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Nik Bärtsch’s Mobile – Continuum (2016, ECM)
Der Zürcher Pianist, Komponist und Musikwissenschaftler Nik Bärtsch geht – alles andere als ungewöhnlich für seine eigenen wie Veröffentlichungen aus dem Hause ECM im allgemeinen – weit über die Grenzen des Jazz hinaus und präsentiert mit seiner um ein klassisches Streich-Quintett erweiterten Formation Mobile acht neue oder bereits in alternativer, früherer Einspielung interpretierte „Module“, wie er seine frei fließenden Stücke bezeichnet und durchnummeriert. Organisch-analog erzeugter Ambient, Jazz-Groove im weitesten Sinne, in Töne geformte Zen-Meditationen, Anleihen aus der Minimal Music, rituell-sakrale Klänge und Reminiszenzen an amerikanische Freigeister wie John Cage und Morton Feldman garantieren ein Trance-artiges tonales Erlebnis, das Aufmerksamkeit und Kontemplation beim Hörer einfordert und dafür reich entlohnt.
(**** – **** ½)

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14 Kommentare

  1. Puh nein knapp vorbei für mich leider. Ich mags ja gern bissl verspult, elektronisch-düster.
    Mir gefällt es immer bis zu dem Moment wo es jazzig wird, da bin ich dann raus 😉
    Ganz liebe Grüße und einen schönen Tag.

    Gefällt 1 Person

    1. Kann ich nachvollziehen, ging mir früher mit ihm auch so, aber momentan bin ich für gewisse Spielarten des Jazz ziemlich empfänglich (mal sehen, wie lang es anhält). Beim Bärtsch ist ein mehrmaliges Hören allerdings manchmal sehr lohnend…
      Liebe Grüße,
      Gerhard

      Gefällt 1 Person

  2. Toller Beitrag! Ich mag den Bärtsch. Er selbst nennt das Ganze, meine ich, Zen-Funk. Wobei ich das im Hinterkopf als doppeldeutig abgespeichert habe: „Funk“ einerseits wie „funky“, andererseits wie „Funksender“ – mal löst das bei mir Bewegungsdrang aus, mal will ich mich davon nur ätherisch beschallen lassen. Zen-Fachfrau, die ich nicht bin, finde ich da jedenfalls die Reduktion aufs Minimale großartig angewendet – das loopt sich so hypnotisch voran. Liebe Grüße, Sonja

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    1. Danke, Sonja. Mir geht’s da mit ihm genau wie Dir. Ich hab ihn das erste Mal mit seiner CD ‚Stoa‘ (mit seiner anderen Band Ronin, 2005, ECM) wahrgenommen, ich kenn leider bei weitem nicht alles von ihm, aber die Sachen, die ich kenne, mag ich total gern.
      Liebe Grüße,
      Gerhard

      Gefällt 2 Personen

    1. Absolut. Das ist das schöne an vielen dieser ECM-Veröffentlichungen: Sind oft weit von dem entfernt, was man landläufig so unter Jazz versteht (und gehen in Bereiche, in denen nervtötendes Endlosgetröte eher die Ausnahme ist… ;-)))

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  3. Da bin ich aber froh, daß du – als Musikexperte, der du zweifelsohne bist! – den handelsüblichen Jazz auch als nervtötendes Endlosgetröte empfindest – ein schöner Ausdruck übrigens… ! ; )) Man kommt sich sonst immer vor wie ein Banause, wenn man eingestehen muß, daß man dem Jazz nicht allzuviel abgewinnen kann… ! Mir fällt allerdings gerade noch eine Ausnahme ein: Keith Jarrett, den höre ich gelegentlich schon gerne. Den empfinde ich auch nicht als zu stressig… ; ) Liebe Grüße!

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    1. Keith Jarrett ist super, mag ich auch sehr gerne. Bei den Trötern muss ich persönlich immer differenzieren, John Coltrane, Eric Dolphy oder Sonny Rollins mag ich dahingehend schon auch sehr gern, mit dem hochgelobten Miles Davis kannst Du mich aber beispielsweise meilenweit jagen…. ;-))
      Liebe Grüße,
      Gerhard

      Gefällt 1 Person

  4. Dann werde ich mir den Coltrane, den Dolphy und den Rollins mal anhören…. ! Vielleicht wird sich ja herausstellen, daß ich im tiefsten Herzen immer schon ein Jazzfan war, ohne es zu ahnen, weil ich bisher nur noch nicht den für mich richtigen Jazz gehört hatte… ! ; )

    Gefällt 1 Person

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