Reingehört (14)

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Half Japanese – Overjoyed (2014, Joyful Noise Recordings)
Die Low-Fi-Trash-Kapelle ist nach 13 Jahren Abwesenheit zurück. Sie können nach wie vor wenig bis nix, aber das können sie gut. Flott hingeschrammelte Indierocker, phasenweise in ungewohnter, härterer Gangart, seltsamer Calypso und weirde Balladen, versehen mit Jad Fair’s Anti-Gesang. Die Scheibe erinnert an der ein oder anderen Stelle an Alex Chilton’s Trash-Phase (‚Bangkok‘, Can’t Seem To Make You Mine‘) und an die auch längst dahingeschiedenen Swall Maps. Früher haben Half Japanese nur an Half Japanese erinnert… Ob man heutzutage noch eine weitere, neue Scheibe von ihnen braucht muss jeder für sich selbst entscheiden. Für essentiell halte ich nach wie vor die Werke aus den End-Achtzigern: ‚Charmed Life‘ und ‚Music To Strip By‘.
(*** ½)

Panda Bear – Tomboy (2011, Paw Tracks)
Experimenteller Ambient-Elektronik-Psychedelic-Pop. Hymnisch und euphorisch und doch recht entspannt. Super Sound für den Cross-Trainer…;-))
(****)

Tamikrest – Adagh (2010, Glitterhouse)
Toller Touareg-Wüstenblues aus Mali. Entdeckt und produziert von Walkabouts-Mastermind Chris Eckman. Hypnotisch, mit treibendem Bass unterlegt, süchtig machend.
(*****)

John Hiatt – Terms Of My Surrender (2014, Rykodisk / Warner)
Schöner, zeitloser, tiefenentspannter Country-/Folk-Blues in erwartet guter Hiatt-Qualität. Swingt phasenweise wie die letzten Dylan-Werke, was dem Ganzen eine zusätzliche organische Würze verleiht. Die Platte für die lauen Sommerabende auf der Holzveranda…
(**** ½)

Bettysoo – When We’re Gone (2014, Bettysoo)
Alternative-Folk mit Torres-/Mazzy-Star-ähnlichem Gesang und viel zu viel Zuckerguss und glattpoliertem Gedudel. Nicht mein Fall.
(** 1/2)

Pavement – Brighten The Corners (1997, Matador Records)
Pavement – Crooked Rain, Crooked Rain (1994, Matador)
Lässig aus der Hüfte geschossene, teils entspannte und schwerelose, teils recht krachige Lo-Fi-/Indie-Rock-Meisterwerke. Gut abgehangen und doch immer noch taufrisch wie am ersten Tag.
(*****)

Mirel Wagner – When The Cellar Children See The Light Of Day (2014, Sub Pop)
Tolle, auf das Wesentliche konzentrierte Folkscheibe der in Finnland aufgewachsenen Äthiopierin. Reduziert, spartanisch, an manchen Stelle ins Chanson-hafte abdriftend, was mich lustigerweise in dem Zusammenhang überhaupt nicht stört. Odetta für das 21. Jahrhundert? Kann sein… Jedenfalls ein heißer Anwärter für die Jahrescharts 2014.
(*****)

Willie Nelson – Band Of Brothers (2014, Legacy)
Sehr entspannte Country-(was sonst??)Scheibe des Altmeisters. Yoga für die Ohren. Gehört tendenziell ins Country-Mainstream-Lager, als ausgesprochener Alternative-Jünger bin ich in dem Fall nicht abgeneigt…
(****)

White Fence – For The Recently Found Innocent (2014, Drag City)
Auf Sixties getrimmter Psychedelic-Pop. Hätten die Byrds nicht besser hingekriegt, seinerzeit.
(****)

3 Kommentare

  1. also Half Japanese natürlich. Von Mirel Wagner schätze ich den vorgänger sehr. Ist mir vermutlich aber noch zu wenig herbstlich draussen…..

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