Reingehört (25)

KULTURFORUM Reingehört Dez 2014
 
The Grateful Dead – Houston, Texas 11-18-1972 (2014, Rhino)
Schon wieder eine neue Dead-Live-Scheibe, aber eine, die es in sich hat. Aufgenommen am 18. November 1972 im Hofheinz Pavilion in Houston TX, und damit dürfte für den Deadhead der Fall eigentlich klar sein: Eines der besten Jahre für Grateful-Dead-Liveaufnahmen ever, siehe bzw. höre Perlen wie „Europe `72“, „Hundred Year Hall“ oder die im vergangenen Jahr veröffentlichte, grandiose 4-CD-/DVD-Box „Sunshine Daydream“.
Inklusive einer extrem relaxten „Bertha“-Aufnahme, ein „Greatest Story Ever Told“, bei dem sich Donna Jean Godchaux mit ihrem Background-Gesang zu Janis-Joplin-haften Höhen aufschwingt und – Höhepunkt der Platte – eine fast 26-minütige Fassung von „Playing in the Band“, bei der die Dead zu vollem Flug ansetzen und alle Register des improvisierten Psychedelic-Rock ziehen. Für meine Begriffe eine Referenzaufnahme dieses Stücks, mir ist keine bessere Fassung bekannt.
Veröffentlicht im Rahmen des „Record Store Day Black Friday“.
(***** ½)

Big Star – Live In Memphis (2014, Omnivore)
Liveaufnahme vom 29. Oktober 1994 der Big-Star-Reinkarnation in der Besetzung Chilton, Auer, Stringfellow und Stevens. Posthum in hervorragender Soundqualität veröffentlicht. Viele Big-Star-Klassiker in bestechenden Versionen, zudem einige gelungene Coverversionen (Kinks, T.Rex), lediglich beim „Girl from Ipanema“ frage ich mich, was diese unsägliche Nummer hier verloren hat, aber hinsichtlich fremdem Liedgut hatte Alex Chilton des Öfteren seltsamen Humor an den Tag gelegt.
(****)

AC/DC – Rock Or Bust (2014, Sony)
Nichts braucht die Welt weniger als ein neues AC/DC-Album. Warum gerade jetzt Lobeshymnen auf den neuen Auswurf gesungen werden, ich kann’s mir nicht erklären, womöglich ist’s der Mitleidsbonus wegen Malcolm Youngs Demenz. Dabei scheint die gesamte Band an Gedächtnis-Schwund zu leiden, haben sie doch offensichtlich vergessen, dass die Platte davor exakt genau so gestrickt war wie das aktuelle Werk (und die jeweils davor ebenso…;-)). Der „neue“ Sänger hört sich immer noch an, als würde er unter dauerhafter Verstopfung leiden und der Kasper mit dem Schulranzen spielt seit gefühlt hundert Jahren die ewig gleichen Riffs – sorry, da bin ich raus.
(*)

2 Kommentare

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