieses ganze geheimnisvolle Getue um diesen total abgefahrenen Kerl und all dieser Charles-Bukowski-Mist. Niemand war wirklich so. Im Grunde genommen war er ein Lehrersohn aus der Mittelklasse von San Diego. Und was er da vorführte, war seine Vorstellung davon, wie abgefahren arme Leute waren.“
(Robert Marchese)

Barney Hoskyns – Tom Waits: Ein Leben am Straßenrand (2009, Heyne)

Eine Kultfigur, die sich von der Öffentlichkeit abschottet, ist schwer greifbar, siehe Extrembeispiel J. D. Salinger, derart vollumfänglich radikal wie einst der „Fänger im Roggen“-Autor entzieht sich Ausnahmemusiker Tom Waits den Medien zwar nicht, die Adresse seiner Heimstatt ist für Außenstehende indes streng geheim, für den Autor der vorliegenden Biografie waren weder er noch sein näheres Umfeld für Gespräche und Hilfestellung bereit, somit also kein leichtes und risikofreies Unterfangen, den kalifornischen Barden, Songwriter und Schauspieler Waits zu porträtieren, der englische Musikkritiker Barney Hoskyns ist das Wagnis eingegangen und hat trotz der widrigen Umstände im Rahmen der Recherche durchaus Passables zu Papier gebracht.

Tom Waits kommt 1949 in Pamona im Los Angeles County als Kind eines Schullehrer-Ehepaars zur Welt, der Vater Jesse Frank Waits verlässt 1960 die Familie, dem Musiker bleibt in späteren Jahren vor allem die Alkoholsucht des Altvorderen als familiäres Erbe, erst im mittleren Alter wird er seine eigenen Probleme als regelmäßiger Trinker in den Griff bekommen. Geschichten aus dem persönlichen Umfeld und die speziellen Marotten der Verwandtschaft finden mehrfach thematisch in späteren Songtexten Eingang.

„Da ich ohne Vater aufwuchs, war ich ständig auf der Suche nach einer Vaterfigur. Diese Typen wurden so etwas wie Vaterfiguren für mich. Kerouacs „On the Road“ zu lesen, bereicherte meinen Alltag um ein aufregendes Quäntchen Mythologie und führte dazu, dass ich mich, angetrieben von Forscherdrang und voll Neugierde auf die Details des Lebens, selbst on the road begab.“
(Tom Waits)

Waits heuert im Alter von 21 Jahren beim Zappa-Manager Herb Cohen an, der bringt ihn 1972 beim Asylum-Label unter, der Plattenfirma von Bands und Musikern wie den Eagles oder Jackson Browne, deren Musik wie auch deren Lebensstil Waits völlig fremd sind. Der amerikanische Westcoast-Sound ist sein Ding nicht, eine bekannte Folk-Formation verspottete er als „Crosby Steals The Cash“, über die Cover-Version von „Ol‘ 55“ der Eagles, die ihm immerhin ordentlich Tantiemen in die Kasse spülte, rümpfte er verächtlich die Nase.

Für landesweite Konzertreisen schickt Cohen seinen Schützling zur Promotion als Eröffnungsnummer auf Tour mit Frank Zappa und den Mothers, Waits geht beim feindseeligen, extrem kritischen Zappa-Publikum durch eine harte Schule und stellt aufgrund der negativen und ablehnend Resonanz, die er aus diesem Lager erfährt, erstmals die Sinnfrage hinsichtlich seines künstlerischen Schaffens.

Autor Hoskyns widmet sich in seiner Waits-Biografie ausführlich den ersten Engagements des Sängers im Troubadour Nightclub in West Hollywood Anfang der Siebziger, den musikalischen wie literarischen Einflüssen, Dylan, Monk, Louis Armstrong, Dr. John, Howlin‘ Wolf auf der einen, explizit die Beat-Autoren Kerouac und Ginsberg plus Suff-Poet Bukowski auf der anderen Seite, bei letzterem stößt die Musik Waits‘ auf wenig Gegenliebe, erst kurz vor seinem Ableben wird der Underground-Schreiber mildere Worte für den geistesverwandten Songwriter finden. Seine Freundschaft zum Musiker-Kollegen Chuck E. Weiss und seine Affäre mit der Sängerin Rickie Lee Jones werden ausführlichst thematisiert, wie sein Abhängen im vermüllten Zimmer des Tropicana Motel, das er jederzeit der von ihm verachteten Laurel-Canyon-Szene um Joni Mitchell und David Crosby vorzog.

