Soundtrack des Tages

Soundtrack des Tages (182): Nina Simone

Auf ARTE lief vor kurzem die hochgelobte Dokumentarfilm-Reihe „The Vietnam War“ von Ken Burns und Lynn Novick (→ ARTE-Mediathek), für den Soundtrack der sehenswerten Serie zeichnen die beiden Nine-Inch-Nails-Musiker Trent Reznor und Atticus Ross verantwortlich. Neben den zu solchen Gelegenheiten gerne und oft verwendeten, gängigen, nahezu totgerittenen Dylan-, Stones- und anderweitigen Sixties-Klassikern finden sich auch etliche weniger bekannte Schätze aus dieser Ära auf der Playlist, unter anderem der Civil-Rights-Song „Backlash Blues“ von Nina Simone, den sie zusammen mit dem Schriftsteller und Aktivisten Langston Hughes für ihr 1967er-Album „Sings The Blues“ schrieb. 1976 hat sie beim Jazz-Fest in Montreux eine exzellente Live-Version der Protest-Nummer zur konzertanten Aufführung gebracht. Das wesentlich kürzere Original ist auch nicht zu verachten.

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Soundtrack des Tages (181): Michael J. Sheehy

Klugscheißen für Fortgeschrittene oder: Coverversion, mal anders – Letztens bei der Beschäftigung mit der Solodebüt-Scheibe „In the Kingdom Of Dreams“ von Ian Felice über den Umstand gestolpert, dass das bei der Plattenhüllen- bzw. CD-Booklet-Gestaltung verwendete Kunstwerk „The Race Track (Death On A Pale Horse)“ des US-amerikanischen Malers Albert Pinkham Ryder (1847 – 1917) bereits früher für die Verpackung eines anderen Tonträgers herhalten musste, für das 2007 bei Glitterhouse Records erschienene Folk/Blues-Album „Ghost On the Motorway“ des Londoner Songwriters Michael J. Sheehy. Grund genug, das gute Teil mal wieder aus dem Stapel zu kramen…

Soundtrack des Tages (180): Holger Czukay

In memoriam Holger Czukay (1938 – 2017): 1968 Mitbegründer der legendären Kölner Kraut-, Experimental- und Psychedelic-Band Can, solistisch nicht minder spannend zugange, Multi-Instrumentalist, Kollaborateur von unter anderem Brian Eno, ex-PiL-Basser Jah Wobble, dem Keith-Levene-Kommerz-Klon The Edge, David Sylvian, Bob Humid und der Londoner Electronica-Institution UNKLE – und 1987 auf dem Solo-Album „Rome Remains Rome“ im Stück „Blessed Easter“ mit Seiner Heiligkeit Papst Johannes Paul II höchstselbst. Holger Czukay wurde am Mittwoch vergangener Woche in seiner Wohnung in Weilerswist/Euskirchen tot aufgefunden. Die deutsche Avantgarde-Musik verlor mit ihm eine seiner zentralen und stilprägenden Figuren.