UNESCO Welterbe

Chilehaus Hamburg

In der Nähe der Hamburger Speicherstadt und der in einigen Abschnitten noch im Bau befindlichen Hafen-City steht im Kontorhausviertel unter der Adresse Fischertwiete 2 das Chilehaus, ein 1924 fertiggestelltes Kontorhaus, das der Architekt Fritz Höger im Stil des Backsteinexpressionismus entwarf.
Das Chilehaus ist das Hauptwerk des Architekten, nach ihm ist die internationale, mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ‚Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur‘ benannt, die im dreijährigen Turnus von der ‚Initiative Bauen mit Backstein – Zweischalige Wand Marketing e.V.‘ vergeben wird.
Politisch ist Högers Vita belastet, nach frühem Bekenntnis zu den Nationalsozialisten trat er 1932 in die Partei ein. Im NS-Ideologen Alfred Rosenberg fand er einen prominenten Unterstützer seiner Arbeiten.

Die charakteristische Hausspitze des Chilehauses erinnert an einen Schiffsbug. Der Bau mit seinen zehn Stockwerken ist eines der ersten Hamburger Hochhäuser und gilt als stilbildende Ikone in der expressionistischen Architektur.
Bauherr des Chilehauses war Henry B. Sloman, der sein unternehmerisches Vermögen durch den Handel mit Salpeter erwarb, welcher aus Minen in Chile stammte.

Die UNESCO ernannte im Juni 2015 das Chilehaus, zusammen mit dem Kontorhausviertel und der Speicherstadt, zum Weltkulturerbe.

Zeche Zollverein

Das Steinkohle-Bergwerk „Zollverein“ in Essen und die angrenzende Kokerei, von 1851 bis 1986 in Betrieb, einst größte und immer noch schönste Zeche der Welt, ist seit 2001 Welterbe der UNESCO.
Das Architektur- und Industriedenkmal wurde 1932 durch den Bau einer zentralen Schachtanlage erweitert, die Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer entwarfen ein schnörkellos strenges Gesamtkunstwerk.
Bis heute ist der Schacht 2 in Betrieb, hier wird der zentrale Wasserpegel in der Grube geregelt.
Zu Spitzenzeiten in den dreißiger Jahren wurden jährlich 3,6 Millionen Tonnen Kohle unter Beschäftigung von ca. 6900 Mitarbeitern gefördert. Bis in die fünfziger Jahre ereignete sich täglich mindestens ein schwerer Arbeitsunfall in der Grube, im Schnitt war einmal wöchentlich ein Todesopfer zu beklagen.
In der Verladehalle für die Kohle zum Weiter-Transport in die Kokerei herrschte ein dauerhafter Lärmpegel von 120 Dezibel, was mit einem startenden Düsenjäger oder einem Konzert der Heavy-Kultband Motörhead zu ihren lautesten Zeiten vergleichbar ist. Es kursiert der Witz im Pott, dass Arbeiter der Halle die besten Ehemänner in Essen waren, sie hätten zuhause zu allem „Ja“ gesagt, die Frage der Ehefrau hätten sie wegen ihrer chronischen Taubheit ohnehin nicht verstanden.
Das Gelände der Zeche ist heute zudem Heimat des sehr sehenswerten Ruhr-Museums, des Red-Dot-Design-Museums, von Künstlerwerkstätten und diverser Restaurants und Cafés.
Wer im Ruhrgebiet zugange ist, sollte sich die gigantische Industrieanlage samt Führung durch die beeindruckenden Produktions- und Förderhallen und Spaziergang über die begrünten Außenflächen des Areals an der Essener Stadtgrenze zu Gelsenkirchen auf keinen Fall entgehen lassen. Ganz dicke Empfehlung!

Zollverein / Homepage