„Natürlich war sein Gehabe aufgesetzt, und natürlich rieb man sich daran und dachte: ‚Okay, dass er in Wahrheit kein Jazzbo-Beatnik aus den Fünfzigern ist, weiß jeder‘. Aber was er tat, hatte einfach Qualität.“
(Tom Nolan)

Hinsichtlich Plattenaufnahmen gelingt Waits mit einer feinen Bar-Jazz- und Folk-Balladen-Sammlung ein mehr als passabler Einstieg in die Musikindustrie, ergreifende Nummern wie das bereits erwähnte „Ol‘ 55“, „I Hope That I Don’t Fall in Love with You“, „Ice Cram Man“ und „Rosie“ tragen auf „Closing Time“ (1973, Asylum) zu einem exzellenten Debüt-Album bei, auf den folgenden Longplayern wird sich der Waits-Stil bis Anfang der Achtziger weg vom Folk, hin zum Piano-Jazz und Bar-Blues entwickeln, in den Texten thematisch permanent in einer Verbindung aus Tragik und Romantik zugange. Ab den späten Siebzigern ist Waits – oft nur in Nebenrollen – als Schauspieler in Kinofilmen zu sehen, diverse Male in Produktionen von Francis Ford Coppola, herausragend in seiner Karriere als Mime sind die Hauptrolle in Jim Jarmuschs Low-Budget-Klassiker „Down By Law“ aus dem Jahr 1986 an der Seite von Avantgarde-Jazz-Musiker John Lurie und dem italienischen Schauspieler Roberto Benigni und sein Auftritt in Robert Altmans Episoden-Film-Meisterwerk „Short Cuts“ im Jahr 1992.

Seine frisch angetraute Frau Kathleen Brennan bringt ihm Anfang der Achtziger die musikalische Welt des Blues-Avantgardisten und Zappa-Spezis Don Van Vliet aka Captain Beefheart näher, unter dem Einfluss der Arbeiten des unkonventionellen Experimental-Rock-Musikers und weiterer Outsider-Komponisten wie dem kalifornischen Musik-Theoretiker Harry Patch entwickelt Waits die Songs für sein Album „Swordfishtrombones“ und gibt damit gleichzeitig die stilistische Marschrichtung vor für weitere, folgende Ausnahme-Alben wie „Rain Dogs“, „Bone Machine“ oder seine musikalischen Kollaborationen mit dem experimentellen Theatermacher Robert Wilson. Elektra-/Asylum-Chef Joe Smith ist entsetzt vom neuen Material, es kommt 1982 zum endgültigen Bruch mit seinem angestammten Plattenlabel, das Werk erscheint auf dem Island-Label von Chris Blackwell, die Welt lernt den experimentierfreudigen Kunstmusiker Waits kennen, wie er ab diesem Zeitpunkt bis zum heutigen Tag in den Feuilletons dieser Welt abgefeiert wird, passe ist der von Thelonious Monk, Dr. John, Randy Newman und Charles Bukowski beeinflusste Bar-Blues und Jazz früherer Tage. Waits‘ weitere Alben sind geprägt vom Tüfteln auf kaputten Instrumenten, Kurt-Weill-Anlehnungen, exotischer Marimba-Rhythmik, New-Orleans-Beerdigungskapellen-Gebläse, schrägem Folk, Swamp-Blues und dem Avantgarde-Gitarrenspiel seines zukünftigen, langjährigen Kollaborateurs Marc Ribot.

