Versicherungskammer Kulturstiftung

Magnum Manifesto @ Versicherungskammer Kulturstiftung

Die unabhängige, längst weltberühmte Foto-Agentur Magnum Photos, Inc. wurde im April 1947 in New York von den Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David Seymour und George Rodger gegründet. Zur Feier des 70-jährigen Jubiläums der legendären Kooperative konzipierte und präsentierte das International Center Of Photography New York 2017 die Ausstellung Magnum Manifesto, in Deutschland wird sie exklusiv noch bis Ende Januar im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern gezeigt.

„Wir wollten uns nicht zu den Domestiken der Presse machen lassen und uns auch unsere Themen selbst aussuchen, was zu dieser Zeit einer Revolution gleichkam“, so Henri Cartier-Bresson zum Anspruch der Agentur. Magnum Photos wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, in einer Kooperative humanistisch gleichgesinnter Fotografen selbstständig organisiert und unabhängig zu arbeiten. Mit den Jahren eröffnete die Agentur weitere Standorte in Paris, London und Tokyo. Zahlreiche renommierte Fotografen wurden ab den fünfziger Jahren als Mitglieder in den exklusiven Verbund berufen, darunter bekannte Namen wie Thomas Hoepker, Sebastião Salgado oder Martin Parr.

Getreu dem Motto „Kein Bild ohne Begleittext!“ dokumentiert Magnum Manifesto mit den Werken zahlreicher namhafter Fotojournalisten eine umfangreiche Auswahl an historisch brisanten Schlaglichtern, gesellschaftspolitischen wie individuellen Themen, neben Schriftstücken, Katalog-Publikationen und Geschichten zum Hintergrund der einzelnen Bilder und Foto-Serien aus dem unerschöpflichen Fundus der Magnum-Archive.

Magnum Manifesto

Kunstfoyer
Versicherungskammer Kulturstiftung
Maximilianstraße 53, 80530 München
Bis 27. Januar 2019.
Öffnungszeiten:
Täglich 09–19 Uhr
Eintritt Frei.

Martin Parr: Souvenir. A Photographic Journey @ Versicherungskammer Kulturstiftung

„Wenn die Leute beim Betrachten meiner Bilder gleichzeitig weinen und lachen, dann ist das genau die Reaktion, die die Bilder auch bei mir hervorrufen. Die Dinge sind weder grundsätzlich gut noch schlecht. Ich bin immer daran interessiert, beide Extreme darzustellen.“
(Martin Parr)

Die Kulturstiftung der Versicherungskammer Bayern zeigt noch bis Ende Januar die Ausstellung „Souvenir. A Photographic Journey“ des englischen Fotografen Martin Parr.
Die Bilderschau präsentiert eine sehenswerte und kurzweilige, weltweit entstandene Foto-Sammlung zu ausgesuchten Themen wie Massentourismus, Strandleben, Tanzveranstaltungen, Millionärs-Treffen und gelangweilte Paare. In seinen Arbeiten legt Parr oft weitaus weniger Wert auf technische Brillanz, offenbart aber immer einen untrüglichen und im Auge des Betrachters völlig verständlichen Blick für das Groteske, Widersprüchliche oder ab und an gar Abgründige im täglichen Leben, das in einer Welt des Konsums von Klischees geprägt und von geschmacklichen Verwerfungen durchsetzt ist. In den Bildern findet sich nichts kunstvoll Arrangiertes oder Geschöntes – Punkrock auf Bildplatte fixiert, so to speak…
Eine technisch weitaus anspruchsvollere Fotoreihe in schwarz-weiß über englische Kirchengemeinden in der Tristesse der britischen siebziger Jahre und eine selbstironische Sammlung von Selbstportraits aus der Prä-Selfie-Ära runden die gelungene Präsentation der großformatigen, mitunter in schrillen Farben eingefangenen, aus dem Leben gegriffenen Schlaglichter ab.

„Martin Parr konditioniert unser Unterbewusstsein – einmal gesehen entdecken wir seine Bilder ständig in unserem Leben und finden uns in ihnen wieder. Ihr Humor bringt uns zu einem erkennenden und zugleich befreienden Lachen.“
(Thomas Weski)

Martin Parr wurde 1952 in der südenglischen Grafschaft Surrey geboren. In den siebziger Jahren studierte er Fotografie in Manchester, seitdem ist er als freischaffender Künstler und Lehrbeauftragter tätig. Seit 1994 ist er Mitglied der renommierten Agentur Magnum. Kritiker wollten seine Aufnahme in den „elitären Laden“ (Zitat Thomas Höpker) verhindern, da sie seinen Stil als zu provokant empfanden und Parr unterstellten, er würde sich mit seinen Fotografien über andere Menschen lustig machen.
Seine Dokumentarfotografien wurden vielfach ausgezeichnet, er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Genres.
„Souvenir“ ist die erste Retrospektive der Arbeiten von Martin Parr, sie wurde von ihm persönlich konzipiert.

