Wendy McNeill

Wendy McNeill @ Theatron Pfingstfestival, München, 2015-05-25

„A lot of what has shaped me as an artist has come from the random events in life. I started playing guitar when I realised that I needed to stop dating guitar players. I picked up the accordion when a French clown tossed one into my arms while backstage at a music festival . I started experimenting with looping and various pedals when I needed to reproduce the layers that I was imagining, but couldn’t afford to pay a band to create them.“
(Wendy McNeill)

Eine feines Konzert war das, welches die aus Edmonton stammende Songwriterin Wendy McNeill zusammen mit ihrem spanischen Kontrabassisten Julio Fuster am Pfingstmontag auf der Theatron-Bühne darbot. Die Kanadierin kleidete ihre melancholischen Alltagsgeschichten in originelle Folk-/Chanson-Kleinode, deren besondere Note vor allem bei den faszinierenden Akkordeon-Walzer-Stücken zum Tragen kam.
Auf ihrem Ende 2014 erschienen Album „One Colour More“ (Rough Trade), von dem am vergangenen Montag einiges zum Vortrag gebracht wurde, thematisiert Wendy McNeill wahre Migranten-Geschichten aus mehreren Jahrhunderten und setzt sich mit der Suche nach Heimat oder der Anpassung in fremder Umgebung auseinander.
Das an sich lobenswerte Theatron-Konzept (Fester Zeitrahmen, keine Überziehungen) erwies sich im Fall des begnadeten Duos als Bumerang, gerne hätten die Zuhörer den gehaltvollen Song-Perlen länger gelauscht, und so hoffe ich auf einen regulären Münchner Konzert-Aufenthalt der Künstlerin samt Begleitung in naher Zukunft, um einem ihrer Liederabende in voller Länge beiwohnen zu können.
(**** 1/2)

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