Barney Hoskyns hat von Seiten Waits/Brennan beim Verfassen seiner Biografie keinerlei Unterstützung in Form von Interviews, beantworteten Briefen oder telefonischen Gesprächen bekommen, darüber hinaus hat das Paar offensichtlich nichts unversucht gelassen, um den eigenen Inner Circle von einer Zusammenarbeit mit dem Autor abzuhalten, der im Anhang veröffentlichte Mail-Verkehr, unter anderem mit dem Management von Stones-Gitarrist Keith Richards und mit Rickie Lee Jones, dokumentiert das hinlänglich.
Hoskyns stützt sich in seiner Recherche auf wenige, Jahrzehnte-alte Interviews, die er in seiner Eigenschaft als Musikjournalist in der Vergangenheit mit dem Star führen durfte, und auf Erinnerungen von Zeitgenossen, denen das Wohlwollen des Musikers egal war oder die längst keinen Kontakt mehr zu Waits hatten.
Unter diesen Umständen ist die Arbeit von Hoskyns grundsätzlich zu loben, auch wenn der Leser aufgrund fehlender Informationen aus erster Hand die unterhaltsamen Anekdoten aus dem Leben des großen Musikers oft vergeblich sucht. Der Autor lässt seine eigenen Interpretationen und Eindrücke zur Waits-Musik und -Vita Revue passieren, dass ist nichts Verwerfliches, der deutsche Autor Christoph Geisselhart hat es mit diesem Ansatz zu einer dreibändigen, lesenswerten, 1.400-seitigen Dokumentation über die britische Rock-Institution The Who gebracht, auch im Fall von Hoskyns und Waits funktioniert diese Herangehensweise leidlich, zumal sie gespickt ist mit latent zur Ironie neigenden Spitzen des Autors in Richtung seines Helden, die jedoch nie sein Fan-Dasein verleugnen und die grundlegende Zuneigung zum verehrten Musiker erkennen lassen.
Die ausführliche Besprechung und Interpretation der kompletten Songs jeder einzelnen Waits-Veröffentlichung zelebriert der Autor bis zum Exzess, so genau mag man’s als Hörer oder Leser dann oft doch nicht wissen, und den Begriff der „Pastiche“, den Hoskyns bei seiner vergleichenden Beschreibung von einzelnen Waits-Songs weit über Gebühr bemüht, den mag man als Leser irgendwann auch nicht mehr durchgehen lassen, ohne aufkommende Verärgerung über diese auf Dauer unoriginelle Form der Referenz zu verspüren.
Anyway, ein willkommener Anlass, um den ein oder anderen Tonträger des Sängers mit der ruinierten Stimme aus dem Plattenschrank zu ziehen und abzutauchen in die wundersam-wirre Welt einer alkoholgetränkten, versponnenen Parallelwelt-Romantik ist die Lektüre des Hoskyns-Werks allemal.

Bezeichnend ist die Geschichte zum Schlusskapitel des Buchs: Barney Hoskyns wartet im verregneten schottischen Sommer 2008 nach einem Waits-Konzert im Edinburgher Playhouse am Tourbus auf seinen Star, um persönlich endlich ein paar Worte mit ihm zu wechseln, Waits indes sitzt bereits im Bus, ist dem Fan wieder einmal enteilt und bleibt für ihn weiter unerreichbar, eine bezeichnende Metapher für die Arbeitsgrundlage zu dieser Biografie.

„Wenn Sie heute wirklich etwas suchen müssen, dann den Ausweg.“
(Tom Waits)

Der Brite Barney Hoskyns ist Musikjournalist und Redakteur des Online-Musikarchivs Rock’s Backpages. Seine Artikel erschienen unter anderem in Fachpostillen wie Melody Maker, New Musical Express und Rolling Stone. In den neunziger Jahren war er US-Editor des renommierten Mojo Magazine. Hoskyns ist der Autor mehrerer Bücher über Themen wie Glamrock, die Laurel-Canyon-Szene, Haight-Ashbury und die englischen Hardrock-Pioniere Led Zeppelin. Barney Hoskyns und seine Familie leben in London, mit dem Ultravox-Musiker Midge Ure ist er verschwägert.

