Reingehört (267): The Microphones

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„I am still basically an overgrown teenager postponing a real job“
(Phil Elverum)

The Microphones – Early Tapes: 1996-1998 (2016, P.W. Elverum & Sun)

Frühes, weirdes, bisher unveröffentlichtes Zeug aus den Archiven von Teilzeit-Bandmitglied Calvin Johnson und seinem Label K Records oder längst Vergriffenes, Rares vom Knw-Yr-Own Cassetten-Label des Beat-Happening-Gitarristen Bret Lunsford aus den Anfangstagen der Combo aus Olympia/Washington um Bandleader/Mastermind Phil Elverum, der in späteren Jahren mit seinem Projekt Mount Eerie weiter mit spinnert-experimenteller, höchst anregender Indie-Folk-Noise-Experimental-Tondichtung die Hörerschaft beglückte.
Auf den Early Tapes der 2003 dahingeschiedenen Microphones holzt sich die Band charmant, holprig, jegliche Produktions- und Instrumentbeherrschungs-Perfektion verschmähend durch das DIY-, LoFi- und Indie-Pop/-Folk-Gelände. Eine zwischen sympathischem Dilettantimus, schrulliger Kakophonie, totaler Schräglage, betörender Pop-Melodik und Elektronik-Experimental-Gefrickel angesiedelte Kleinod-Sammlung, vermutlich weitaus mehr tauglich für alte Freunde, Indie-Nostalgiker und Interessenten an Artverwandtem wie Jad Fair/Half Japanese, Daniel Johnston oder anderen Artisten aus dem K-Records-Umfeld als für Neueinsteiger, und ganz bestimmt kein verschollenes, den Archiven endlich entrissenes Meisterwerk, aber spannend isses allemal…
Und ein gutes Werk tut man wohl auch mit dem Erwerb (-> guckst Du bei Bandcamp), Phil Elverum soll sich finanziell und hinsichtlich familiärer Situation derzeit in prekärer Lage befinden, seine Frau, die kanadische Musikerin Geneviève Gosselin, ist letztes Jahr allzu früh verstorben, und die gemeinsame Tochter will versorgt sein.
(**** – **** ½)

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4 Kommentare

  1. Ob Gruppen wie Jad Fair/ Half Japanese oder The Microphones tatsächlich Dilettanten waren sei dahingestellt, wichtiger war damals die Vorstellung, dass Nichtkönnen Ungeahntes und Unplanbares hervorbringe. Solche Produktionen waren zum Teil sehr witzig, andere wären besser in den eigenen vier Wänden geblieben.

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      1. Das sehe ich auch so! Aber die Zeiten der genialen Dilletanten sind leider vorbei. Hier in der Deutschschweiz gab es in den 80er Jahren z.B. Baby Jail aus Zürich mit clever getextetem Schrammel-Punk und charmanten Kindermelodien.

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