Van Der Graaf Generator

Soundtrack des Tages (128)

„West is where all days shall someday end
where the colours turn from grey to gold
and you can be with the friends“
(Van Der Graaf Generator, Refugees)

„Refugees“ vom sagenhaft guten Van-Der-Graaf-Generator-Album ‚The Least We Can Do Is Wave To Each Other‘ (1970, Charisma), in der reduzierteren, exzellenten Solo-Piano-Fassung von Van-Der-Graaf-Mitbegründer Peter Hammill.

Reingehört (41)

VAN DER GRAAF GENERATOR

Van Der Graaf Generator – Merlin Atmos (2015, Esoteric Antenna)
Die im Jahr 1967 gegründete englische Prog-Rock-Institution Van Der Graaf Generator veröffentlichte dieser Tage ihre inzwischen sechste Liveeinspielung, aufgenommen während der Europatournee 2013 in der Trio-Besetzung Peter Hammill, Hugh Banton und Guy Evans. Die Band ist weit davon entfernt, antiquiert zu klingen, die Stimme Hammills ist in ihrer Schärfe schneidend wie eh und je, die drei Herren entfalten auch auf diesem Tonträger ein Klangspektrum, das von sakralem Georgel über schwere, eingängige Rockriffs bis zu völlig entfesselten Improvisationsdarbietungen reicht. Die Musik der Briten hat 2015 keinen Deut von ihrer Relevanz verloren, Van Der Graaf Generator sind neben King Crimson nach wie vor die wichtigste und innovativste Band des Progressive-Rock-Genres. Eine explizite Erwähnung in Bezug auf „Merlin Atmos“ verdient die komplette Live-Aufführung der Suite „A Plague of Lighthouse Keepers“, im Original auf „Pawn Hearts“ von 1971 enthalten. Das Album ist als Einfach- und Deluxe-Doppel-CD verfügbar, die zweite Silberscheibe enthält unter anderem weitere Band-Klassiker wie „Man-Erg“ (ebenfalls von „Pawn Hearts“) und „Childlike Faith in Childhood’s End“ von „Still Life“ (1976).
Eine mehr als schöne Ergänzung für die jahrzehntelangen Freunde der Band und ein absolut geeignetes Werk für geneigte Neueinsteiger.
(**** ½ – *****)

Hier eine Live-Version einer der schönsten Prog-Hymnen ever, „Refugees“ vom Van-Der-Graaf-Meilenstein „The Least We Can Do Is Wave To Each Other“ (Charisma Records) von 1970:

Malcolm Middleton & David Shrigley – Music And Words (2014, Melodic/Indigo)
Der schottische ex-Arab-Strap-Musiker Malcolm Middleton, der zuletzt 2012 mit seinem „Human Don’t Be Angry“-Projekt begeistern konnte, hat sich mit dem bildenden Künstler David Shringley aus Macclesfield, England (Ian Curtis‘ Hometown!) zusammengetan, um eine Mixtur aus Indie-Elektronik und Misanthropen-Spoken-Word auf den Hörer abzufeuern. Geht schon putzig los in dem Opener „A Toast“, in dem Shrigley dem Hörer samt seiner gesamten Mischpoke und weiterem Umfeld die Krätze an den Hals wünscht, und in dem Stil geht es knurrend und auf das Übelste beschimpfend weiter – tanzbare Beats treffen Tourette-Syndrom oder so ähnlich. Ich bin in den Genres HipHop und Gangsta-Rap nicht bewandert, aber ich bezweifle, dass auf Platten dieser Gattungen ebenso viel geflucht und unflätig vorgetragen wird wie auf vorliegendem Werk. Eine lustige, mit schwarzem Humor gespickte Platte, bei der ich befürchte, dass sie sich nach wiederholtem Hören schnell abnutzen wird.
(*** ½)

Sollten Eure minderjährigen Kinder der englischen Sprache mächtig sein, dann bitte die Gören vor Anhören aus dem Raum scheuchen: