Vladislav Delay

Soundtrack des Tages (63)

Einstürzende Neubauten – Hymnen


 
Vladislav Delay – Lumi


 
Dream Police – Saint Vitus 2014


 
Wrekmeister Harmonies – You’ve Always Meant So Much To Me

Reingehört (23)

KULTURFORUM Reingehört 23
 
Vladislav Delay – Visa (2014, Ripatti /Godbrain Distribution)
Trance/Drone/Ambient-Soundlandschaften des finnischen Elektronik-Tüftlers Sasu Ripatti, völlig losgelöst von jeglichen konventionellen Songstrukturen und gerade darum extrem spannend.
(****)

Wrekmeister Harmonies – Then It All Came Down (2014, Thrill Jockey)
Ein neues 40-Minuten-Stück vom Drone/Metal/Post-Rock-Kollektiv um Mastermind JR Robinson. Los geht es mit sphärischem Ambient-Drone, der Mittelteil ist streicherdominierte Neo-Klassik, ab Minute 20 bricht sich der Doom-Metal-Wahnsinn Bahn. In Zeitlupe. Der CD liegt die ebenfalls sehr zu empfehlende Vorjahres-Scheibe „You’ve Always Ment So Much To Me“ als Bonus bei, insofern ein sehr lohnendes Paket.
(*****)

Dream Police – Hypnotized (2014, Sacred Bones / Cargo Records)
Ein Seitenprojekt der aus Brooklyn stammenden Punk-Combo The Men, over the top gelungen wie eigentlich alles, was ich aus dem Hause Sacred Bones kenne. Energiegeladener, keyboardlastiger Indie-Post-Punk, treibender Beat im Stil der frühen Cure. Das Stück „Pouring Rain“ ist meiner bescheidenen Meinung nach das absolute Album-Highlight, flotter New Wave Rock, der auch in den Endsiebzigern Lorbeeren geerntet hätte.
(**** ½)

Einstürzende Neubauten – Lament (2014, Mute Records)
Nach den Tindersticks haben auch die Neubauten ein Konzeptalbum zum Thema „1. Weltkrieg“ veröffentlicht – und es sei vorweggenommen: ein sehr gelungenes. Die Live-Premiere fand am 8. November im belgischen Diksmuide statt.
Ich muss gestehen, die Combo hat mich nach dem hervorragenden Album „Haus der Lüge“ und dem damals exzellenten Konzert zur Platte zusehends nur noch gelangweilt, sowohl auf Tonträger wie auch konzertant.
Mit „Lament“ gelingt ihnen für meine Begriffe das Comeback des Jahres 2014. Im Vergleich zu frühen Glanztaten wie „1/2 Mensch“ oder der erwähnten „Haus der Lüge“ sind sie auf dieser Scheibe geradezu zahm, langweilig sind sie nicht eine Minute. Ambient-Klänge wechseln sich ab mit den für die Neubauten typischen Brachialausbrüchen, absolut faszinierend finde ich die neoklassizistischen Soundcollagen. Ein Glanzstück des Albums ist die Nummer „Hymnen“, das von „God Save The King“ bis „Heil Dir im Siegerkranz“ viele bekannte Chöre zitiert, die die kriegswilligen Massen 1914 euphorisierten. Und mit „Sag mir, wo die Blumen sind“ haben sie die beste mir bekannte Coverversion des Pete-Seeger-Schmachtfetzens eingespielt. Ein Werk auf diesem Niveau hätte ich von Blixa & Co nicht mehr erwartet. Hut ab.
(*****)