Tom Waits veröffentlicht sporadisch weiterhin Alben, zuletzt im Jahr 2011 den sehr hörenswerten Experimental-Blues-Longplayer „Bad As Me“ beim kalifornischen Indie-Label ANTI-. Etliche Mainstream-Artisten wie Rod Stewart und Bruce Springsteen haben in der Vergangenheit Coverversionen seiner Songs interpretiert und somit, durch die Verkaufszahlen bedingt, einen nicht unerheblichen Anteil an der Vermögensbildung des Kultmusikers.

Reingehört (246): Donkeyhonk Company

Donkeyhonk Company @ Stilwirt Wolnzach 2016-03-22 --- DSC01134

Donkeyhonk Company – Honkrock EP (2016, Eigenvertrieb)
Neues Lebenszeichen aus dem oberbayerischen Swampland von den Bluesbrüdern Lametto, Wig und Pedl, beim Stilwirt zu Wolnzach und im weiteren Umland seit 2010 als Donkeyhonk Company bekannt und hochgeschätzt. Das Trio ist eine der ganz wenigen Bands, die Tom Waits als musikalisches Vorbild nennen und seiner Musik und seinem Gedankengut in ihren Songs nachspüren, ohne dabei auch nur im entferntesten peinlich zu klingen, das mache ihnen im Fall des morbiden kalifornischen Songpoeten erst mal so formvollendet jemand nach.
Sieben neue oder neu eingespielte Nummern der Band finden sich auf dem aktuell erschienenen Tonträger, wo das Debüt der Band „Long Way Home“ (2012, Reverbnation) noch von englischen Songversen dominiert war, würdigen die drei Musiker in den Texten der neuen EP überwiegend ihre bayerischen Wurzeln und stellen unter Beweis, dass in Mundart vorgetragene Songs nicht zwingend in Grenz-Debilität und Peinlichkeiten ausarten müssen, wie man sie von vielen Vertretern der New Wave of bayerische Volksmusik kennt und eben nicht schätzt, herausragendes Positiv-Beispiel für Dialekt-Singen auf „Honkrock“ ist der auch konzertant bewährte, ohne jeglichen Kitsch, dennoch schwerst ergreifend vorgetragene „Kreizweg“, das Blues-historische amerikanische „Crossroads“ taugt hier als Referenz ebenso wie die im katholisch geprägten Oberbayern in der Karwoche zelebrierte Andachtsübung.
Der Sound der Donkeyhonk Company bleibt bewährt im Bluegrass, im authentisch-schmutzigen Country-Blues und der Muddy-Roots-geprägten Spielart des Underground-Folk verhaftet, Frontmann Lametto glänzt mit seinem rauhen, charakterisitischen Gesang und flinkem Banjo- und Gitarrenanschlag, dem die Rhythmus-Treiber Wig und Pedl in Sachen Intensität in nichts nachstehen. Die von amerikanischen Vorbildern geprägte rohe Volks-Musik wird handwerklich gekonnt und beseelt vorgetragen, auf Augenhöhe mit Vertretern des Genres wie dem Agnostic Mountain Gospel Choir, Carrie Nation & The Speakeasy, Reverend Deadeye oder eben dem großen Tom Waits, dem mit der Donkeyhonk-Version von „Starving In The Belly Of A Whale“ vom „Blood Money“-Album (2002, Anti-) auch das Schlusswort dieser äußerst gelungenen Songsammlung gehört.
(*****)

Die Donkeyhonk Company spielt demnächst Honkrock zu folgenden Terminen:

25.11.2016 – Augsburg  – Bob’s am Oberhauser Bahnhof – Late Night (23 Uhr)
03.12.2016 – Augsburg  – Kresslesmühle (mit Revelling Crooks)
10.12.2016 – Immeldorf  – Weisses Ross

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Donkeyhonk Company / Homepage

Reingehört (133)