Martin Parr: Souvenir. A Photographic Journey

Kunstfoyer
Versicherungskammer Kulturstiftung
Maximilianstraße 53, 80530 München
Bis 28. Januar 2018.
Öffnungszeiten:
Täglich 09–19 Uhr
Eintritt Frei.

Martin Parr / Homepage

Sebastião Salgado: Genesis @ Versicherungskammer Kulturstiftung

„In „Genesis“ sprach die Natur durch meine Kamera zu mir. Und ich durfte zuhören.”
(Sebastião Salgado)

„Vögel, die sich von Fischen nähren; ihre Exkremente sind der Anfang einer Oase, die Menschen bewohnen können, bis eine nächste Lava alles erstickt.“
(Max Frisch, Der Mensch erscheint im Holozän)

„Wenn wir diesen Planeten noch weiter zerstören, zerstören wir damit die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Globale Erwärmung ist eine todernste Angelegenheit. Ich spiele so ziemlich jedes Benefizkonzert, dessen Geld in den Schutz von Himmel und Erde investiert wird. Nach wie vor glaube ich daran, dass es wichtig ist, dafür mit aller Kraft einzutreten.“
(Willie Nelson, Mein Leben: Eine lange Geschichte)

Das Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung in der Münchner Maximilianstraße präsentiert aktuell die Fotoausstellung „Genesis“ des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado.
Die Ausstellung zeigt rund 250 großformatige Meisterwerke der Schwarz-Weiß-Fotografie, die sich thematisch mit der von der Zivilisation unberührten Tier- und Pflanzenwelt und den Lebensräumen indigener Völker auseinandersetzen.
Salgado war für die Aufnahmen neun Jahre unter anderem in der Arktis, in diversen afrikanischen Staaten, der Wildnis Nord- und Südamerikas, in der sibirischen Tundra und in den Wäldern Indonesiens unterwegs. Die Ausstellung wurde erstmals 2013 im Natural History Museum in London gezeigt.
„Genesis“ ist eine visuelle Hommage an den blauen Planeten. Der Fotograf Sebastião Salgado dokumentiert in seiner Fotokunst die überwältigende Schönheit und die Artenvielfalt unserer Erde. Sein beeindruckender, großformatiger Bilderzyklus hat sich zum Ziel gesetzt, über das Medium Fotografie das Bewusstsein für die Kostbarkeit der letzten unberührten Winkel der Erde zu schärfen. Das „Genesis“-Projekt ist Sebastião Salgados Appell an die Zivilisation, einen Teil des Planeten in seiner Ursprünglichkeit und faszinierenden Diversität zu bewahren.

Sebastião Salgado und seine Frau haben das „Instituto Terra“ gegründet, das sich für die Wiederaufforstung von gerodeten Wäldern und den Naturschutz einsetzt. Auf seiner Bulcão-Farm in Brasilien hat er zweieinhalb Millionen Regenwaldbäume pflanzen lassen, wodurch sich das lokales Klima und der Wasserhaushalt in dem Landstrich nachhaltig geändert haben und der Versteppung Einhalt geboten wurde.

Sebastião Salgado, ehemaliger Kriegs- und Krisenfotograf und früheres Mitglied der Agentur Magnum, ist in den letzten Jahrzehnten durch umfassende Foto-Zyklen wie „Workers“, „Migranten“ und „Afrika“ und vor allem durch den preisgekrönten Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ des Regisseurs Wim Wenders aus dem Jahr 2014 bekannt geworden, eine Besprechung zum Film im Kulturforum findet sich hier.

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung © Sebastião Salgado / Amazonas Images / Kunstfoyer

Kunstfoyer
Versicherungskammer Kulturstiftung
Maximilianstraße 53, 
80530 München
Bis 24. Januar 2016.
Öffnungszeiten:
Täglich 09–19 Uhr
Eintritt Frei.

Versicherungskammer Kulturstiftung / Homepage

Instituto Terra / Homepage

Das Kino Museum Lichtspiele, Lilienstr.2, 81669 München, zeigt begleitend zur Ausstellung den Wenders-Film „Das Salz der Erde“ jeweils in der Sonntags-Matinee, Infos unter www.museum-lichtspiele.de