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Sioux Falls – Rot Forever (2016, Broken World Media)
Kommen aus Portland, haben ihre Band vermutlich nach der größten Stadt in South Dakota benannt, die Herren Isaac Eiger, Fred Nixon und Ben Scott, und bringen nach der inzwischen vergriffenen 2014er-LP ‚Lights Off For Danger‘ und einer folgenden Split-EP nun im neuen Jahr ein opulentes Paket in Form eines 72-Minuten-Doppelalbums unter die Leute. Lässt sich gut hören, der euphorische Indie-Rock-Ansatz, der recht angenehm an diesen beherzten Springsteen-/Clash-Geist der ersten beiden Gaslight-Anthem-Alben denken lässt, die oft sechs- bis acht-minütigen Songs sprühen vor Ideen, die Melodien sind griffig, der Gitarrenanschlag ist auf respektablem Built-To-Spill-Niveau, allzu viel Alternative-Rock-Wohlklang wird sporadisch mit brachialem Hardcore-Gebrüll durchpflügt – ein ambitioniertes, in seinen besten Momenten hypnotisierendes und aufwühlendes Album, welches das Rad sicher nicht neu erfindet, aber auch ohne diesen Anspruch ganz munter vor sich hinrollt.
(****)

V.A. – God Don’t Never Change: The Songs Of Blind Willie Johnson (2016, Alligator / in-akustik)
Eine illustere Schar von Tonkünstlern hat sich versammelt, um dem 1945 in Texas im Alter von 48 Jahren dahingeschiedenen musikalischen Ahnherrn Blind Willie Johnson Tribut zu zollen. Der bibelfeste und tiefreligiöse Johnson war im Blues wie in der Gospelmusik gleichermaßen bewandert, in den Jahren 1927 bis 1930 hat er für Columbia Records eine Handvoll Singles eingespielt, die fester Bestandteil des 20er-Jahre-Spirituals-/Country-Blues-Kanons sind, „Dark Was The Night, Cold Was The Ground“ wurde später von Ry Cooder als Vorlage für seinen „Paris,Texas“-Soundtrack verwendet, „John The Revelator“ erfuhr zahlreiche Interpretationen, versierte Musiker wie Nick Cave, Frank Black, Hugo Race oder A. A. Bondy zollten dem Stück auch in jüngster Vergangenheit Tribut.
Auf ‚God Don’t Never Change‘ ist das Niveau der Neueinspielungen auf erfreulich hohem Niveau, die verzichtbaren Anstrengungen von Skinhead O’Connor und der arg zum Soul-Mainstream tendierende Wurf der Blind Boys Of Alabama sind lässliche Sünden, ein gestandener Blues-Gröhler und Erweckungsprediger wie Tom Waits und Alternative-Country-Queen Lucinda Williams dürfen jeweils zweimal ran, beide liefern erwartet solide Klangkunst, Frau Williams hat bereits 2003 auf ihrem Beitrag zum Vanguard-Tribute ‚Avalon Blues‘ für den großartigen Mississippi John Hurt eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass ihr das Material der großen Vorbilder vertraut ist, im vorliegenden Album hinterlässt sie vor allem bei der bekannten Johnson-Nummer „Nobody’s Fault But Mine“ einen exzellenten Eindruck.
Maria McKee und North-Mississippi-Allstar Luther Dickinson liefern solide Kost in Sachen Johnson-Reminiszenz, für die Highlights des Albums sorgen die jeweiligen Interpretation von Susan Tedeschi im Verbund mit ihrem Slide-Gitarren-Göttergatten Derek Trucks, die hier absolut würdevoll und stilistisch formvollendet ein tief empfundenes „Keep Your Lamp Trimmed And Burning“ singt, Rickie Lee Jones mit einer düsteren „Dark Was The Night…“-Version, mit ihrer für den Blues wie geschaffenen, ureigenen Lässigkeit, und die Cowboy Junkies mit einer in Punkto intensiv-brachialem Vortrag völlig positiv-überraschenden Margo Timmins beim Vortrag des Spirituals „Jesus Is Coming Soon“. Produziert hat ein gewisser Jeffrey Gaskill, der hat sich in Sachen Tribute schon mal bei ‚Gotta Serve Somebody: The Gospel Songs Of Bob Dylan‘ (2003, Sony / Columbia) verdient gemacht. Bye And Bye I’m Going To See The King…
(**** ½)